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Braunfärbung an Immergrünen
(7.1.2023) Im Winter färben sich die Nadeln beziehungsweise die Blätter immergrüner Gehölze wie Eibe, Thuja oder Buchsbaum manchmal bräunlich. Sie vertrocknen allerdings nicht, sondern werden im Frühjahr bei wärmeren Temperaturen wieder grün.

Schutz vor der Sonne

Zum Schutz vor Sonneneinstrahlung bei kühlen Temperaturen bilden manche Pflanzen rötliche Farbstoffe, die zu den Carotinoiden oder Anthocyanen gehören und die in Kombination mit der grünen Farbe des Chlorophylls den Pflanzen eine olivfarbene, bräunliche oder kupferfarbene Erscheinung haben. Carotinoide und Anthocyane filtern die Sonnenstrahlung und haben außerdem eine antioxidative Wirkung, durch die die Zellen geschützt werden. Denn obwohl das Sonnenlicht im Winter schwächer ist als im Sommer, können die Zellen unter zu hoher Einstrahlung leiden. Da die Photosynthese auch bei kühlen Temperaturen weiterläuft, entstehen durch die Lichtenergie bei der Photosynthese Stoffe, die bei kühlen Temperaturen nur verringert weiterverarbeitet werden und ohne den Schutz der Carotinoide oder Anthocyane Schäden in den Zellen verursachen können. Die Braunfärbung im Winter schädigt die Pflanzen also nicht, sondern schützt sie sogar. Pflanzen im Schatten, die keiner hohen Einstrahlung ausgesetzt sind, färben sich daher kaum oder gar nicht bräunlich.

Während die rötliche Färbung des abfallenden Herbstlaubs von Ahorn und anderen Bäumen meist durch Anthocyane hervorgerufen wird, spielen bei der Braunfärbung von Koniferen Farbstoffe aus der Gruppe der Carotinoide die Hauptrolle. Bei Eibe, Thuja, Zypresse, Wacholder und Sicheltanne handelt es sich um Rhodoxanthin. Beim immergrünen Laubgehölz Buchsbaum handelt es sich um Eschscholtzxanthin-Verbindungen, die zur selben Farbstoffgruppe wie das Rhodoxanthin der Koniferen gehören.

Schutz auch im Sommer

Außer im Winter werden solche Braunverfärbungen auch häufig im Sommer beobachtet, und zwar dann, wenn die Pflanzen unter Stress stehen und genau wie bei der winterlichen Kälte die Photosynthese-Produkte in den Zellen nicht mehr schnell genug weiterverarbeiten können, sodass Schäden an den Zellen drohen. Solcher Stress entsteht grundsätzlich nach dem Verpflanzen, kann aber auch bei Wasser- und Nährstoffmangel oder bei starker Unkrautkonkurrenz auftreten. Werden die Pflanzen im Sommer nach dem Verpflanzen bräunlich (ohne dass das Gewebe trocken wird), ist das grundsätzlich ein naturgegebener Vorgang, der kein Grund zur Sorge ist. Besonders oft reagieren Eiben (Taxus) auf das Verpflanzen mit einer solchen Braunfärbung. Erst wenn die Pflanzen nach zwei bis drei Jahren angewachsen sind, und weiterhin im Sommer braun werden, sollte geprüft werden, ob Wassermangel, Nährstoffmangel oder andere Ursachen die Braunfärbung verursachen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen getroffen werden müssen.

Gegenmaßnahmen

Solche physiologischen Braunfärbungen schaden den Pflanzen zwar nicht, wirken aber mitunter unschön. Ist eine gestörte Wasserversorgung die Ursache dafür (Staunässe oder Trockenheit), kann durch Drainierung der Fläche beziehungsweise regelmäßige, ausreichende Wasserzufuhr entgegengewirkt werden. Ist es Unkrautkonkurrenz, sollte rechtzeitig gejätet werden, und mangelt es an Nährstoffen, ist eine bedarfsgerechte Düngung vor allem mit Stickstoff nötig. Wichtig ist zu wissen, dass solche Braunfärbungen oft mit Zeitverzögerung auftreten und dann keine Gegenmaßnahme mehr die Laubfärbung verbessern kann. Werden die Pflanzen über den Winter braun, sollten sie nicht sofort gedüngt werden, sondern erst im kommenden Frühjahr und Sommer. Ist ein Verpflanzschock die Ursache, helfen eine bedarfsgerechte Wasserversorgung sowie etwas Geduld.

Abgestorbene Eibe in einer Hecke
Abgestorbene Eibe in einer Hecke.
Foto: Famartin, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Braunfärbung durch Schäden

Selbstverständlich können sich Blätter oder Nadeln auch durch Schäden braun färben, zum Beispiel Frost, Hitze, Trockenheit, Schaderreger oder den Kontakt mit Auftausalz. Dann werden Blätter und Nadeln nicht nur braun, sondern auch trocken und sterben ab. Meist sind dann deutliche Abgrenzungen zwischen dem abgestorbenen, braunen Pflanzengewebe (auch im Holz) und den gesunden, noch grünen Pflanzenteilen erkennbar. Auch hier sollte die Ursache der Schäden zunächst sicher bestimmt und dann möglichst abgestellt werden. Vertrocknete, braune Zweige können abgeschnitten und je nach Ursache kompostiert oder über den Biomüll entsorgt werden. Auch solche Schäden können mit erheblicher Zeitverzögerung auftreten, Trockenschäden an Thuja-Hecken zeigen sich zum Beispiel durch Absterben von Nadeln und Trieben oft erst im Frühjahr und Sommer des Folgejahres.

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