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BGH bestätigt "Methode Koch" zur Schadensberechnung

Urteil des BGH vom 25. 1. 2013 - V ZR 222/12

 

BGH bestätigt Methode Koch zur Schadensberechnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Mit Urteil vom 25.01.2013 bestätigt der Bundesgerichtshof die Möglichkeit einer Schadensberechnung nach der bewährten "Methode Koch".


Der aktuellen Entscheidung liegt eine Streitigkeit zweier Grundstücksnachbarn zugrunde, die ihren Ursprung in der dauerhaften Verstümmelung einer 15 Meter langen und über 7 Meter hohen Thujenanpflanzung hat. Die Schnittmaßnahmen wurden von dem Nachbarn ohne Einwilligung des Grundstückseigentümer und zudem nicht fachgerecht durchgeführt. Das Ergebnis war nicht nur die dauerhafte Verstümmelung, einhergehend mit einer massiven Minderung der Funktionalität der Thujen, sondern auch der optische Eindruck des Grundstücks wurde erheblich beeinträchtigt. Ein Sachverständiger beziffert den Schaden nach der "Methode Koch" auf 4.000 EUR.


Der Beklagte verweigerte die Zahlung und es kam zum Prozess, der letztendlich bis zum BGH führte. Eine der aufkommenden Fragen war, nach welchen Kriterien der Schaden berechnet wird. Seit 1975 entspricht die Rechtssprechung des BGH der nach ihrem Begründer, dem mittlerweile verstorbenen Sachverständigen Werner Koch genannten "Methode Koch". Seit vielen Jahren hat sich diese Berechnungsmethode in der Praxis bewährt. Die "Methode Koch" (Sachwertverfahren) geht bei der Bestimmung der Schadensersatzhöhe davon aus, dass ein Baum ein wesentlicher Bestandteil des Gründstücks ist, eine Funktion für dieses ausübt und seine Beschädigung den Grundstückswert mindert. Diese Berechnungsmethode führt im Ergebnis zur Feststellung deutlicher Schadenshöhen.


Vermehrt konnte man in den letzten Jahren - u. a. von der Versicherungswirtschaft - die Forderung nach einer anderen Berechnungsmethode registrieren, die im Ergebnis zu wesentlich niedrigeren Schadenshöhen führt. Die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV2010) erschien als ideal, denn nach dieser Verordnung sind Gartenanlagen bereits im Bodenwert enthalten und können nicht mehr gesondert berechnet werden. Ein Geschädigter müsste demnach mit einem deutlich niedrigeren Schadensersatz rechnen.


Der BGH stellte jetzt fest, dass die Überlegung auf diese Verordnung zurückzugreifen falsch war:
„Sie ist auf den hier erforderlichen Vergleich eines konkreten Grundstücks vor und nach einem Schadensereignis aber nicht zugeschnitten. Würde sie auch der Schadensberechnung bei der Beschädigung von Gehölzen zugrunde gelegt, hätte dies zur Folge, dass der Grundstückswert unabhängig von dem Ausmaß der Beschädigung regelmäßig unverändert bliebe. Dass dies nicht richtig sein kann, liegt […] auf der Hand..“

 

Mit dieser aktuellen Entscheidung bestätigt der BGH, dass die "Methode Koch" auch zukünftig der richtige Ansatzpunkt ist, mit der Sachverständige Schäden berechnen können.

 

Ausführliche Informationen zu dem Urteil können Sie hier →einsehen

Foto: Godewind (Lizenz: CC BY-SA 3.0)

(red.)

 


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