Klimawandel bedroht Feuchtgebiete - Waldwissen

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Klimawandel bedroht Feuchtgebiete
Feuchtgebiet mit Moorbirken
Moorbirkenwald Wolfsbruch. Foto: Klaus Kraatz
(10.2.2023) Die Wälder in Nordrhein-Westfalen beheimaten zahlreiche Feuchtgebiete, die Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten sind. Neben Quellgebieten und Bächen sind das vor allem die vom Klimawandel besonders bedrohten Moore. Sie leiden besonders stark unter den fehlenden Niederschlägen der letzten Jahre. Dabei geht es nicht nur um die geringeren Regenmengen, sondern auch um untypisch lange Trockenperioden, die empfindliche Torfmoose verdorren lassen.

Michael Elmer, Leiter Team Naturschutz bei Wald und Holz NRW: „Moore sind neben den Wäldern unsere besten CO2-Speicher. Wenn sie vertrocknen, verlieren sie ihre Speicherkraft und werden schnell zu zusätzlichen CO2-Quellen. Denn absterbendes Torfmoos setzt das gespeicherte Klimagas schnell frei. Ziel unserer Schutzmaßnahmen ist es daher vor allem, möglichst viel Wasser in den Feuchtgebieten zu halten. Das kann man zum Beispiel erreichen, indem man Abflussgräben verschließt.“

Wald und Holz NRW engagiert sich landesweit in mehreren Projekten für die Sicherung und Wiederherstellung von Feuchtgebieten. Ein Beispiel sind die Ebbemoore, um die sich das Regionalforstamt Kurkölnischen Sauerland zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Märkischen Kreis kümmert. Die Moorbirkenwälder wachsen auf Torfkörpern, die dort schon vor rund 6000 Jahren entstanden sind. Mit 1400 mm Jahresniederschlag herrschte in den Ebbemooren bisher eine sehr gute Wasserversorgung. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt in NRW bei 870mm. Die trockeneren Regionen des Niederrheinisches Tieflandes müssen mit lediglich 500mm Niederschlag auskommen. Seit 2018 gibt es den langjährigen Wasserüberschuss im Ebbegebirge aber nicht mehr. Die Moorbirkenwälder sind dadurch unter Druck. Selten waren sie ohnehin schon, denn die meisten der ursprünglichen Moore und Feuchtgebiete sind durch großflächige Entwässerungen aus der Landschaft verschwunden. Bei den aktuellen, sich verschärfenden Auswirkungen des Klimawandels, brauchen die feuchten Moorbirkenwälder eine besondere Aufmerksamkeit. Auch ein Grund, warum die Moorbirke in diesem Jahr Baum des Jahres ist.

Moorbirken in einem Feuchtgebiet
Moorbirkenwald Wilde Wiese. Foto: Klaus Kraatz

Feuchtgebiete haben auch für Tiere, die tief im Wald leben, eine überlebenswichtige Bedeutung. Der seltene Schwarzstorch, auch Waldstorch genannt, brütet in ruhigen abgelegenen Baumwipfeln größerer Waldgebiete. Zur Nahrungssuche braucht er gerade im Frühsommer geschützte Feuchtgebiete in Waldnähe, um Futter für seinen Nachwuchs zu finden. Neben dem Schwarzstorch sind hunderte Tier- und Pflanzenarten, wie die Moosbeere und die Große Torfschwebfliege durch ihre Lebensweise auf ganzjährig nasse Feuchtgebiete, wie die Ebbemoore angewiesen, um zu überleben. Diese wichtigen Naturoasen zu erhalten, ist auch eine Aufgabe der Forstleute von Wald und Holz NRW.
(Wald und Holz NRW | red)
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