Direkt zum Seiteninhalt

Der Buche in die Gene schauen - Bäume

Logo der Webseite www.arboristik.de
Onlinemagazin für  Arboristik, Baumpflege, Baumschutz - Berichte und Meinungen rund um das Thema Baum und Natur
Menü überspringen
Menü überspringen
kleines Logo
Menü überspringen
Menü überspringen
Der Buche in die Gene schauen
Senckenberg-Wissenschaftlern ist es gelungen das vollständige Genom der Rotbuche zu entschlüsseln. Die Erfassung des Genoms zeigt unter anderem, dass es keinen Genaustausch mit den zahlreichen Pilzarten, die in enger Symbiose mit der Buche leben, gibt.
Foto: Conrad Amber / Wikimedia Commons / CC BY 4.0
(12.12.2017) Senckenberg-Wissenschaftlern  ist es gelungen das vollständige Genom der Rotbuche zu entschlüsseln.  Die Erfassung des Genoms zeigt unter anderem, dass es keinen  Genaustausch mit den zahlreichen Pilzarten, die in enger Symbiose mit  der Buche leben, gibt. Die Genomsequenz gibt Wissen-schaftlern ein  Werkzeug in die Hand, das für nachfolgende naturschutzgenetische  Untersuchungen wichtig ist und mittelfristig ermöglicht,  trockenresistente Genotypen zu identifizieren und für die  Forst-wirtschaft in Anpassung an den Klimawandel zu verwenden.

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist mit etwa 15 Prozent der häufigste  Laubbaum Deutschlands – die bis zu 50 Meter hohen Bäume können ein Alter  von 500 Jahren erreichen und sind ein wichtiger Lebensraum für  zahlreiche Pilze, Insekten und Vögel. Studien zeigen, dass an dieser  Zeigerpflanze für feucht-gemäßigtes Klima bis zu 180 Insekten- und  Milbenarten leben können. Zudem ist Buchenholz mit einem Einschlag von  jährlich etwa sieben Millionen Quadratmetern eines der bedeutendsten  Laubhölzer als Nutz- und Industrieholz.
 
„Uns ist es nun gelungen das vollständige Genom dieses wohl wichtigsten europäischen Waldbaums zu entschlüsseln“, erklärt Prof. Dr. Marco Thines vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt und fährt fort: „Dabei haben wir insgesamt rund 130.000 Rotbuchen-Gene identifiziert.“
 
Für die genetische Analyse hat das Team rund um Thines mit  Unterstützung der Park-Ranger eine Probe aus einer vermutlich rund  300-jährigen Rotbuche des gut 5.700 Hektar großen, nordhessischen  Nationalparks Kellerwald-Edersee entnommen. „Wir haben uns für so  einen alten Bestandsbaum entschieden, um Einflüsse moderner  Forstwirtschaft auf den Baum ausschließen zu können“, ergänzt der Frankfurter Wissenschaftler.

Genom ist für die Fachwelt zugänglich

Das Genom haben die Senckenberg-Wissenschaftler nun mit der Website
Fagus sylvatica Genome Resource für die Fachwelt zugänglich gemacht, eine Fachpublikation ist in Vorbereitung. „Aus  den gewonnenen Daten konnten wir beispielsweise zeigen, dass Pilze die  eng mit der Buche in Gemeinschaft leben, ihre Gene nicht mit den Bäumen  austauschen. Dies zeigt einmal mehr, dass Gentransfer keine  Selbstverständlichkeit ist. Das Buchengenom ist eine wichtige Ressource  für zukünftige naturschutzgenetische Untersuchungen, zur Erfassung der  genetischen Vielfalt in deutschen Wäldern, aber auch für die  Identifizierung der Erbgutbestandteile, die beispielsweise für  Trockenresistenz wichtig sind. So können Genotypen identifiziert werden,  die als Anpassung an den Klimawandel gepflanzt werden können“, schließt Thines.
(Senckenberg / red)
Zurück zum Seiteninhalt