Frankfurt am Main: Platanen vorsätzlich vergiftet

Durch ein gebohrtes Loch in den Baumstamm wurde das Gift injiziert. Foto: Grünflächenamt Stadt Frankfurt am Main
(29.7.2025) Zwei große Platanen spendeten seit Jahrzehnten Schatten am Merianplatz im Frankfurter Nordend und trugen mit ihren üppigen Kronen zu einem schönen Stadtbild bei. Die eigentlich gesunden Bäume zeigten Anfang Mai dieses Jahres auffällige Schädigungen in den Kronen.
Die beiden prächtigen Platanen auf dem Merianplatz müssen gefällt werden. Ein aktuelles Baumgutachten und die Auswertung von Laborproben bestätigen den traurigen Verdacht: Die jahrzehntealten Bäume wurden vorsätzlich mit Glyphosat vergiftet. Die Folgen waren in den Kronen deutlich sichtbar – ein Überleben der Bäume ist ausgeschlossen.
„Leider haben sich die Bäume nach dieser Attacke nicht wie erhofft noch einmal berappelt. Es macht mich fassungslos, dass jemand bewusst und völlig sinnlos Leben zerstört hat, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Aber wir lassen diese Tat nicht unbeantwortet. Wir werden neue Bäume pflanzen und dafür sorgen, dass der Merianplatz wieder grün wird“, erklärt Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez. Ein Bodengutachten gibt immerhin Entwarnung: Die Chemikalie ist nicht in den umliegenden Boden eingedrungen.

Die zwei Platanen auf dem Merianplatz weisen auffällige Schäden in den Baumkronen auf. Foto: Grünflächenamt Stadt Frankfurt am Main
Zweites Gutachten bestätigt: Vergiftete Platanen müssen gefällt werden
Ein weiteres Baumgutachten schafft traurige Gewissheit: Die beiden vergifteten Platanen am Merianplatz werden sich nicht mehr von den durch Glyphosat verursachten Schäden erholen können. Das Herbizid wirkt auf den gesamten Pflanzenkreislauf ein, große Teile der Baumkronen sind bereits abgestorben, die noch wenigen verbliebenen grünen Blätter zeigen bereits starke Schädigungen. Da Glyphosat ein vollsystemisches Herbizid ist, muss ebenso von einer kompletten Verteilung des Wirkstoffs innerhalb des Wurzelapparates ausgegangen werden.
Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, bedauert zutiefst, dass es für die Bäume keine Hoffnung mehr gegeben hat, und verurteilt die Vergiftung der Bäume auf das Schärfste: „Dieser Giftanschlag auf die Platanen am Merianplatz hat uns alle tief erschüttert. Unfassbar, was sich Menschen ausdenken. Dass gestern festgestellt wurde, dass eine der bereits getöteten Platanen zum zweiten Mal einen Giftanschlag erleiden musste, macht mich noch fassungsloser, wütender und voller Trauer zugleich.“
Nicht der erste Giftanschlag
Das Grünflächenamt hatte am 10. Juli festgestellt, dass eines der verschlossenen Bohrlöcher geöffnet wurde und wieder Gift eingetragen wurde und ein zweites Bohrloch mit Flüssigkeit gefunden.
Aus Sicherheitsgründen werden die Bäume kurzfristig gefällt und die Wurzelstubben ausgefräst. Das Grünflächenamt der Stadt Frankfurt beauftragt eine Fachfirma für die erforderlichen Schritte. Eine Ausführung der Arbeiten war ab Mittwoch, 16. Juli, vorgesehen. Zwei Tage waren für die Arbeiten angesetzt
Die Vergiftung der Platanen hat insbesondere bei den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtviertels große Betroffenheit ausgelöst. Für Dienstag, 15. Juli, 18 Uhr, lud die Anwohnerschaft, der Mikrokosmos Merianplatz, gemeinsam mit dem Ortsbeirat und der evangelisch-methodistischen Kirche zu einer Abschiedsfeier am Merianplatz ein.
(Quelle: Stadt Frankfurt)
Es scheint momentan in Hessen Trend zu sein, Bäumen auf diese perfide Art den Garaus zu machen....
