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Licht für den Eichen-Nachwuchs
Blätter junger Traubeneichen
Foto: Modrow, Tobias
(8.2.2024) Wie sich die Erfolgsaussichten bei der Verjüngung von Traubeneichen verbessern lassen, das wurde nun im Projekt KlimaQuer aufgezeigt. In dem Forschungsvorhaben der Professur für Waldbau der Uni Freiburg, gefördert aus dem Waldklimafonds der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), wurde das Wuchsverhalten von Traubeneichen in Abhängigkeit vom Lichtgenuss untersucht. Aus den Ergebnissen lassen sich waldbauliche Maßnahmen für eine Baumart ableiten, die als Hoffnungsträger in Zeiten des Klimawandels gilt.

Trockenstress? Damit kommt die Traubeneiche relativ gut klar. Deshalb zählt sie zu den Hoffnungsträgern in Zeiten des Klimawandels. Doch bis Quercus petraea mit mächtigem Stamm und weiter Krone beeindruckt, muss sie erstmal die Jungwuchsphase überstehen. Diese ist bei der lichtliebenden Baumart kritisch.

Licht und Schatten

Erreicht in Altbeständen während der Etablierung der Eichenverjüngung zu viel Licht den Waldboden, dann dämmen Brombeere & Co den Wuchs der jungen Eichen ein oder übernehmen schnellwachsende Pionierbaumarten den Standort; erhalten die jungen Traubeneichen hingegen zu wenig Licht, dann setzt ihr die Fraktion der Schattbaumarten zu. Forstleute wissen über die schwierige Eichen-Verjüngung ein Lied zu singen.

Ein Mann hält ein Messgerät hoch
Das Wachstum von Traubeneiche und Konkurrenzvegetation wurde durch umfangreiche Strahlungsmessungen mit einem Solariscope in Bezug zur verfügbaren Strahlung gesetzt. Foto: Modrow, Tobias
Brombeeren als Konkurrenzvegation
Sind die Strahlungsbedingungen in der Etablierungsphase zu hoch, werden die jungen Traubeneichen häufig von krautiger Konkurrenzvegetation wie der Brombeere überwachsen und ausgedunkelt. Quelle: Modrow, Tobias
Zahlreiche Probeflächen

In dem Projekt KlimaQuer der Professur für Waldbau der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg konnten nun anhand zahlreicher Probeflächen genaue Erkenntnisse über die Verjüngungsökologie der Traubeneiche gewonnen werden. Das Forschungsteam untersuchte in fünf verschiedenen Regionen Deutschlands das Wachstum und die Konkurrenzfähigkeit von natürlich verjüngten Traubeneichen. Dabei wurde insbesondere der Einfluss von Strahlungsgenuss, Standort und Alter der Jungwüchse untersucht. Insgesamt wurden 57 Schirmschläge und 51 Bestandslücken analysiert, um die genauen Strahlungsverhältnisse zu ermitteln.

Genaue Wachstumsanalyse

Die Grundlage für die Analyse des Wachstums und Konkurrenzverhältnisses bildete die vergleichende Untersuchung der photosynthetischen Leistungsfähigkeit von Traubeneichen-, Rotbuchen- und Hainbuchenjungwüchsen sowie Brombeeren in Abhängigkeit vom Strahlungsgenuss. Die Daten zeigten, dass die photosynthetische Leistungsfähigkeit und das Trieblängenwachstum der Traubeneichenjungwüchse in Bereichen mit niedriger (weniger als 20%) und hoher (mehr als 50%) Strahlung stärker auf steigenden Lichtgenuss reagieren als in Bereichen moderater Strahlung (20-50%).

Jungeichen in der Etablierungsphase
In der Etablierungsphase reichen den jungen Traubeneichen 20-30% der Freilandstrahlung, um ihr Höhenwachstum durch die Bildung eines Johannistriebes signifikant zu steigern. Foto: Modrow, Tobias
Traubeneichen eines Jungbestands
Nach erfolgreicher Etablierung benötigt die Traubeneiche deutlich mehr Licht, um sich gegen schattentolerante Mischbaumarten durchzusetzen und zu stabilen Jungbeständen heranzuwachsen. Foto: Modrow, Tobias
Aus dem Halbschatten ans Licht

Basierend auf diesen Erkenntnissen empfehlen die Forscher, die Eichenverjüngung zunächst bei Strahlungsbedingungen von 20-30% der Freilandstrahlung zu etablieren. Dies ermöglicht ein ausreichendes Höhenwachstum der Eiche und hemmt gleichzeitig das Wachstum krautiger Konkurrenzvegetation wie der Brombeere. Sobald die jungen Eichen von dieser nicht mehr überwachsen werden können, wird empfohlen, die Strahlungsbedingungen auf über 50% zu erhöhen, um Höhenwachstum und Konkurrenzfähigkeit gegenüber Schattenbaumarten zu steigern und die Stabilität der Jungeichen zu erhöhen.

Handlungsleitfaden

Über den Schlussbericht hinaus wird die Professur für Waldbau der Universität Freiburg die Projektergebnisse noch in einen Handlungsleitfaden zur natürlichen Verjüngung der Traubeneiche übersetzen und dann als Download für die Forstpraxis anbieten.
(FNR)

Weitere Informationen
Projektblatt KlimaQuer
Waldklimafonds-Seminare


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