Gekämpft, gehofft und doch verloren!

Vergeblicher Kampf um den Erhalt einer Zürgelbaum-Allee

Von Rosemarie Kern

Frankenthal

Mit diesem Bericht versuche ich den Ablauf meines, leider, vergeblichen Kampfes um die Zürgelbaum-Allee in Frankenthal zu erläutern. Am 28.Dez.2000 erhielt jeder Anlieger der Industriestraße in Frankenthal den Plan über den Verlauf der Baumaßnahmen. Inhalt des Schreibens: Gegenwärtig läuft u.a. der Ausbau der Erschließungsstraße mit Anbindung an die Siemensstraße, sowie des Knotenpunktes Wormser Str./ Carl-Benz-Straße ist 2001/2002 der Neubau der Unterführung (Eisenbahnüberführung) vorgesehen.
Bis Ende 2003 ist die Industriestraße von L 523 (Wormser Straße) bis zur Siemensstraße fertig gestellt. Das waren die genauen Wortlaute. Die Rede war zwar öfter davon, dass die Industriestraße verständlicherweise dringend verbreitert werden müsse, doch die Stadt wollte erst mal sehen, in wie weit sie den Belastungen stand hält und was man möglicherweise ändern muss. Im April 2001 wurden die Anlieger zu einer Versammlung geladen, in der wir mit dem Thema: Verbreiterung der Industriestraße konfrontiert wurden. Es wurden uns drei Varianten vorgeschlagen, von denen meiner Meinung nach nur eine umsetzbar war. Es wurde aber auch gleich betont, wenn nur ein Anlieger gegen die Ausführung einer Variante wäre, dann käme sie als Baumaßname nicht in Frage.
1. Von der südlichen Seite der Industriestr. 1,00 m bis 1,50 m wegnehmen
2.
Von der nördlichen Seite der
Industriestr 1,00 m bis 1,50 m wegnehmen
3.
Auf die Parkbuchten verzichten, und diesen Streifen wegnehmen.
Zu 1: Wurde sofort abgelehnt von Fa. Sutter
Zu 2: Wurde von mehreren Anliegern abgelehnt
Zu 3: Wurde mehrheitlich angenommen, nur ich widersprach, wegen der vorhandenen herrlichen Allee (damals noch als Maulbeerbäume deklariert), darauf hin bemerkte eine andere Anwohnerin, dass ihr die Bäume auch leid täten. Das wars dann auch schon. Die Anlieger wurden mehrmals gefragt, ob sie auch bestimmt auf die Parkbuchten verzichten könnten, es wäre schließlich eine Planung von 20 oder 30 Jahren, diese alternative wurde (fast) einstimmig angenommen. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, welche Folgen diese Entscheidung mit sich bringen würde. Herr Kerutt, unser Stadtbau-Planer seit Jahrzehnten, benutzte immer wieder die Aussage: das ist die einfachste und kostengünstigste Lösung. Parkbuchten und 17 Maulbeerbäume weg, und schon haben wir die geforderte Straßenbreite von 7,00 m.
Ab diesem Zeitpunkt begann mein Kampf um das Leben der Bäume. Da ich von dem Termin am 15.05.01 des Planungs-u. Umweltausschusses wusste, der die Fällung der Bäume beschließen sollte, fing ich an gegen diesen Raubau an der Natur Unterschriften zu sammeln (in kürzester Zeit 91 Stück), und Fotomontagen zu erstellen, die die Straße nach Abholzung zeigte. Am 08.05.01 gingen diese gemeinsam mit einem Brief mit anderen Planungsvorschlägen an den OB Herrn Theo Wieder. Dadurch konnte wohl kein Beschluss im Ausschuss gefasst werden. Ich bot den Anliegern per Fax Patenschaften für einen Baum an, auch im Wochenblatt gab es einen Artikel darüber.
5 Bäume wurden markiert, die seit Juni 2001 einen Paten besitzen. Natürlich würden die Kosten (zw. 30, und 50, DM) nur auf ein Metallschild mit Namen beschränkt sein. Ich hatte die Hoffnung, dies würde helfen die Bäume zu retten. Die Namensschilder wurden nie hergestellt.
Am 06. Juni fand ein Ortstermin mit OB Theo Wieder, Herrn Kerutt (Stadtplaner), Herrn Bössenroth (Stadtbauamt), Herrn Dr. Bruder (Grüne Bündnis 90) den Anliegern und auch, Gott sei dank, einige vom Naturschutz, in der Industriestraße statt. Bei diesem vor Ort Termin ging es heftig zur Sache, ich machte den Vorschlag gleich mit bebildeter Fotomontage, doch die Parkbuchten (die übrigens so großzügig sind, dass riesige LKW mit Hänger genügend Platz zum Parken haben) der Straße anzugleichen, dadurch wäre die Straße an der breitesten Stelle 8,00 m breit und der Verkehr hätte genügend Platz zum Ausweichen, eine gerade Rennstrecke wäre dadurch von vornherein unterbunden und unsere Bäume könnten als Verkehrsberuhigung stehen bleiben. Diese Variante wurde auch von Anliegern begrüßt, doch wieder kamen Einwände von Herrn Kerutt, dies gebe eine Stop and Go-Straße. Von einem Bürger bekam ichzu hören, "...ich solle doch in den Schwarzwald ziehen, wenn ich Bäume haben will".
Nun denn, immer wieder hörte man von unserem OB, diese Angelegenheit ginge nur die Anlieger was an, obwohl in der Zeitung stand, alle Interessierte sind eingeladen. (auch eine Unterschriftensammlung gegen die Fällung von Frau Hoffmann lag vor ) doch alle Vorschläge von außerhalb soweit sie nicht total ignoriert wurden, waren unausführbar oder sind unlösbare Probleme. Ein einseitiger Rad- u. Fußweg wurde auch nicht akzeptiert, da es für die benutzenden Menschen gefährlich wäre, die Straße zu überqueren. Und auf jede noch zusätzliche Variante aus der Bevölkerung hörte man, es gibt gesetzliche Vorschriften. An diesem Tag wurde wohl auch entschieden, dass die Straße 7,50 m breit werden soll.
Die Allee im Oktober 2001
In einer "Nacht- und Nebelaktion" wurden die Bäume gefällt
Anfang Juni 2003 wurden die Stümpfe samt Wurzel
mit schwerem Gerät entfernt
Noch lange Zeit nach der Fällung "bluteten" die Baumstümpfe
Die Frankenthaler Industriestraße im "baumfreien" Zustand
Kurz darauf am 12.06.01 fand wieder eine Planungs- und Umweltausschusssitzung statt, bei der ich persönlich anwesend war. Die Teilnehmer waren überrascht über die doch plötzlich beschlossene Mehrverbreiterung von 0,50 m, worauf auch argumentiert wurde, ob man jetzt eigentlich endlich wisse was man wolle und dass dies eine Rennstrecke werde, 7,00 m Breite vollkommen ausgereicht hätte. Es wären doch nur 7.00 m geplant, genehmigt und bezuschusst Hier muss wohl die Stadt 0,50 cm Beton Verbreiterung aus eigener Tasche bezahlen. Denn für Beton scheint Geld da zu sein.
Auch die geplanten großzügig angelegten Rad-und Fußwege waren im Gespräch. Herr OB Wieder stellt sich vor, dass sehr viele Radfahrer und Spaziergänger in unserem stark mit Schwerlastverkehr frequentierten Industriegebiet Erholung suchen, und dass in einem 20 cm Grundstreifen zwischen Fuß-u. Radweg Baumersatz angepflanzt würde, der in 3 Jahren eine wunderschöne Allee ergebe. Nach langem hin und her wurde dann doch von der Mehrheit die Fällung von 17 Maulbeerbäumen beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand von dem Baumtyp Zürgelbäume, sowie, dass eine Umpflanzung möglich ist.
Dieses Ergebnis rief mich auf den Plan, ein Schreiben mit Fragen wegen gesetzlicher Vorschriften von Rad-und Fußwegen, sowie Genehmigung von Planungen und Bezuschussung, an das Verkehrsamt in Speyer zu richten, das auch gleich beantwortet wurde. Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften sondern nur Richtlinien und dem Gebiet angepasste Vorgaben. Das Straßenverkehrsamt Speyer hat aber keinerlei Macht in diese Planungen einzugreifen, da sie für diese Straße nicht zuständig sind. Vom Straßenverkehrsamt Speyer wurde nun unser OB Herr Wieder über mein Schreiben informiert und sie wollten erfahren welche Vorhaben geplant sind. Daraufhin bat mich Herr Wieder zu einem Gesprächstermin, (den ich allerdings 2 mal verschieben musste, da ich auf ganz wichtige Unterlagen wartete) den ich aber dann endlich am 22.08.01 gerne wahrnahm. Für die Anlieger der Industriestraße und die Bevölkerung, die durch meine Pressearbeit informiert waren, war nach dem Fällungsbeschluss am 12.06.01 alles gelaufen, daher konnte ich keinerlei Hilfe erwarten, jeder war überzeugt, dass ich gegen die Stadt nicht ankomme. Ich bemühte mich um Hilfe aus dem Internet, und fand einen Betrieb für Landschaftsgehölze / Forstdienstleistungen / Forstpflanzen der mir Hilfe anbot. Ich schickte Blätter, Zweige, Früchte in dieses Institut und ein Botaniker untersuchte diesen von der Stadt deklarierten Maulbeerbaum.

Hier das Ergebnis: Nicht Maulbeerbäume, sondern (Celtis australis), südliche Zürgelbäume, ein typischer südeuropäischer Alleebaum, säumen in ihrer ganzen Pracht die Frankenthaler Industriestraße. Ausgewachsen kann er 15 m hoch werden. Die Bäume sind kerngesund und eine Rarität in unseren Breitengraden!!!
Im asiatischen Raum befinden sich noch vereinzelt welche. Der südliche Zürgelbaum stammt aus Australien. Er kann ein Alter von 156 Jahren erreichen, es sind auch Bäume mit über 200 Jahren bekannt. In diesem Stadium von ca 25 Jahren ist er mit den richtigen Geräten problemlos und mit Anwachsgarantie umpflanzbar. Auch kann er mit überfahrbaren Baumscheiben von ca 2 m Durchmesser sehr gut leben und benötigt nur im Anwachsstadium Bewässerung.
Der Zürgelbaum hat auch viele Interessenten: Für seine unscheinbaren Blüten interessieren sich zunächst ein Heer der unterschiedlichsten Insekten. Im Spätjahr trägt er gestielte Steinfrüchte die kugelig, dunkel und genießbar sind. Von dieser Frucht leben Amsel, Drossel, Gimpel, Star, Seidenschwanz und viele unserer einheimischen Vogelarten mehr. Ein einziger dieser Zürgelbäume wandelt in einem Jahr durch Photosynthese 145 kg Kohlendioxid in Sauerstoff und filtert in einem Jahr ca. 1 Tonne Staub.
Er versorgt 10 Menschen im Jahr mit Sauerstoff !!!
Er hat einen wirtschaftlichen Wert von ca. 5.100,- €, obwohl der ökologische und ökonomische Wert viel höher ist. Soll einer behaupten, das hätte keinen Sinn in einem Industriegebiet, in dem sich in Zukunft Stoßstange an Stoßstange bewegen soll. Aus seinem Stamm können Sportgeräte und aus seinen Zweigen Stiele für Peitschen hergestellt werden. Noch nie musste dieser Baum geschnitten, oder irgend eine andere Pflege der Stadt in Anspruch nehmen Täglich werden in Deutschland etwa 155 ha Grünfläche mit Beton oder Straßen versiegelt. Bei Weiterführung dieser Lebensweise werden wir spätestens in 350-450 Jahren nichts mehr zu bebauen haben.
Die Luft zum Atmen, wird aber schon irgendwann vorher knapp.

Auch Dr. Ludwig Albrecht aus Würzburg, der schon 10 Jahre Zürgelbäume erforscht fand ich im Internet. Ich mailte ihm Bilder unserer Allee, worauf er mich wissen lies, dass eine solche Allee mit Zürgelbäumen einmalig in Deutschland ist und man solle sich doch etwas einfallen lassen, um diese Allee zu erhalten. Eine Umpflanzung allerdings problemlos für diese Bäume wäre.
Voll bepackt mit Unterlagen erschien ich am 22.08.01 im Rathaus. Neue Entwürfe für die Planung der Industriestraße gleich dabei die schriftliche Bestätigung, dass es sich um Zürgelbäume handelt, dass sie gesund und über 150 Jahre alt werden sowie mit Anwachsgarantie umpflanzbar sind. Herr Wieder war sehr erstaunt über meine Sammlung von Neuigkeiten, die wie er sagte sofort alle nachprüfen lässt, und da es ihm auch um jeden Baum leid täte, wenn es die Möglichkeiten zur Umpflanzung gäbe, er sich mit Sicherheit dafür einsetzt.
Einen Antwortbrief von Herrn Wieder erhielt ich kurz darauf mit der Mitteilung, dass es sich tatsächlich um Zürgelbäume handelt doch waren viele Argumente gegen eine Umpflanzung aufgeführt, (nicht genügend Platz zum Ausgraben, der Zeitplan käme durcheinander, die Kabel im Erdreich, das Alter der Bäume) die ich zwischenzeitlich alle schriftlich, von Baumgutachter, Forschungsinstitut und Großbaumumpflanzbetrieb,schriftlich widerlegen konnte.
Auf keinen Fall möchte ich die Kompetenz unserer Fachgärtner der Stadt anzweifeln, doch wie in jedem Gewerbe gibt es auch hier Spezialisten, die immer auf dem neuesten Stand sind. Das kennen wir Alle, auch bei uns im Betrieb gibt es Situationen, da wenden wir uns an einen externen Spezialisten der die geforderte Arbeit ausführt. Hierfür sind sie ja da. Wir haben doch viel mehr davon, wenn man zusammen arbeitet als falsches Konkurrenzdenken aufkommen zu lassen. Das Ergebnis beweist es immer wieder, die Fehlerquote sinkt, wir haben zufriedene Kunden, das macht uns wiederum zufrieden
Falscher Stolz ist da nicht angebracht. Und so sollte meiner Meinung nach auch unsere Stadt handeln. Hätte man schon bei der Pflanzung der Bäume einen Spezialisten hinzugezogen, stünden jetzt keine Bäume die 150 Jahre alt werden können an einer Straße die für 20 bis 30 Jahre geplant wurde. Durch meine Pressearbeit bekam ich auch sehr viele Anrufe von Beschäftigten im Gartenbaudie mir 100 % bestätigten, dass diese Bäume umzupflanzen gehen.
Diese Bäume als Straßenbäume erreichen auch kein geringeres Lebensalter, es sind typische Allee-Bäume habe ich mir schriftlich vom Botaniker Herr Müller-
Münchehof bestätigen lassen, der die Bäume untersuchte. Er schrieb mir: Dass diese Straßenbäume durch unsachgemäße Einpflanzung und Zubetonierung bis zum Stamm etwa 5 bis 10 Jahre lang sterben. Doch nach seinen Untersuchungen sind unsere Bäume davon nicht betroffen, zudem sind sie noch sehr jung.
Von sämtlichen Briefen, die von mir an den OB gingen bekamen die Mitglieder des Planungs-und Umweltausschusses eine Kopie. Herr Dr. Bruder hat sich auch mit mir in Verbindung gesetzt, er wird in der nächsten Planungs-und Umweltausschusssitzung einen neuen Antrag für den Erhalt und somit Umpflanzung der Bäume stellen. Ich hatte im letzten Brief an Herrn Wieder die Nichtanerkennung des letzten Beschlusses vermerkt, da beschlossen wurde, 17 Maulbeerbäume zu fällen, es handelt sich ja um Zürgelbäume, und zwar um 18 Stück wie ich erst letztens feststellte. Schon wieder verlies ich mich auf die Aussage von Herrn Kerutt, da die Bäume von der Stadt gezählt wurden.
Auch den letzten Einwand, in "Die Rheinpfalz" vom 10.10.01 zu lesen, kann ich schriftlich von Experten widerlegen.
Großbaumverpflanzmaschinen arbeiten auf engstem Raum, der Arbeitsplatz ist mehr als ausreichend. Der Hinweis auf die längere Umbauzeit der Straße ist auch ungerechtfertigt, da der Straßenausbau erstens in dem Ausbauplan, Fertigstellung 2003, nicht beinhaltet war, und zweitens die Bäume mit diesen Umpflanzmaschinen ohne Vorbereitungszeiten umzupflanzen sind. Der Vorschlag, die Bäume gerade 500 bis 1000 m weiter, an die neue Straße, die westl. der Beindersheimer Str., Richtung Krankenhaus im neuen Gewerbegebiet, geplant ist, zu verpflanzen, wurde von den Anliegern sehr positiv aufgenommen. Experten heben den Baum mit ihrem Erdreich heraus, transportieren diesen auf dem Gerät, und setzen den Baum wieder ein. Natürlich besteht das Risiko, Kabel von den Straßenlaternen zu beschädigen, aber das besteht auch bei der Entfernung des Baumes durch Fällen. 11 Anlieger-Unterschriften, die eine Umpflanzung befürworten liegen mir inzwischen vor.
Nun zu den Kosten: Die Straße im neuen Gewerbegebiet wird gebaut, warum nicht gleich, dies hätte auch noch den Vorteil, dass der Grundstücksverkauf auf dieser Fläche schneller voran ging. Dadurch würden die Umpflanzkosten auf ein Minimum gesenkt, denn das Abholzen und der Abtransport in der Industriestraße sowie der Neukauf und Einpflanzung von Bäumen für diese neue Straße wären nicht mehr vorhanden. Auf jeden Fall kommt eine solche Umpflanzaktion nicht so teuer, wie der Vorschlag der Stadt, von den nördlichen Anliegern 1,00 m bis 1,50 m Grund abzukaufen, denn da käme einiges auf die Stadt zu: neue Bepflanzungen und ebenfalls Umpflanzungen, auch von Großbäumen ( in diesem Erdreich liegen übrigens sehr viel Kabel), versetzen oder gar erneuern von Grundstückeingrenzungen, sowie sämtliche Werbeschilder, die alle am äußersten Rand der Grundstücke stehen, die meisten sind mit Beleuchtung und die Werbepyllon's mit Fundament fest in der Erde mit Beton verankert. Auch elektrische Rolltore befinden sich an verschiedenen Einfahrten. Natürlich auch noch der Betrag für die Grundstücks-qm .
Durch einen im Sept. 2001 hergestellten Kontakt übers Internet mit einem Großbaum-Umpflanzbetrieb in Frankfurt, lernte ich Herrn Hödicke kennen. Mit Herrn Hödicke vereinbarte ich für den 19.10.01 um 13:00 Uhr einen Besichtigungstermin. damit er sich die Bäume mal anschaut und begutachtet. Seine Entscheidung würde letztendlich dazu beitragen : umpflanzen oder nicht.Am 19.10.01 um 13:00 Uhr kam Herr Hödicke . Ich informierte die Stadtverwaltung worauf zu diesem Termin unser OB Wieder, Herr Bössenroth, Herr Schürrle (Betriebsamt) Herr von Osten (Grünflächenamt) und ein paar Leute vom NABU Frankenthal erschienen.
Herr Hödicke sortierte mal schon 3 Bäume aus, die nicht mehr zur Umpflanzung, wegen Baumschäden, geeignet wären . Die anderen 15 Bäume wären Problemlos umzupflanzen. Herr Wieder forderte ein verbindliches Kostenangebot. Herr Hödicke schlug aber dringend vor, eine Testumpflanzung mit 2 Bäumen vorzunehmen, die im Jahre 2001 erfolgen sollte.
Am 23.10.01 fand wieder eine Planungs-u. Umweltausschusssitzung statt, in der die Kostenrechnung besprochen werden sollte.
Die Testumpflanzung pro Baum beträgt 1830,- EURO (3580,- DM). Sollten alle umpflanzbaren Bäume umgepflanzt werden, 1567,- EURO (3065, DM) darin sind enthalten: Loch auf neuem Gebiet graben, Baum ausgraben, Baum transportieren, Baum einpflanzen, Baum 2 Jahre Nachversorgen.
Die Gegenrechnung Abzug von Abholzung 522,- EURO (1022,- DM). Versorgung vom Grünflächenamt 522,- EURO (1022,- DM). Doppelte Menge Baumersatz, wenn abgeholzt wird ???? DM.
Effektive Kosten für einen Baum ca. 522,02 EURO (1021,- DM)
Ab diesem Zeitpunkt bekam ich von der Stadt ein Spendenkonto Verwendungszweck Zürgelbaum Industriestr." eingerichtet um die Umpflanzkosten zu mindern. 2001 tätigte ich allerdings noch keinen Spendenaufruf, da die Weihnachtszeit vor der Tür stand und von der Stadt ebenfalls Spendenaufrufe für die 425 Jahrfeier der Stadtrechte Frankenthal ins Haus flatterten. Im Jahre 2002 und 2003 werde ich mich intensiv für die Spenden zur Umpflanzung einsetzen. Ich selbst habe am 31.10.01 500,-DM auf dieses Konto eingezahlt.
Nun müsste man eigentlich denken, alles wäre geklärt. Oh nein, der Stadt liegen keine Pläne über die Kabel im Erdreich vor, die aber dringend von Herrn Hödicke gebraucht werden. Am 07.11.01 wurden daher 2 Testlöcher an verschiedenen Stellen der Industriestr. gebuddelt. Und von Telekom habe ich der Stadt einen Plan besorgt Seitdem warte ich gespannt auf ein Treffen von Herrn Bössenroth und Herrn Hödicke, damit der neue Standort für die Testumpflanzung und die Kabel im Erdreich begutachtet werden.
Seit Nov. 2001 bekommt die Stadt es nicht in den Griff ein Treffen zu organisieren. Inzwischen hatten wir auch längere Frostperioden, die eine Umpflanzung bestimmt nicht begünstigen. Meiner Meinung nach sind das alles Verzögerungstaktiken. Erfahren hab ich auch jetzt (von SWR 3 , die mit unserem OB telefonierten), dass nur ein Baum testumgepflanzt werden soll. Ich werde alles daran setzen, dass 2 Bäume genommen werden, denn wenn ein Baum die Umpflanzung nicht überleben sollte, kann man nicht gleich Rückschlüsse ziehen, dass alle 18 Bäume nicht anwachsen
Am 17.11.01 habe ich 765 Zürgelbaumfrüchte geerntet, die Samen habe ich vom Fruchtfleisch entfernt und eingesät. Sollte ich das Glück haben, dass die kleinen Samen treiben, werde ich die Pflanzen zu Gunsten der Umpflanzkosten verkaufen.
In diesem Nov. u. Dez. kam kein Treffen mit Herrn Hödicke und Herrn Bössenroth mehr zu Stande. Am 21.01.02 telefonierte ich mit Herrn Hödicke um zu erfragen, ob sich Herr Bössenroth inzwischen mit ihm in Verbindung setzte. Er hatte Herrn Bössenroth am 18.01.02 angerufen, der leider nicht da war, ihm eine Nachricht mit der Bitte um Rückruf hinterlegen lassen. Die etwas längere Frostperiode, die wir hatten würde auf keinen Fall hindern Bäume umzupflanzen. Ich telefonierte mit Herrn Bruder am gleichen Tag ,um nachzufragen, wie viele Bäume nun umgepflanzt werden sollen. Er sagte mir, es wurde beim letzten Planungs- u. Umweltausschuss am 23.10.01 beschlossen 2 Bäume umzupflanzen. Er dachte , die Bäume wären schon längst umgepflanzt, er werde in der nächsten Stadtratssitzung danach fragen, wie es weitergeht.
Stadtratssitzung am 30.01.02 16:00 Uhr im Congressforum, ich war persönlich anwesend. Unter 13 aufgelisteten Punkten wurde die Anfrage der Grünen unter Punkt 12 bearbeitet.
Bruder: Stimmt es, dass am 07.11.01 die Testlöcher gegraben wurden, da laut Herrn Bössenroth von der Stadt, keine Kabelpläne vorhanden waren ?
OB
: nein, die Löcher sollen die 2 ausgesuchten Bäume markieren und offen legen, wie nahe die Kabel an den Bäumen liegen. Der östliche Baum könne nicht umgepflanzt werden, da ein Kabelkanal direkt am Baum liegt.( Das ist eine Privatverlegung zwischen 2 Sutter-Hallen, die aber beim verbreiterten Straßenbau nach meinem Wissen sowieso verlegt werden muss)
Bruder
: Muss dann nicht noch ein Baum ausgesucht und ein Testloch gegraben werden ?
OB
: Das wird jetzt geschehen.
Bruder: Warum passierte seit der Grabung am 07.11.01 nichts mehr?
OB
: Dazwischen lag eine lange Frostperiode.
Bruder
: Der Frost ist doch um, Bäume sollten doch in den Wintermonaten umgepflanzt werden
OB
: Die Stadt weiß, wann Bäume umzupflanzen sind.
Bruder
: Kennt man schon den Zeitpunkt und den neuen Standort der 2 Testumpflanzungen?
OB
: Wir müssen uns erst noch mal mit dem Großbaumumpflanzbetrieb in Verbindung setzen, damit er sich die Testgrabungen ansieht. Voraussichtlich kommen die Bäume an die Beindersheimer Str. in Höhe von Wendt SIT.

Am 08.02.2002 drittes Testloch gegraben. 22.02.02 07:30 Uhr: Stadt mit 2 Mitarbeitern an Testlöchern. Einer sitzt im Auto, der andere hantiert mit Metermaß an Testgrabung. Meine Frage war, was machen Sie da ? Antwort: wir sollen die Löcher vermessen (was immer das heißen mag), denn genau unter den Bäumen würde eine Gasleitung liegen. Das war für mich ein Schock. Nach einem Jahr erbittertem Kampf, Nervenkrieg unheimlichem Zeitaufwand, nicht zu reden von den Spenden die zur Umpflanzung schon eingingen, wird plötzlich eine Gasleitung entdeckt. Ich fühle mich von der Stadt verarscht.
Am 26.02.02 um 10:00 Uhr, wieder 4 Männer der Stadt vor Ort. Herr Schwarz vom Betriebsamt und die 2 gleichen Arbeiter der letzten Woche sowie noch ein Herr, der sich nicht vorstellte. Die Testlöcher wurden wieder (diesmal von Herrn Schwarz ) vermessen. Ein Gasrohr in 1,20 m Tiefe würde sich fast direkt unter den Bäumen sehrwahrscheinlich die ganze I-Straße entlang liegen. Keiner weiß, wer der Eigentümer dieses Rohres ist. Ein Plan liegt den Stadtwerken nicht vor, und die Stadtwerke haben dieses Rohr nicht gelegt. Normale Gasleitungen würden allerdings nur in 0,60 m Tiefe liegen. Zudem müsste dieses Rohr mindestens 25 bis 30 Jahre alt sein, da die Baumallee und die Parkbuchten danach erst angelegt wurden. Nach den Vermessungen bekamen dann die 2 Arbeiter von der Stadt, von Herrn Schwarz den Auftrag, die Löcher wieder zu verschließen.
Ich telefonierte gleich mit Herrn Biundo um Ihm diese Situation mitzuteilen. Er wolle heute Mittag vorbei kommen und sich diese Gasleitung ansehen und gleich Herrn Bössenroth informieren, dass die Löcher nicht zugeschüttet werden, da Herr Hödicke diese noch nicht begutachtet hat. Mit Herrn Biundo telefoniert am 28.02.02 , es handelt sich womöglich um eine Gasfernleitung von Saarferngas zur BASF, muss nachgeprüft werden ob diese noch in Betrieb ist. Nicht auszudenken, wenn diese Leitung jetzt nicht entdeckt worden wäre und bei der Verbreiterung der Nord-Unterführung beschädigt worden wäre, da für diese Leitung nirgends ein Plan vorliegt. Man wird sich jetzt bemühen, den Eigentümer und die derzeitige Verwendung der Leitung herauszufinden.
Am 05.03.02 um 16:00 Uhr Planungs-u. Umweltausschuss-Sitzung im Stadthaus. Ich hatte vor hinzugehen, aber um 15:30 rief mich unser OB Wieder pers. an, um mir mitzuteilen, dass die Bäume nicht umgepflanzt werden können, da sich direkt darunter eine Ferngasleitung in Betrieb befindet und dass (wohl eine plötzliche Entdeckung) über die Hälfte der Bäume Längsrisse hätten. Daher besuchte ich diese Sitzung nicht, das Ergebnis kannte ich ja schon. Ich recherchierte, ob diese Angaben stimmen.
Am 06.03.02 rief ich bei Saarferngas an und sprach mit Herrn Vogt, der mir bestätigte, dass hier eine Ferngasleitung liegt. Fast genau unter den Bäumen entlang läge eine Benzin u. Ölleitung und ca 1,00 bis 1,50m zur nördl. Seite eine Ferngasleitung in ca 1,00 m Tiefe, die wäre in Betrieb. Am 07.03.02 rief ich noch mal bei Herrn Vogt an und fragte, wo braucht man eigentlich Benzin und Ölleitungen, wo führen die hin? Er erzählte mir, dass diese Leitungen 1960 gelegt wurden und in 2 Tanks an der Beindersheimer Str. führten, die das Gemisch zu Gas umwandelten und die Bevölkerung versorgte. Ca. 10 Jahre später gab es Erdgas, dann sind diese Leitungen abgeschnitten und verstöpselt worden. Also Schrott unter den Bäumen.
Schon am 25.11.1996 bei einem Treffen des Planungs u. Vergabeausschusses wurde Herr Meier, Herr Wehner u. Herr Bössenroth nach diesen Leitungen gefragt, die aber alle bis zu diesem Zeitpunkt nichts davon wussten. Auch damals in den 80er Jahren kam es zu einem schweren Umweltunfall bei der Gleisverlegung bei dem das Grundwasser total verseucht wurde, keiner weis bis heute, ob die damals
beauftragte Fa. sämtl. Verunreinigungen entfernen konnte. 1998 war dann die Steuerleitung dieser Anlage kaputt. Am 08.03.02 wandte ich mich an Saarferngas Saarbrücken mit Mail und tel. es war Freitag Nachmittag, habe noch keine Rückantwort. Saarferngas wandte sich an die Frth.Saarferngas.

Telefonisch machte ich vor Ort Termin 11.03.02 um 15:00 Uhr bei Stadtwerke und danach Saarferngas Frth. um die Pläne einzusehen. Auf der südl. Seite der I-Straße liegt zwar eine Erdgasleitung, aber wo genau ist auch durch die Suchgräben nicht ersichtlich. Da ich seit kurzem eine schriftl. Rechtsverordnung zum Schutze der Bäume in Frankenthal in der Hand habe fallen alle Bäume der I-Straße unter Schutz, da sie in 1 m Höhe mehr als 0,80 m Umfang haben. Daher müssen alle Möglichkeiten zur Erhaltung der Bäume ausgeschöpft werden. Am 19.03.02 ging ein Brief mit Fotomontage I-Straße ohne Bäume an OB Wieder (Kopie an Ruckriegel u. Bruder) raus mit dieser Mitteilung und dem Vorschlag, sollten Leitungen im Weg liegen, umzulegen (Privatleute müssen das ja auch). Am 19.03.02 mailte ich auch unserer Umweltministerin Frau Margit Conrad mein Problem und unterrichtete kurz über die derzeitige Lage. Am 21.03.02 vormittags wurden die Suchgräben von der Stadt wieder zugeschüttet. Am 25.03.02 sprach ich mit Herrn Hödicke, der mir mitteilte, so ungefähr vor 3 Wochen von Herrn Bössenroth angerufen worden zu sein, mit der Aussage, unter den Bäumen liegt eine Gasleitung, die eine Umpflanzung unmöglich macht. Wochen vorher war Herr Hödicke auch zu einer Besichtigung der Suchgräben und dem zukünftigen Standort der Bäume in Frankenthal. Natürlich wäre er immer noch bereit, die Bäume im Herbst umzupflanzen. Am 26.03.02 schrieb ich einen Leserbrief in "Die Rheinpfalz" da ich noch von niemandem eine Reaktion erhielt.
05.04.02 Herr Bössenroth u. Herr Bruder um 9:00 Uhr vor Ort in der Industriestraße. Es wird noch mal ein Loch gegraben um die genaue Lage der Gasleitung auszumachen. Eine Leitungsverlegung käme auf eine halbe Million Mark. Am 08.04.02 wurde wieder ein Loch gegraben, und zwar gleich neben dem Baum und nicht in die Straße. In ca 1,50 m Tiefe liegt ein graues mit ca 20 cm Durchmesser Rohr, das direkt unter den Bäumen entlang läuft, Was drinnen ist weiß ich noch nicht. Das Erdgasrohr dürfte es nicht sein, da dies die Farbe gelb oder schwarz hat (laut Saarferngas). Es war nicht das Erdgasrohr. Am 10.04.02 wurde weiter in die Straße gegraben, nun wurde es gefunden, in ca 1,70 m Tiefe ca 0,80 m vom Baum entfernt mit ca 0,50 m Durchmesser, eine 400er Hochdruck Ferngasleitung. Herr Hödicke ist informiert, er wird sich die Sache ansehen und entscheiden ob eine Umpflanzung möglich ist. Am 24.04.02 ist wieder eine Stadtratssitzung in der das Thema Zürgelbäume noch mal behandelt wird.
Am 22.04.02 verschickte ich meine Pro und Contra Aufstellung Natur gegen Beton" an die Vorsitzenden des Planungs-und Umweltausschusses, Herrn Bruder, Frau Ruckriegel, Frau Hetzel und Herrn Biundo. Worauf Herr Biondo am 23.04.02 nachmittags gleich bei mir vor Ort war, um mit mir das frisch gegrabene Ferngassuchloch zu begutachten. Das vorher ersichtliche graue Leerrohr (grau u. ca 20 cm Durchm.) direkt unter den Bäumen waren nicht mehr zu sehen, da Grund abgebrochen und dadurch das Rohr verschüttet wurde.

Am 24.04.02 erhielt ich ca 14:30 Uhr den Plan von Zeichnungen über die Lage der Leitungen von 3 Suchgräben von Herrn Hödicke, den er von Herrn Bössenroth erhielt, in dem man erkennen sollte wie tief die Ferngasleitung liegt, gefaxt. In allen 3 Zeichnungen waren die Ferngasrohre mit Maßen eingezeichnet, obwohl sie bei den ersten beiden Grabungen im Februar gar nicht sichtbar waren. Den Plan faxte ich Herrn Biundo (Stadtratsmitglied CDU) noch vor der Stadtratsitzung zu. Herr Bruder bekam den Plan mit der Feststellung, dass die Maße nicht stimmen, von mir leider erst nach der Sitzung gefaxt. Die Antwort des Großbaumumpflanzbetriebes auf diesen Plan, laut Herrn Wieder bei der Stadtratssitzung am 24.04.02: unter diesen Umständen kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Ferngasleitung bei einer Umpflanzung beschädigt wird. Auch der Vorschlag einer 7,00 m breiten Straße führte zu einem Nadelöhr, da die Nordunterführung 7,50 m breit werden soll. Wir haben uns bemüht, doch werden wir das Kapitel abschließen.
Am 26.04.02 besuchte mich nachmittags Herr Gerhard Ahnen (Buntspecht) , mit ihm als Zeugen haben wir eine Tiefe des Rohres von 1,60 m festgestellt. Ich rief Herrn Hödicke an, ob dies einen Unterschied zu den Maßen von 1,20 m bei einer Umpflanzung ausmacht.
Herr Hödicke sagte sofort, natürlich macht dies einen Unterschied, das sind ganz andere Voraussetzungen. Bei einem solchen Vorhaben sind 0,40 m sehr wichtig. Er wolle die nächsten Tage doch mal vorbei kommen und sich das Loch mit Leitung ansehen.
Am Samstag den 27.04.02 ging ein Brief mit der Bitte um Aufklärung an OB Wieder raus Kopien an Bruder (Grüne), Heb (SPD) und Hezel (FWG). Herr Hödicke war am 30.04.02 um 11:30 Uhr vor Ort, wir haben ausgemessen, die Maße stimmen tatsächlich nicht. Trotzdem einigten wir uns, keine Umpflanzung vorzunehmen. Er fand es allerdings sehr schade, dass der Stadt keine andere Lösung einfällt um die Alleezu erhalten. Inzwischen ist auch noch ein Brief an das Straßenverkehrsamt in Speyer unterwegs, mit der Anfrage: ob es wirklich unmöglich ist, einen in beiden Richtungen befahrbarer Radweg in einen Kreisel einzubinden. Am 02.05.02 wurde der Suchgraben wieder zugeschüttet.
Am 04.05.02 erhielt ich auch einen Antwort-Brief von unserem OB in dem er mir mitteilte, dass ich ihn in meinem Brief zum Lügner gegenüber den Stadträten machte und keinerlei Diskussion zu diesem Thema mehr wünscht. Vom 30.05.02 und 02.06.02 teilte Frau Schmitt 100 ich 103 Rundschreiben, mit Informationen und eine Umfrage zum Thema Ausbau Industriestr. im ganzen Industriegebiet Nord aus, um den Anliegern bewusst zu machen, dass die Stadt auf "Teufel kommraus" baut und alle die Zeche zahlen.
Am 31.05.02 mit Herrn
Boos von Saarferngas gespr., die Hochdruckleitung hat in bestimmten Abständen einen Schieber mit dem man die Zufuhr von Gas stoppen und das Rohr entleeren kann, dies wäre aber mit Kosten verbunden. Herrn Hödicke angerufen 31.05.02 er werde trotzdem keine Umpflanzung vornehmen, da eine Beschädigung des Rohres mit seinen großen Maschinen nicht auszuschließen wäre und er dann die Kosten tragen müsse. Am 31.05.02 an Stadtbauamt Brief mit 13 Fragen geschrieben. An Stadtverwaltung Spendenkto-Stelle am 31.05.02 geschrieben, (sollte keine Umpflanzung stattfinden) mit der Bitte die Spenden zur Umpflanzung der Zürgelbäume zurückzuzahlen.

Mit Verkehrsamt in Speyer Herrn Helling am 03.06.02 telefoniert, ein in beiden Richtungen befahrbarer Radweg geht ohne Probleme in einen Kreisel einzubinden, die Radfahrer würden sogar durch die Bäumen vom Straßenverkehr geschützt. Eine 7,00 m breite Straße ist ausreichend für LKW-Verkehr, da die LKW,s mit ausgeklapptem Außenspiegel max. 2,85 m breit sein dürfen und auch in absehbarer Zukunft nicht breiter werden. Ob 7,00 m Breite wie ein Nadelöhr wirkt ist Ansichtsache.
Erhielt am 06.06.02 vormittags Anruf von Herrn Karl Sutter, er hatte mit OB Wieder telefoniert wegen der Kosten die auf uns zukommen. Er erhielt die Antwort, dass diese noch gar nicht ausgerechnet wären, und dass nach den Sommerferien eine Versammlung zum Thema Ausbau Industriestr. stattfinden wird.
Von Herrn Dörr am 07.06.02 einen Anruft erhalten, Baustelle steht still, da sich Risse auf seinem Gelände bilden. Heute Treffen bei ihm vor Ort um zu beratschlagen wie es weiter geht. Für Baueinhaltungsgrenzen zwei verschiedene Abgrenzstreifen als Kennzeichnung, einer von Saargas und einer von der Stadt. Zwei Tage später gingen die Bauarbeiten an der Unterführung rücksichtslos weiter.
Von Herrn OB Wieder einen Brief auf die Fragen ans Stadtbauamt erhalten Antwort: Die Fragen können nicht abschließend beantwortet werden., doch Ende Sept. wird nochmals eine Versammlung mit den Anliegern zu diesem Thema statt finden.
Die Rückmeldungen meiner Umfrage im Industr-Gebiet Nord waren positiv, keiner ist bereit die Fällung der Bäume zu finanzieren, auch die Straßenbreite von 7,00 m reicht jedem aus. Die Bewohner des Industrie-Gebietes Nord sind sehr verärgert, da ihnen jede Information von der Stadt gefehlt hat.
Diese Auswertung und noch viele weitere Fragen werde ich an dem Gesprächstermin am 04.09.02 bei unserem OB vortragen und hoffe auch durch die im Moment doch sehr großen Naturkatastrophen etwas zu bewirken. Gesprächstermin am 04.09.02 bei unserem OB : nicht sehr zufriedenstellend, (ich brachte ihm einen kleinen Zürgelbaum aus meiner Züchtung mit, worauf er sich bedankte und sagte: der muss erst noch in die Baumschule") Von einer Straßenbreite von 7,50 m wäre nie die Rede gewesen. Die Bäume müssen aber trotzdem gefällt werden, da sie auch bei einem Ausbau der Straße mit 7,00 m stören. Sollte ich eine Lösung finden, die an der nördl. Straßenseite mind. 1,00 m Fußweg und 7,00 m Straßenbreite aufweist und die Bäume immer noch nicht hindern, können wir noch mal darüber sprechen. Allerdings fordert er dann einen Gang mit mir zu einem Staatsanwalt bei dem ich mit meiner Unterschrift die Verantwortung für jeden umgefahrenen Fußgänger auf dem Fußweg übernehmen soll.
Ich wusste nicht, dass dies so üblich ist. Da ich trotz solcher Androhungen nicht aufgeben werde, brauche ich dringend Hilfe von einem Experten der auch um den Erhalt der Natur kämpft, und mir schriftlich geben kann, dass der Platz für eine 7,00 m Straße und einen Fußgängerweg ausreicht. Ich selbst habe schon x-mal die Straße ausgemessen, da kam ich auf 7,00 m Straßenbreite und einen Fußweg von 1,35 m. Mir selbst wird nichts geglaubt, ich muss mir immer Bestätigungen von außerhalb holen. Auf die Zustände an der Beindersheimer Str. angesprochen ( 1,80 m bis 2,00 m für Radfahrer und Fußgänger in beiden Richtungen) erhielt ich die Antwort: "das wird alles mal geändert."

Bei Abholzung der Bäume stehen noch keine Ersatzpflanzungen fest, ein Grün -(Abfall)streifen soll eingezogen werden. Ein Plan von der zukünftigen Straße liegt noch nicht vor. Dass nicht alle Anlieger der I-Straße über die Ausbaumaßnahme informiert wurden streitet Herr Wieder ab, obwohl ich es schriftlich vorliegen hatte.
Die Maßnahme Industriestraße nennt sich Ausbau und die Kosten werden auf das ganze Industriegebiet umgelegt. Das heißt bis zur Bahnlinie, Nordbrücke, Westring, Fa.Weismann, das ganze neue Gewerbegebiet westl. der Beindersheimer Str.. Der Ausbau soll im Frühjahr 2003 begonnen werden, das Industriestraßenfest soll dadurch um 1 Jahr verschoben werden obwohl der Termin zum 10. und 11. Mai 2003 schon im Jahre 2001 beim Ordnungsamt festgelegt wurde.
Um die Rückzahlung der Spenden für die Umpflanzung der Zürgelbäume will sich Herr Wieder persönlich kümmern. Die Spendengelder flossen erst nach einem Jahr wieder zurück zu den Spendern, das Geld in der Spendenbüchse übergab ich dem Tierschutzverein.
Am 10.09.02 ca 16:00 Uhr rief mich Herr Wieder an, um mir mitzuteilen, dass er in der nächsten Planungs-und Umweltausschuss-Sitzung den Vorschlag macht, die Straße mit den Bäumen, sowie die Parkbuchten so zu belassen wie sie ist, nur an der nördl. Seite soll der Radweg weg genommen werden. So entsteht eine 7,00 m Straßenbreite mit Fußweg von 1,35 m. Ich war persönlich anwesend, doch der Vorschlag von Wieder wurde skeptisch abgelehnt. Die SPD hatte ein Vorschlag, der für alle Parteien akzeptabel sein könnte, den östlichen Teil der Industriestr. von der neuen Unterführung aus mit 7,30 m breite bis zu der mittleren Industriestr. um 0,30 Meter zu verjüngen und genau so anzulegen (mit einer Allee) wie die übrige Straße. Doch die CDU ist bei uns im Stadtrat in der Überzahl und stimmte am 05.11.02 in einer Stadtratssitzung dagegen. Die Bäume werden gefällt.
Am 21.01.03 waren die Bäume früh morgens noch bei Dunkelheit in einer Nacht- und Nebelaktion ohne irgendwelche Ankündigung gefällt worden. Innerhalb 2 Std. war alles vorbei, nur die Stumpen wurden stehen gelassen, die bis heute den 12.05.2003 immer noch stehen und mir täglich Tränen in die Augen treiben.

Folgende Feststellungen erhielt ich auch von einem Experten:

Die Behörden einer Gemeinde sind nur treuhänderische Verwalter des Gemeineigentums,
Eigentümer dieses Gemeineigentums, und damit auch der Bäume, sind die Bürger.


© Rosemarie Kern •
Industriestraße 40 • 67227 Frankenthal
eMail:carlack.kern@t-online.de

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