Pfirsichkräuselkrankheit - Schadorganismen

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Pfirsichkräuselkrankheit – Rechtzeitig vorbeugen
Das Schadbild zeigt auffällige Kräuselungen und gelb bis rötlich gefärbte Blasen.
Schadbild der Pfirsichkräuselkrankheit. Foto: „Natur im Garten“, Benes-Oeller
(27.1.2024) Rund um das ökologische Gärtnern wird oft nach Pfirsichkräuselkrankheit gefragt. Noch ruht die Natur, doch um diese Pilzerkrankung in den Griff zu bekommen, ist eine rechtzeitige und zeitgenaue Behandlung besonders wichtig. Das kann in einem warmen Winter bereits im Januar notwendig sein. Zeigten Pfirsich- oder Nektarinenbaum also im vergangenen Jahr unverwechselbare Symptome, so sollten Sie geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung der Pfirsichkräuselkrankheit bereits jetzt setzen.

„Die Pfirsichkräuselkrankheit wird durch den Pilz Taphrina deformans verursacht. Dieser überdauert im Winter an Zweigen und Knospenschuppen der Wirtspflanze. Die Infektion der jungen Blätter erfolgt bereits beim Aufbrechen der Knospen im zeitigen Frühjahr bei Niederschlag und Temperaturen über 10 °C. Die Symptome zeigen sich dann aber erst nach dem Blattaustrieb. Rechtzeitige vorbeugende, ökologische Maßnahmen sind daher wichtig“, so Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“.

Pfirsichkräuselkrankheit vorbeugen

Die Symptome der Kräuselkrankheit sind unverwechselbar. Die frisch austreibenden Blätter von befallenen Pfirsich-, Nektarinen- oder Mandel- sowie seltener auch Marillenbäumen zeigen auffällige Kräuselungen und im weiteren Verlauf bauchige, oft gelb bis rötlich gefärbte Blasen. Sind die Blätter stark befallen, vertrocknen sie und fallen häufig schon im Frühsommer ab. Junge Triebe erkrankter Bäume sind meist deformiert. Regeneriert sich die Pflanze im Laufe der Saison, so blüht und fruchtet sie in der Regel kaum und ist geschwächt. Die Früchte bleiben bei starkem Befall klein, sind runzelig, manchmal verfärbt und verformt und fallen frühzeitig ab. Bleibt ein starker Befall über Jahre unbehandelt, kann es zum Absterben des Baumes kommen.

Die rechtzeitige und regelmäßige Behandlung mit geeigneten, ökologischen Pflanzenstärkungsmitteln wie z.B. Ackerschachtelhalmpräparaten ist die wichtigste Gegenmaßnahme. Als Grundstoffe sind aktuell auch Lezithin und Weidenrinde für den Hausgarten zugelassen. Entsprechende Informationen hierzu finden Sie unter www.naturimgarten.at/hausmittel.html ↗.
Das Knospenschwellen kann je nach Region und Witterung in warmen Wintern bereits im Januar oder aber erst im Februar, wenn die Temperaturen einige Tage über 10 °C liegen, einsetzen. Um das Knospenschwellen besser zu erkennen, können einige sonnenexponierte Triebteile schon im Dezember bzw. zeitig im Jänner mit wetterfester Farbe bestrichen werden. Platzt die Farbe an den Knospen auf, so hat das Schwellen eingesetzt. Beginnen Sie mit einer gründlichen Spritzung also je nach Präparat rechtzeitig bereits zur Zeit des Knospenschwellens noch vor dem Knospenaufbruch bzw. beginnenden Blattaustriebs und wiederholen Sie die Anwendung wie am jeweiligen Produkt empfohlen bis teilweise zur Blüte. Außerdem ist es wichtig, noch aus dem Vorjahr vorhandene verformte Triebe und Fruchtmumien zu entfernen.

Ist die Infektion im Frühjahr bereits geschehen, ist eine Behandlung im selben Jahr wirkungslos. Befallene Triebspitzen und Blätter sollten trotzdem so rasch als möglich entfernt werden, um eine Vermehrung und Verbreitung der sich entwickelnden Pilzsporen einzudämmen.

Wenn Sie im Frühling einen Jungbaum pflanzen möchten, dann wählen Sie bevorzugt weißfleischige oder rotfleischige Sorten wie z.B. ‘Amsden‘, ‘Benedicte‘, ‘Amsden‘, ‘Fruteria‘, ‘Kernechter vom Vorgebirge‘, ‘Rekord von Alfter‘, ‘Revita‘ oder ‘Weinbergpfirsich‘. Diese Sorten sind zwar nicht resistent gegen die Kräuselkrankheit, jedoch weniger anfällig. Fragen Sie beim Baumkauf in Ihrer Baumschule nach robusten Sorten. Kaufen Sie Ihre Obstbäume generell in einer Baumschule Ihrer Region, da solche Bäume von Beginn an unter den hiesigen Bedingungen herangewachsen und deshalb an diese gut angepasst sind.
Wählen Sie außerdem einen sonnigen, geschützten Standort in geeigneter Lage und sorgen Sie durch korrekten Schnitt, am besten direkt nach der Ernte, für einen luftigen Aufbau der Baumkrone.
(kes mit Material von "Natur im Garten" ↗)
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