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Sehr
geehrte Damen und Herren, bitte
befassen Sie sich mit folgenden Anliegen und versuchen Sie dabei, eine
umweltfreundlichere Lösung für Bayern zu finden:
Es geht um besseren Schutz der Bäume.
Seit Jahren arbeiten die bayerischen Straßenbauämter, aber
auch die Landratsämter im Winter getreu nach dem Motto: Viel Baumschnitt
bringt viel.
Dabei werden Bäume nicht nur ausgelichtet und "gepflegt",
wie behauptet wird, sondern immer häufiger radikal entfernt. Oft
auch unfachmännisch entstellt. Dazu kommen vielerorts die modernen
Maschinen, die an Grünstreifen vorbei fahren und alles was sich ihnen
entgegen stellt, einfach abreißen. Die sieht nicht nur entsetzlich
aus, es ist eine Zerstörung der arttypischen Pflanzenformen und eine
Verschwendung von öffentlichen Geldern.
Übrigens auch die lauten,
unnötigen Laubsauger und Gebläse !! Rückschnitte müssen
nach dem Motto ausgeführt werden: so viel wie nötig, aber
so wenig wie möglich ! Denn weniger kann auch mehr sein.
Schließlich wurde das Straßenbegleitgrün vor Jahren nicht
nur zum Spaß angepflanzt. Straßengrün mindert die Monotonie
der Straße, es ist ein kleiner Ausgleich für verloren gegangenes
Land und es bietet Lebensräume für allerlei Kleintiere. Letztlich
schützt es vor Seitenwind und Schneeverwehungen. Für das Landschaftsbild
ist das Grün sowieso unersetzlich. Verkehrssicherheit und Straßengrün
müssen keine Gegensätze darstellen. Als langjähriger Fahrlehrer
denke ich, mich mit diesen Dingen ein wenig auszukennen. Auch als langjähriger
Vorsitzender des Vereins "Baumschutz Coburg e.V."
Des weiteren muss endlich Schluss gemacht werden mit dem systematischen
Ausrotten gewisser Baumarten. Beispielsweise die Pappeln. Sie werden überall
gnadenlos gefällt, egal ob dies nötig ist oder nicht. Vorsichtshalber
sozusagen.
Es werden dann oft falsche Behauptungen aufgestellt, so z.B. Pappeln seien
mit 30 Jahren überaltert, was natürlich nicht stimmt. Pappeln
werden durchschnittlich 80 bis 120 Jahre alt. Was ihnen zuweilen fehlt,
ist eine Pflegeschnitt. Und um den zu umgehen, fällt man diese Bäume
einfach. Dabei sind Pappeln am richtigen Standort unverzichtbar. Als Pionierbäume
produzieren sie schon nach 20 Jahren genauso viel Sauerstoff wie eine
Eiche nach 120 Jahren. Auch hier müssen die ausführenden
Organe darauf hingewiesen werden, mehr Sensibilität walten zu lassen.
Es kann doch nicht sein, eine ganze Baumart auszurotten!
Es gibt Bundesländer mit mehr Wind als Bayern. Trotzdem stehen dort
solch große Bäume entlang von Straßen und Wegen
und sie werden akzeptiert. Es gibt keine guten oder bösen Bäume.
Die gesamte Vielfalt der Baumwelt ist für unsere gesunde, lebensfreundliche
Zukunft wichtig. Wer vom Klimaschutz, von Luftqualität, von Lebensqualität
redet, darf auch den Baumschutz nie vernachlässigen. Das gehört
zusammen. Gerade in einer Zeit, wo dieses Thema im Hintergrund steht;
bleibt es dennoch ein wichtiges Zukunftsthema für alle Generationen.
Wir wissen auch, welche fatale Folgen das jährliche "Winter-Baum-Fällen"
auf Privatleute haben. Sie tun nämlich das gleiche, entgrünen
ihre Grundstücke, versiegeln sie mit Betonsteinen und Teer, fällen
alle großen Bäume an Teichen, an Seen, Bächen und Flüssen.
In Wohnanlagen sowieso!
Und dort, wo überhaupt noch nachgepflanzt wird, kommen kleinkronige
Bäume zum Einsatz.
Ein Kugelahorn für eine Pappel. Welch ein Verlust für Landschaftsbild
und Kleinklima.
Deshalb bitte ich Sie eindringlich, die Ämter und Organe auf ein
baumfreundliches Arbeiten hinzuweisen und vor allem eine öffentliche
Aktion bayernweit für die lebensnotwendigen Bäume
zu starten. Auf allen Ebenen, auch in Kindergärten, Schulen, Kirchen,
Behörden und Verwaltungen.
Nicht nur am "Tag des Baumes" mit schönen Reden und netten
Kinderliedern.
Sondern Tag für Tag in der Praxis.
Denn "Tag des Baumes" muss eigentlich immer sein.
Bitte behandeln sie dieses Anliegen nicht als unwichtig, übertrieben
oder uninteressant. Es steht viel auf dem Spiel, vor allem wenn man dieses
Handeln auf die nächsten Jahre hoch rechnet.
Mit freundlichen Grüßen
Horst Schunk
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