Arboristik - Wissen

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Wie die Samenproduktion von Bäumen beeinflusst wird

Nordatlantische Oszillation wirkt sich nicht nur auf das Wettergeschehen aus


Buchenmast

(17.1.2018) Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL hat herausgefunden, dass die sogenannte Nordatlantische Oszillation (NAO) die Samenproduktion von Buche und Fichte in ganz Europa synchronisiert. Als Nordatlantische Oszillation (NAO) bezeichnet man eine Schwankung des Druckverhältnisses über dem Nordatlantik zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden. Die NAO hat einen großen Einfluss auf das europäische Klima- und Wettergeschehen – und offenbar auch auf die Samenproduktion von Waldbäumen. [ ...mehr ]
(Foto: Ulrich Wasem, WSL)

 

 

Tote Bäume haben zahlreiche und treue Begleiter

Hohe Artenvielfalt von Pilzen im Totholz


Tote Bäume haben zahlreiche und treue Begleiter

(11.1.2018) Holzbewohnende Pilze werden bislang wenig erforscht. Dabei sind sie für die Ökologie in Wäldern sehr wichtig, weil sie Totholz zersetzen und somit den kompletten Stoffkreislauf zwischen Pflanzen und Boden ermöglichen. Bodenbiologen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) haben nun herausgefunden, dass die Artenzahl von Pilzen im Totholz um das Zwölffache höher ist als bislang angenommen. Zudem werden Bäume nach ihrem Absterben artspezifisch von unterschiedlichen Pilzgemeinschaften besiedelt, schreiben sie im Fachmagazin ISME-Journal (Multidisciplinary Journal of Microbial Ecology). [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Wie Bäume miteinander kooperieren

Uni Halle wirbt internationales Graduiertenkolleg ein


Wie Bäume miteinander kooperieren

(6.1.2018) Großer Erfolg für die mitteldeutsche Biodiversitätsfor-

schung: Die Interaktion von Bäumen untereinander und die Folgen davon für das Ökosystem stehen im Zentrum eines neuen internatio-

nalen Graduiertenkollegs (GRK) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Doktorandenprogramm für die nächsten 4,5 Jahre mit rund 3,5 Millionen Euro. Das GRK wird in Kooperation mit der Universität der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking betrieben. Auf deutscher Seite haben die künftigen Promovierenden ihren Arbeitsort am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Leipzig. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

In den Alpen beginnt der Blattaustrieb immer früher

Schwindende zeitliche Differenz zwischen Berg- und Tallagen


Blattaustrieb bei einer Buche. Foto: Yann Vitasse, Univ. Neuchâtel/WSL

(27.12.2017) In den Alpen hat sich die zeitliche Verschiebung beim Blattaustrieb der Bäume zwischen den Hoch- und Tieflagen seit 50 Jahren stark verringert. Das ergab eine Studie der WSL und der Universität Neuenburg in Zusammenarbeit mit der ETH Lausanne und den Universitäten von Antwerpen und Peking, die in der Zeitschrift PNAS veröffentlicht wurde. Unter der Leitung des Biologen Yann Vitasse haben drei Forscher über 20 000 Beobachtungen analysiert, die seit 1960 von Freiwilligen in der Schweiz gemacht und von MeteoSchweiz gesammelt wurden. Sie betreffen die Zeitpunkte der Blatt- oder Nadelbildung der vier Baumarten Buche, Fichte, Lärche und Nussbaum. [ ...mehr ]
(Foto: Yann Vitasse, Univ. Neuchâtel/WSL)

 

DNA aus 13000 Jahre alten Föhren isoliert

Erbgut birgt Informationen über die Wiederbewaldung nach der letzten Eiszeit


DNA aus 13000 Jahre alten Föhren aus der Zürcher Binz isoliert

(21.12.2017) Ein Fund von Föhren aus der Steinzeit am Fuß des Üetlibergs in Zürich birgt spannende Informationen über die Wiederbewaldung nach der letzten Eiszeit. Es ist allerdings eine knifflige Sache, das Erbgut von so altem Holz zu isolieren. Dies ist Forschenden der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL nun gelungen. Es war wie ein Sechser im Lotto, als Daniel Nievergelt vom Jahrringlabor der WSL 2013 in einer Baustelle im Zürcher Binz-Quartier über 250 alte Baumstrünke entdeckte. Die Datierung ergab ein Alter von bis zu 14000 Jahren. Anhand der Jahrringe lässt sich das Klima nach der letzten Eiszeit rekonstruieren, als die ersten Waldbäume wieder den Alpenraum besiedelten, und so eine Lücke in der Klimazeitreihe schließen. Die Wissenschaftler hoffen auch, dass die DNA der Bäume ihnen verrät, wie die Wiederbewaldung des heutigen Schweizer Mittellandes nach dem Rückzug des Eises vor sich ging. [ ...mehr ]
(Foto: Gottardo Pestalozzi/WSL)

 

Artenverlust zerstört Ökosysteme

Das „Jena Experiment“ – ein Rückblick auf 15 Jahre Biodiversitätsforschung


Das Jena-Experiment

(10.12.2017) Ein Ökosystem stellt für den Menschen Naturleistungen bereit wie zum Beispiel die Fruchtbarkeit des Bodens, die Grundwasserqualität, die Produktion von Nahrungsmitteln oder auch das Bestäuben durch Insekten, was essentiell für viele Früchte ist. Deshalb sind intakte Ökosysteme fürs Überleben aller Lebewesen wichtig. Welche funktionelle Bedeutung hat somit das Sterben der Arten? Kann der weltweite Artenverlust dazu führen, dass Ökosysteme am Ende schlechter „funktionieren“? Um dies zu klären, wurde 2002 das „Jena Experiment“ etabliert, eines der größten Biodiversitätsexperimente weltweit. [ ...mehr ]
(Foto: Das Jena Experiment)

 

Biodiversität und Klimawandel

Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen


Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen

(23.11.2017) Wälder erfüllen zahlreiche wichtige Funktionen dann besonders gut, wenn sie reich an unterschiedlichen Baumarten sind. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie. Zudem muss man sich bei der Bewirtschaftung des Waldes nicht für ausschließlich eine Leistung, wie Holzproduktion oder Naturschutz, entscheiden, wie eine zweite Studie zeigt: Mehrere Leistungen von Waldökosystemen lassen sich gleichzeitig verbessern. Beide Studien wurden unter Federführung der Universität Leipzig und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) durchgeführt und in der Zeitschrift Ecology Letters veröffentlicht. [ ...mehr ]
(Foto: Christian Hüller)

 

Weltweit wachsen Stadtbäume schneller

Internationale Studie zur Wirkung des Klimawandels auf das Baumwachstum


Weltweit wachsen Stadtbäume schneller

(14.11.2017) Bäume in Metropolen wachsen weltweit seit den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts schneller als Bäume in ländlicher Umgebung. Dies belegt erstmals eine Studie zum Einfluss des städtischen Wärmeinseleffektes auf das Baumwachstum, die unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) durchgeführt wurde. Die Analyse des internationalen Forscherteams zeigt zugleich, dass das Wachstum der Stadtbäume schon seit Längerem sich verändernden Klimabedingungen ausgesetzt ist, was sich für Bäume im ländlichen Umfeld gerade erst einstellt. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Wer am Wald wohnt, hat eine gesündere Amygdala

Studie analysiert stressverarbeitende Hirnareale von älteren Großstädtern


Wer am Wald wohnt, hat eine gesündere Amygdala

(30.10.2017) Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsfor-

schung hat erstmals den Zusammenhang zwischen wohnortnaher Natur und der Hirngesundheit von Großstädtern untersucht. Das Ergebnis ist auch für die Städteplanung relevant. Lärm, Luftverschmutzung und viele Menschen auf engstem Raum: Das Leben in der Stadt kann chronischen Stress verursachen. So laufen Städter häufiger Gefahr an psychischen Leiden wie Depressionen, Angststörungen und Schizo-

phrenie zu erkranken als Landbewohner. Im Vergleich zeigen Städter eine höhere Aktivität der Amygdala (dt. Mandelkern, eine kleine Region im Innern des Gehirns, die eine wichtige Rolle bei der Stressverarbeitung und der Reaktion auf Gefahren spielt) als Landbewohner. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Pilze reagieren empfindlich auf wärmeres Klima

Einfluss auf Wechselwirkungen zwischen Bäumen, Pilzen und Boden


Pilze reagieren empfindlich auf wärmeres Klima

(23.10.2017) Verändern sich die Temperaturen aufgrund des Klimawandels, wird es auch im Boden wärmer – mit Folgen für die Pilzgemeinschaft. Was dies genau für die Pilze bedeutet, wurde in einem sechsjährigen Experiment am Stillberg in Davos untersucht. An der Waldgrenze erwärmten Forschende den Boden unter Lärchen- und Bergföhrenwäldern um 4°C. Dies entspricht einer Erwärmung, wie sie bis zum Jahr 2070 erwartet wird. Auf insgesamt 20 Testflächen legten sie dazu Heizkabel auf der Bodenoberfläche aus und heizten so die oberste organische Bodenschicht auf. DNA-Untersuchungen von Bodenproben und der Fruchtkörper der Pilze zeigten, dass sich die Artenzusammensetzung der Pilze durch die Erwärmung verändert hat. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Das Spätfrostrisiko nimmt in höheren Lagen zu

Paradoxe Konsequenz der Klimaerwärmung


Spätfrostschaden an Eiche

(3.10.2017) Im April 2017 hat eine plötzliche Frostwelle, insbesondere im Wallis (Schweiz), Weinberge und Obstbaumanlagen gefrieren lassen und damit bedeutende Ernteverluste verursacht. In den Wäldern ent-

standen an mehreren Baumarten ebenfalls erhebliche Schäden. Diese Einbrüche von Spätfrost könnten in Zukunft zunehmen, da die Vegeta-

tion im Frühjahr aufgrund der Klimaerwärmung immer früher einsetzt. In hohen Lagen ist die durch den Anstieg der Temperaturen bedingte Verschiebung des Vegetationsbeginns schneller vorangeschritten als die Verschiebung des Datums des letzten Frostes. Dadurch steigt das Risiko, dass junge Blätter oder Blüten dem Frühjahrsfrost ausgesetzt werden - und könnte sich in Zukunft noch weiter erhöhen. [ ...mehr ]
(Foto: Yann Vitasse, WSL/Universität Neuenburg)

 

Tropische Plantagen zerstören Biodiversität

Folgen der Abholzung von Regenwald in Südostasien untersucht


ölpalmplantage

(21.9.2017) Tropische Regenwälder sind durch die weltweite Nachfrage nach Produkten wie Pflanzenöl und Kautschuk bedroht. Die Umwand-

lung dieser tropischen „Biodiversitäts-Hotspots“ in landwirtschaftliche Plantagen hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Südostasien stark zugenommen. Ein Forscherteam der Universität Göttingen hat in einer groß angelegten Studie untersucht, wie sich die Umwandlung von tropischem Regenwald zu Kautschuk- und Ölpalm-Plantagen auf die Biodiversität der betroffenen Ökosysteme auswirkt. Die Wissenschaft-

lerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass sowohl die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten als auch die Anzahl der individuellen Tiere und Pflanzen abnimmt, insbesondere bei Tieren, die sich räuberisch ernähren. Darüber hinaus stellten sie fest, dass die Interaktion zwischen den verschiedenen Organismen reguliert, wie das gesamte Ökosystem auf die Umwandlung reagiert.[ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Laubwaldforschung - Ab in die Bäume!

Wie haushalten Bäume mit Licht, Wasser und Nährstoffen?


Laubwaldforschung

(8.9.2017) Im Sommerhalbjahr untersuchen Umweltwissenschaftler anhand von einzelnen Blättern, wie Bäume mit Licht, Wasser und Nährstoffen haushalten und wie dies die CO2 -Aufnahme ganzer Wälder beeinflusst. Hilfsassistentin Eva Merz steht am Fuß einer mächtigen Buche, mitten im Wald. Zwei Kletterseile hängen aus der Krone des Baumes hinab. In schwindelerregender Höhe turnen die Baumkletterer Markus Gysin und Anja Erni gut gesichert durchs Geäst, schneiden einen Zweig ab und seilen ihn an einer dünnen Leine sorgfältig ab. Merz greift sich den Zweig, löst ihn von der Leine. Messgeräte stehen bereit, zum Teil auf einem kleinen Campingtisch, die größeren Geräte auf dem Boden. Merz, die Austauschstudentin Aldara Sabuz Millàn und Postdoktorand Christoph Bachofen aus der Gruppe von ETH-Professorin Nina Buchmann beginnen sofort, die Blätter des abgeschnittenen Zweigs zu untersuchen. [ ...mehr ]
(Foto: ETH Zürich / Peter Rüegg)

 

Bäume binden im Alter große Mengen Kohlenstoff

Alte Bäume leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz


Bäume binden im Alter große Mengen Kohlenstoff

(23.8.2017) Auch alte Bäume nehmen viel Kohlenstoff auf und entziehen der Atmosphäre damit CO2 (Kohlendioxid). Dies wurde jetzt erstmals anhand von Bäumen aus dem Regenwald in Surinam nachgewiesen, wie Professor Michael Köhl vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) der Universität Hamburg im Fachjournal PLOS ONE berichtet. Damit leisten diese einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Michael Köhl und sein Team konnten zeigen, dass alte Bäume im letzten Viertel ihres Lebens zwischen 39 und 50 Prozent ihres gesamten Kohlenstoff-Anteils aufnehmen. Bisher galten ältere Bäume in dieser Hinsicht als wenig effektiv. Zwar lagern sie über die Jahre den gespeicherten Kohlenstoff (C) dauerhaft in Stamm und Ästen ein. Unklar war aber, ob sie noch maßgeblich neues C aufnehmen können. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

45.000 Jahre menschlicher Einfluss auf Tropenwälder

Regenwälder sind schon sehr lange nicht mehr „unberührt“


45.000 Jahre menschlicher Einfluss auf Tropenwälder

(18.8.2017) Die erste umfassende Studie über die globalen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Tropenwälder zeigt, dass menschliche Eingriffe diese Wälder bereits seit mindestens 45.000 Jahren verändern. Dieses Ergebnis widerspricht der Auffassung, dass Tropenwälder bis zum Aufkommen der modernen Landwirtschaft und der Industrialisierung unberührte Natur waren. Über Techniken, die von Brandrodung einzelner Abschnitte über Pflanzenanbau und Tierhaltung bis hin zum Kahlschlag reichen, üben Menschen seit Zehntausenden von Jahren einen dramatischen Einfluss auf das Ökosystem Wald aus. Die Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte und weiteren internationalen Partnern beschreibt drei Phasen der menschlichen Einwirkung auf die Tropenwälder: die Jäger- und Sammlerkultur, kleinbäuerliche Landwirtschaft und große urbane Siedlungen. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Neue Grundlagen verbessern Vegetationsmodelle

Aktuelle Studie fasst Ergebnisse aus 19 Dürreexperimenten zusammen


Sichtbare Trockenstress-Schäden bei einem Laubmischwald in Thüringen

(10.8.2017) Immer häufiger vorkommende Dürreperioden zerstören ganze Waldregionen und gefährden die Regulierungsfunktion der Wälder für das globale Klima. Die Zukunft des Waldes unter veränderten Klimabedingungen wird mit Vegetationsmodellen erforscht. Diesen fehlten bislang realistische Mechanismen für das Absterben von Bäumen bei Trockenstress. Eine neue Studie fasst Ergebnisse aus 19 Dürreexperimenten zusammen und zeigt auf, dass Bäume bei Dürre nicht nur verdursten, sondern auch verhungern. Die dabei erworbenen Kenntnisse liefern solide Grundlagen für die Verbesserung von Klima-und Vegetationsmodellen. [ ...mehr ]
(Foto: MPI-BGC, Susanne Héjja)

 

Wie wappnen sich Föhren gegen Trockenheit?

Neue Studie widerlegt umstrittene Hypothese


Föhren Trockenstress

(15.7.2017) Für Nadelbäume könnte es mit dem Klimawandel mancherorts im Alpenraum ungemütlich werden: Fachleute erwarten, dass sie mit häufiger auftreten den Trockenperioden vermehrt absterben. Tatsächlich gingen in der Folge der Trockenjahre 2003, 2011 und 2016 im Wallis (Schweiz) zahlreiche Föhren ein. Ein möglicher Grund könnte der Hungertod sein: Wenn die Bäume die Spaltöffnungen in den Nadeln schließen, um den Wasserverlust zu reduzieren, können sie auch ihre „Nahrung“ Kohlendioxid (CO2) nicht aufnehmen. Waldbewirtschafter und Förster überlegen sich deshalb, ob sie an Trockenheit besser angepasste Ersatzbäume pflanzen sollen, zum Beispiel solche aus dem Mittelmeerraum. [ ...mehr ]
(Foto: Christoph Bachofen, WSL)

 

Forschungsprojekt: Methylsalicylat in Birken

Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen


Forschungsprojekt: Methylsalicylat in Birken

(4.7.2017) Vor wenigen Tagen ist das disziplinübergreifende Forschungsprojekt „Methylsalicylat in Birken“ (Birch-MeSA) zur nachhaltigen Nutzung des natürlich in manchen Birkenarten vorkommenden entzündungshemmenden Wirkstoffs Methylsalicylat (kurz: MeSA) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gestartet. Ziel der Kieler Forschenden unter der Leitung des Instituts für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik (ILV) an der CAU ist es, Alternativen zur synthetischen Herstellung des Wirkstoffs und zugleich nachhaltige Formen des Birkenanbaus zu entwickeln. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Feuer, Sturm, Insekten

Klimawandel verstärkt das Risiko für Wälder weltweit


 Feuer, Sturm, Insekten

(22.6.2017) Dürre, Feuer und Wind gehören genauso dazu wie Insekten und Pilzbefall: sie alle bedeuten Stress für die Wälder der Erde – und sie alle reagieren auf den Klimawandel. Gut ein Drittel der Kontinente weltweit ist von Wäldern bedeckt, dennoch sind die Erkenntnisse zum Zusammenspiel dieser Störfaktoren im globalen Klimawandel bislang noch lückenhaft – denn oft werden sie nur isoliert voneinander und lokal betrachtet. Erstmals hat ein internationales Team von Wissenschaftlern nun auf der Basis von mehr als 600 Forschungsarbeiten der letzten 30 Jahre die möglichen Klimafolgen auf Störungen im Wald umfassend untersucht. Veröffentlicht im Fachjournal Nature Climate Change zeigen ihre Ergebnisse, dass in Zukunft mit zunehmenden Risiken für Wälder zu rechnen ist. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Klimastabilisierung: Bäume pflanzen reicht nicht

Alle Möglichkeiten nutzen, statt auf die beste zu warten


 Klimastabilisierung: Bäume pflanzen reicht nicht

(19.5.2017) Der Anbau von Pflanzen und das Speichern des von ihnen aus der Atmosphäre aufgenommenen CO2 ist kein brauchbares Mittel zur Stabilisierung unseres Klimas, wenn fossile Brennstoffe einfach unvermindert weiter verfeuert werden. Die Plantagen müssten im Fall eines solchen Versagens der Emissionsreduktion so groß sein, dass ihre Fläche entweder den Großteil der natürlichen Ökosysteme oder aber viele für die Nahrungsproduktion benötigte Felder und Äcker verschlingen würde. Sehr wohl aber kann der Anbau von Biomasse auf gut ausgesuchten Flächen und mit verstärkter Bewässerung oder Düngung eine Klimapolitik unterstützen, welche zugleich den Ausstoß von Treibhausgasen rasch und drastisch verringert. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Was alte Weißtannen-DNA über die Wälder der Jungsteinzeit verrät


Was alte Weißtannen-DNA über die Wälder der Jungsteinzeit verrät

(15.5.2017) Mit einer neuen Methode lässt sich Erbmaterial aus subfossilen Pflanzen- und Tierresten kostengünstig analysieren. Damit haben die Entwickler des Verfahrens der WSL und der Universitäten Lausanne und Bern die DNA von Weißtannennadeln in Tessiner Seesedimenten untersucht. Sie fanden Hinweise darauf, wie die Wälder auf den Beginn des Ackerbaus reagierten. Der Paläobotaniker Tinner fand in den Bohrkernen der Seesedimente Holzkohleablagerungen sowie Pollen von Getreide und eingeschleppten Unkräutern, die auf erste bäuerliche Aktivitäten vor etwa 7500 bis 5000 Jahren hinweisen. Dabei sind alle wärmeliebenden Weißtannenbestände des Tessins in der zweiten Hälfte des Holozäns ausgestorben, heute wachsen in diesen Lagen Edelkastanien. [ ...mehr ]
(Foto: Vassil / Wikimedia Commons / CC0 1.0)

 

 

Mit Googles Hilfe Ökosysteme vermessen

Einfluss von Bäumen auf städtische Ökosysteme in Megacitys


Mit Googles Hilfe Ökosysteme vermessen

(30.3.2017) Forschende des Future Cities Laboratory der ETH Zürich in Singapur haben eine Methode entwickelt, um den Einfluss von Straßenbäumen auf das Ökosystem zu messen. Sie nutzt 100 000 Bilder des Online-Dienstes Google Street View und trägt zum Verständnis über den Beitrag grüner Räume zur Nachhaltigkeit in urbanen Zonen bei. Wer kennt sie nicht an hochsommerlichen Tagen: die Flucht vor der drückenden Hitze unter das breite Blätterdach eines Baums, um sich dort etwas Kühlung zu verschaffen? Während entsprechende Temperaturen in der Nordhemisphäre momentan kein Thema sind, müssen sich Bewohner tropischer Städte wie Singapur das ganze Jahr über damit auseinandersetzen, wie sie sich vor hoher Sonnenstrahlung schützen. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Neue Arten entdeckt

Mikroparasiten tragen zur Stabilität des Ökosystems im Regenwald bei


Neue Arten entdeckt

(28.3.2017) Der tropische Regenwald zählt zu den artenreichsten Gebieten der Erde. Hier leben Tausende von Insekten-, Vogel- und Säugetierarten. Auch kleinere Organismen, mit bloßem Auge nicht sichtbar, sind hier heimisch, etwa sogenannte Protisten. Sie leben unter anderem in den Böden der Wälder. Forscher um Micah Dunthorn von der Technischen Universität Kaiserslautern haben sie genauer untersucht und ihr Genom analysiert. Dabei haben sie viele unbekannte Arten entdeckt; darunter auch Parasiten, die wahrscheinlich zur Stabilität des Ökosystems im Regenwald beitragen. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift „Nature Ecology and Evolution“ veröffentlicht. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Können Baumringe Vulkanausbrüche vorhersagen?

Suche nach besserem „Frühwarnsystem“ bringt unerwartete Erkenntnis


Hungrige Bäume

(10.3.2017) Auf der Suche nach besseren Indizien für bevorstehende Vulkanausbrüche sind Wissenschaftler der Eidg. Forschungsanstalt WSL und der ETH Zürich auf einen überraschenden Kandidaten gestoßen: Jahrringe von Bäumen könnten Eruptionen ankünden. Auf dieses mögliche Frühwarnsystem wurde Nicolas Houlié, Geophysiker an der ETH Zürich, im Jahr 2001 aufmerksam. Er bemerkte auf einem Satellitenbild eine drei Kilometer lange, grüne Line an der Nordostflanke des Ätna. Diese Linie spiegelt einen hohen sogenannten Normalized Difference Vegetation Index NDVI wieder – je höher dieser Wert, desto besser gedeiht dort die Vegetation. Das Erstaunliche: Genau entlang dieser Linie spie der Vulkan ein Jahr später Feuer. [ ...mehr ]
(Foto: Thomas Appert)

 

Hungrige Bäume

Forscher gehen Nährstoffverlusten im Wald auf den Grund


Hungrige Bäume

(9.3.2017) Er ist einer der wichtigsten Nährstoffe, und er wird auch im Wald immer knapper: Waldbäume verarmen seit den 1990er Jahren an Phosphor. Die Gründe sind noch weitgehend unbekannt. Biologen der Universität Hohenheim wollen gemeinsam mit rund zwei Dutzend anderen Forscherteams aus ganz Deutschland Licht ins Dunkel bringen und zunächst einmal grundlegende offene Fragen zum Phosphor-Kreislauf klären. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Teilprojekt an der Universität Hohenheim mit insgesamt über 550.000 Euro in sechs Jahren. [ ...mehr ]
(Foto: Universität Hohenheim)

 

Der Mythos vom unberührten Amazonaswald

Schon präkolumbianische Völker domestizierten Bäume


Der Mythos vom unberührten Amazonaswald

(5.3.2017) Bäume, die von präkolumbianischen Völkern domestiziert wurden, spielen bis heute eine wichtige Rolle in den Wäldern des Amazonas-Beckens. Die Vorstellung, dass die ausgedehnten Regenwälder vor der Ankunft der Spanier in Südamerika unberührt von menschlichem Einfluss waren, hat damit einen Dämpfer erhalten. Das berichtet ein internationales Team, zu dem auch Florian Wittmann vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz gehörte, in der Zeitschrift Science. Bereits vor etwa 8000 Jahren begannen die Völker Amazoniens, Pflanzen wie den Paranussbaum, den Kakaobaum oder die Kohlpalme zu domestizieren. Allerdings war bislang unklar, in welchem Umfang die Ureinwohner den Wald tatsächlich veränderten, etwa indem sie manche Bäume gezielt anbauten oder deren Samen über große Entfernungen verbreiteten. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Insekten auf dem Vormarsch

Wirtschaftlicher Schaden wird unterschätzt


Insekten auf dem Vormarsch

(17.2.2017) Infolge der globalen Erwärmung und des internationalen Handels können sich Insekten immer neue Gebiete erschließen. Dadurch entstehen große Kosten für Land- und Forstwirtschaft. Und diese werden in Zukunft noch ansteigen. So lautet das Fazit einer Studie des Französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS), die in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht wurde. Ein internationales Wissenschaftlerteam hatte über 700 wissenschaftliche Artikel, Bücher und Berichte ausgewertet, um Daten zu wirtschaftlichen Schäden von Insekten in Landwirtschaft, Forst und Gesundheitssystem zu sammeln. Dabei lag der Fokus auf besonders schädlichen Arten. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Neue Art von Moos entdeckt

Das Moos wächst auf nährstoffreicher Rinde von Laubbäumen


neue moosart

(10.2.2017) Ein Forscher der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL hat eine bislang unbekannte Moosart entdeckt. Das ist erstaunlich, weil die Moose des Alpenraums als sehr gut erforscht gelten. „Ich war äußerst überrascht, in einer so gründlich erforschten Region wie den europäischen Alpen noch eine neue Moosart zu finden“, sagt der WSL-Botaniker Thomas Kiebacher. Während Forschungsarbeiten in Südtirol im August 2014 sammelte er Moosproben an einem Walnussbaum, in der Annahme, die weit verbreitete Art Orthotrichum schimperi vor sich zu haben. Ihm fielen aber die Härchen auf der Kapselhaube auf, der sogenannten Kalyptra, die für diese Art gänzlich untypisch sind. [ ...mehr ]
(Foto: Michael Lüth)

 

 

Jährlich variierende CO2-Aufnahme der Wälder

Alte und artenreiche Wälder nehmen bei Klimaschwankungen stabiler Kohlendioxid auf


Jährlich variierende CO2-Aufnahme der Wälder

(30.1.2017) Wälder nehmen kontinuierlich Kohlendioxid (CO2) auf, das wichtigste Treibhausgas der Atmosphäre. Bedingt durch Klimaschwankungen variiert diese Aufnahme allerdings von Jahr zu Jahr. Denn während manche Wälder recht konstant CO2 umsetzen, reagieren andere eher wechselhaft und instabil gegenüber Klimaänderungen. Ein Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena fand nun zwei wesentliche Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen: Je älter die Waldbestände und je größer deren Artenvielfalt, desto konstanter und stabiler ist ihre Fähigkeit, CO2 aufzunehmen. Die Ergebnisse beruhen auf den Datensätzen von 50 weltweit verteilten Wäldern unterschiedlicher Klimazonen [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Zäpflein öffne dich

Fossile Zapfen verfügen über die ältesten beweglichen pflanzlichen Strukturen


Zäpflein öffne dich

(14.1.2017) Fossile Zapfen sind auch nach Millionen von Jahren noch zu den Biegebewegungen ihrer einzelnen Samenschuppen fähig. Das haben die Biologen Dr. Simon Poppinga und Prof. Dr. Thomas Speck von der Plant Biomechanics Group und vom Botanischen Garten der Universität Freiburg herausgefunden. Die untersuchten Zapfen verfügen damit über die ältesten bekannten pflanzlichen Strukturen, die sich noch bewegen, und können außerdem als Vorbilder für bionische Klappensysteme dienen. Die Forscher haben ihre Ergebnisse im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Von der Natur lernen

Mit künstlicher Fotosynthese gegen den Klimawandel


Von der Natur lernen

(4.1.2017) Das Treibhausgas Kohlendioxid könnte sich künftig mit einem neuen biologischen Mittel aus der Atmosphäre entfernen lassen. Denn ein Team um Tobias Erb, Leiter einer Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg hat nach dem Vorbild der Fotosynthese einen künstlichen, aber komplett biologischen Stoffwechselweg entwickelt, der Kohlendioxid aus der Luft mit 20 % höherer Effizienz bindet, als das Pflanzen fotosynthetisch schaffen. Die Forscher haben das neue System zunächst am Reißbrett geplant – und dann im Labor in die Realität umgesetzt. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Wenn Pflanzen wachsen

Wurzeln „sehen“ auch im Boden Licht


Wurzeln sehen auch im Boden Licht

(26.12.2016) Die Wurzeln von Pflanzen können auch im Boden Licht wahrnehmen und damit ihr Wachstum an die Lichtbedingungen der Umgebung anpassen. Das lässt eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena und der Nationalen Universität Seoul in Korea vermuten. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeit-

schrift „Science Signaling“ veröffentlicht. Licht steuert nahezu alle Aspekte von Wachstum und Entwicklung bei Pflanzen. Verschiedene Photorezeptoren erkennen ein weites Spektrum an Wellenlängen, um die Umgebung wahrzunehmen. Offenbar beeinflusst das Licht nicht nur die oberirdischen Teile, sondern auch das Wurzelsystem im Boden. [ ...mehr ]
(Symbolfoto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Wie Pflanzen ihre Blätter abwerfen

Einen der grundlegenden Prozesse in der Pflanzenwelt entschlüsselt


Wie Pflanzen ihre Blätter abwerfen

(19.12.2016) Laubabwurf und Blutzuckerspiegel – zwei Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Doch das täuscht: Beide Vorgänge werden durch Hormone mit Protein-Struktur, sogenannte Peptidhormone, reguliert. Beim Blutzucker ist dies das allgemein bekannte Insulin. Dass Peptidhormone auch bei Pflanzen eine wichtige Rolle spielen, weiß man erst seit wenigen Jahren. Doch eine Frage war bis jetzt noch völlig offen: Wie die Pflanze solche Peptidhormone bildet. Prof. Dr. Andreas Schaller, Pflanzenphysiologe an der Universität Hohenheim, hat nun mit seinem Team herausgefunden, wie diese Peptidhormone gebildet werden – und damit einen der grundlegenden Prozesse in der Pflanzenwelt aufgeklärt. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Verjüngung tropischer Wälder in Gefahr

Rückgang großer fruchtfressender Vögel stellt ernste Bedrohung dar


Verjüngung tropischer Wälder in Gefahr

(16.12.2016) Eine neue Studie belegt die Bedeutung großer fruchtfressender Vögel für die Verjüngung tropischer Wälder. Pflanzenarten mit großen Samen entwickeln zwar häufiger Keimlinge als Pflanzenarten mit kleinen Samen. Sie sind aber in ihrem Bestand gefährdet, da die Verbreitung großer Samen von großen Vögeln abhängt. Der Rückgang großer fruchtfressender Vögel aufgrund von Bejagung und anderen menschlichen Eingriffen ist daher eine ernste Bedrohung für Tropenwälder, konstatieren Senckenberg-Wissenschaftler in der kürzlich im Fachjournal „Oikos“ erschienenen Studie. [ ...mehr ]
(Foto: Matthias Schleuning, Senckenberg)

 

 

Biologen entschlüsseln Ursprung von Spaltöffnungen

Gemeinsamen Vorfahren von Blütenpflanzen und Moosen


Biologen entschlüsseln Ursprung von Spaltöffnungen

(12.12.2016) Ein internationales Forschungsteam hat aufgedeckt, welcher genetische Mechanismus die evolutionäre Entwicklung von Stomata – Spaltöffnungen, über die Pflanzen Kohlendioxid aufnehmen sowie Wasserdampf und Sauerstoff abgeben – ursprünglich ermöglicht hat. Dies gelang den Forscherinnen und Forschern, indem sie den für Blütenpflanzen wie die Ackerschmalwand schon zuvor bekannten Vorgang im Kleinen Blasenmützenmoos entschlüsselten und dabei Parallelen aufzeigten, die sie auf einen gemeinsamen Vorfahren von Blütenpflanze und Moos zurückführen. Das Team unter der Leitung der Biologen Prof. Dr. Ralf Reski von der Universität Freiburg und Prof. David J. Beerling von der Universität Sheffield/England hat seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Plants veröffentlicht. [ ...mehr ]
(Bild: Dr. Stefanie Müller)

 

 

Lichtschalter im Herbstlaub

Gelbe Chlorophyll-Abbauprodukte sind umgebungsabhängige Photoschalter


Lichtschalter imHerbstlaub

(2.12.2016) Bevor Bäume im Winter ihre Blätter abwerfen, bieten sie uns zum Abschied noch ein herbstliches Farbenspiel in Rot-, Orange- und Gelbtönen. Ursache ist der Abbau des grünen Blattfarbstoffs Chlorophyll. Dabei entstehen unter anderem gelbe Phyllobiline, die, wie österreichische Wissenschaftler in der Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten, außergewöhnliche chemische Eigenschaften zeigen: Sie agieren als vierstufige molekulare „Schalter“, die in Abhängigkeit von ihrer chemischen Umgebung auf unterschiedliche Weise durch Licht geschaltet werden. Beim Abbau von Chlorophyll entstehen sogenannte Phyllobiline. Die meisten sind farblos, aber in Blättern kommen auch gelbe vor, die Phylloxanthobiline. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Erdbeben-Schutzmantel aus Bäumen

Wälder lenken seismische Welle um und verhindern Gebäudeschäden


Erdbeben-Schutzmantel aus Bäumen schirmt Bauwerke ab

(29.11.2016) Wissenschaftler des Imperial College London haben einen natürlichen Schutzmantel für Gebäude entwickelt, der diese für Erdbeben „unsichtbar“ macht. Der Ansatz beruht auf der Pflanzung von Bäumen, die in gewissen Frequenzbereichen zu oszillieren beginnen. Durch ihre Interaktion werden die seismischen Wellen unterbrochen, die durch ein Erdbeben resultieren. Dabei geht es den Forschern darum, historische Bauwerke wie Schlösser oder Kirchen im Falle von Naturkatastrophen zu schützen. Zu Testzwecken wurden Schwingungen mithilfe eines Krans erzeugt. Die Intensität ist mittels Seismometer gemessen worden. Den Testergebnissen zu-

folge haben die umstehenden Baume Schutz vor Oberflächenwellen in gewissen Frequenzen geboten. [ ...mehr ]
(Foto: imperial.ac.uk)

 

 

Im Regenwald sorgt Regen für neuen Regen

Wissenschaftler erforschten die Regenentwicklung über dem Amazonasregenwald


Im Regenwald sorgt Regen für neuen Regen

(30.10.2016) In einer gemeinsamen Studie haben Forscher untersucht, wie sich Wolken und damit Regen über dem Amazonasregenwald entwickeln. Sie fanden heraus, dass dort winzige Aerosolpartikel, die anschließend zu Wolkenkeimen werden, aus höheren atmosphärischen Schichten in die Luftschicht gebracht werden, aus der Wolken entstehen. Dafür sorgen die Abwinde, die bei Regen entstehen. Regen ist im Amazonaswald also die Voraussetzung für neuen Regen. Da es in diesem Gebiet keine Aerosolpartikel aus anthropogenen Quellen gibt, könnten diese Erkenntnisse erklären, wie Wolken und Niederschlag vor der Industrialisierung der Erde entstanden. [ ...mehr ]
(Foto: Christopher Pöhlker, MPI für Chemie)

 

 

Das Geheimnis langlebiger Pflanzen

Wiener Forscher ergründen Mechanismus für Fortpflanzung mit geringen Mutationen


Das Geheimnis langlebiger Pflanzen

(25.10.2016) Der älteste individuelle Organismus, der auf der Welt lebt, ist ein Baum, er ist mehr als 5.000 Jahre alt. Alle Pflanzenorgane wie Blätter, Stengel und Blüten entstehen aus einer Stammzellengruppe, dem Sprossapikalmeristem. Diese Zellen müssen sich teilen, um neue Organe zu erzeugen. Während der Zellteilung passieren aber Mutationen. Das hat zu der langjährigen Hypothese geführt, dass langlebigere Pflanzen mehr Genmutationen an ihre Nachkommen weitergeben als kurzlebige. Zu viele Mutationen, die sich über Generationen anhäufen, können letztendlich dazu führen, dass Nachkommen der Pflanze nicht mehr lebensfähig sind. Eine kürzlich erschienene neue Forschungsarbeit bringt nun eine mögliche Erklärung, wie manche Pflanzen trotzdem so lange leben können. Das Wiener Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften war daran maßgeblich beteiligt. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Sibirische Lärchenwälder sind noch auf Eiszeit gepolt

Vegetation der Taiga hinkt dem Klima viele Jahrtausende hinterher


Sibirische Lärchenwälder sind noch auf Eiszeit gepolt

(17.10.2016) Die sibirischen Permafrostregionen gehören zu jenen Gebieten der Erde, die sich im Zuge des Klimawandels besonders schnell erwärmen. Dennoch beobachten Biologen derzeit nur ein minimales Anpassungsverhalten der Baumvegetation. Dort, wo gemessen an der Lufttemperatur längst Kiefern- und Fichtenwälder wachsen müssten, gedeihen noch immer sibirische Lärchen. Ein Paradox, dessen Ursache Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes, der Universität Köln und internationaler Partnerinstitute mithilfe Millionen Jahre alter Blütenpollen auf die Spur gekommen sind. Den Ergebnissen zufolge gab in der Vergangenheit stets der Kältegrad einer Eiszeit den Ausschlag dafür, wie schnell sich im Anschluss die Vegetation an das Warmzeitenklima anpasste. In unserem Fall heißt das: Weil die letzte Eiszeit ausgesprochen kalt war, hinkt die Vegetation der Taiga dem Klima viele Jahrtausende hinterher. [ ...mehr ]
(Foto: Alfred-Wegener-Institut/Stefan Kruse)

 

 

Molekularer Winterspeck bei Pflanzen

Neue Mechanismen der Frosttoleranz von Pflanzen aufgedeckt


Neue Mechanismen der Frosttoleranz von Pflanzen aufgedeckt

(4.10.2016) Pflanzen können sich nicht einfach ein geeigneteres Umfeld suchen, wenn ihnen die Standortbedingungen nicht mehr passen. Stattdessen haben sie ausgeklügelte molekulare Anpassungsmechanismen entwickelt. Wie Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum München und der University of Nottingham jetzt zeigen konnten, erhöhen die bislang vor allem als Wachstumshormone bekannten Brassinosteroide die Resistenz von Pflanzen gegenüber Frost. „Kältestress gehört zu den Umwelteinflüssen, die direkte Auswirkungen auf das Wachstum und den Ertrag von Pflanzen zeigen“, sagt die Pflanzenmolekularbiologin Prof. Brigitte Poppenberger. Mit ihrer Arbeitsgruppe im TUM-Fachbereich für Biotechnologie gartenbaulicher Kulturen untersucht sie die Mechanismen, mit denen sich Pflanzen äußeren Einflüssen anpassen. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

1191 Baumarten wachsen in El Salvador

Checkliste für Gehölze erstmals veröffentlicht


1191 Baumarten wachsen in El Salvador

(27.9.2016) Das mittelamerikanische Land El Salvador ist, auf Bäume bezogen, erstmals kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte. 1191 Baumarten wachsen in El Salvador, nahezu 90% davon sind dort heimisch. Die hohen Zahlen überraschen, denn El Salvador ist vermutlich das am stärksten von Entwaldung betroffene Land des amerikanischen Kontinents. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team von BotanikerInnen aus Berlin und El Salvador. Der letzte von drei Bänden der Baumcheckliste El Salvadors wurde gerade veröffentlicht. Es ist das Ergebnis aus über 30 Jahre dauernder Forschung. Ungefähr ein Viertel der Artenvielfalt des mittelamerikanischen Landes wird damit erstmals umfassend dokumentiert. [ ...mehr ]
(Foto: Wikimedia Commons / CC0 1.0)

 

 

Vom Saulus zum Paulus

Symbiontischer Pilz hilft Pflanzen bei Trockenheit


Symbiontischer Pilz hilft Pflanzen bei Trockenheit

(16.9.2016) Vom Saulus zum Paulus gewandelt: Ein Pilz verlor im Laufe der Evolution bestimmte Gene, deren Aktivität seiner Wirtspflanze hätte schaden können. So konnte er mit dieser eine Lebensgemeinschaft eingehen. Zudem hilft er ihr, Trockenzeiten zu überstehen. Dies ergab die erstmalige Analyse des Genoms von Cenococcum geophilum, das ein Team unter der Leitung der Eidg. Forschungsanstalt WSL und des französischen Forschungsinstituts INRA entschlüsselt hat. C. geophilum ist ein sogenannter Mykorrhizapilz, der mit Waldbäumen in einer Lebensgemeinschaft (Symbiose) lebt. Die Pilzfäden wachsen im Boden sowie in und um die Wurzelspitzen von Bäumen und helfen ihnen mit diesem feinen Netz, Nährstoffe und Wasser aus dem Boden aufzunehmen. Zu den Mykorrhizapilzen gehören so bekannte Speisepilze wie Steinpilz, Eierschwamm und Trüffel. [ ...mehr ]
(Foto: Cwfernandez / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)

 

 

Vom Drachenbaum zum Werkstoff

Die Natur als Ideengeber für den Leichtbau


Vom Drachenbaum zum Werkstoff

(9.9.2016) Ein Forschungsteam der Universität Freiburg und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat die Grundlagen dafür erarbeitet, technische Faserverbundverzweigungen nach dem Vorbild von Ast-Stamm-Anbindungen zu entwerfen. Mithilfe von hochauflösen-

den Magnetresonanz-Bildgebungsverfahren ist es den Wissenschaft-lerinnen und Wissenschaftlern dabei erstmals gelungen, am lebenden Drachenbaum zu beobachten, wie sich das pflanzliche Gewebe bei Belastung verschiebt. Technische Faserverbundverzweigungen, die sich ähnlich verhalten wie das natürliche Vorbild, könnten künftig zum Beispiel in architektonischen Tragwerken, Fahrradrahmen oder in Autokarosserien zum Einsatz kommen. Das Team hat die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht. [ ...mehr ] (Abb.: kes / pixabay.com)

 

 

Das Rätsel der Monodominanz

Wie im Regenwald natürliche Monokulturen entstehen


Das Rätsel der Monodominanz

(6.9.2016) Tropische Regenwälder sind die artenreichsten Gebiete der Erde. Trotz dieser Vielfalt gibt es einzelne Inseln, in denen eine Baumart vorherrscht. Für dieses Phänomen, Monodominanz genannt, haben Wissenschaftler jetzt eine Erklärung gefunden: Eine Baumart kann den Wald im Laufe von Jahrhunderten auf natürliche Weise dominieren, wenn sie mehr in das Gewicht ihrer Samen investiert als die Konkurrenz und diese Samen auch weniger weit ausgebreitet werden. Als Monodominanz wird in der Ökologie ein Zustand bezeichnet, bei dem mindestens 60 Prozent, oft sogar 90 Prozent der Bäume eines natürlichen Waldes zur selben Baumart gehören. Von mindestens 22 Arten aus acht Familien ist bekannt, dass sie solche Waldflächen bilden. Wie sie dies machen, ist ein Rätsel, über das Ökologen seit Jahrzehnten spekulieren. [ ...mehr ]
(Foto: X. van der Burgt, RBG Kew)

 

 

Biodiversität kann Klimarisiken mindern

Umfassenden Computer-Simulationen zeigen dies anhand des Amazonas-Gebiets


Amazonaswald - Biodiversität kann Klimarisiken mindern

(31.8.2016) Wald mit einer großen Vielfalt von Pflanzen kann besser auf Klimastress reagieren. Erstmals konnten Forscher dies jetzt für das Amazonas-Gebiet in umfassenden Computer-Simulationen, die den Artenreichtum von Bäumen dort mit einberechnen, zeigen. Biodiversität kann demnach ein wirksames Mittel sein, Klimarisiken abzumildern, und sollte nicht nur im Naturschutzkontext betrachtet werden. Nie zuvor ist dieses Kräftespiel so genau und umfassend in eine biogeochemische Simulation von Vegetation und Klimawandel eingebaut worden, dies ist ein wichtiger Schritt vorwärts für die noch bessere Modellierung des Erdsystems. [ ...mehr ]
(Foto: Wikimedia Commons, CC0 1.0)

 

 

Ökosystemfunktionen in Ölpalmplantagen reduziert

Auswirkungen der Umwandlung von Tieflandregenwäldern bewertet


Ölpalmplantage

(17.8.2016) Die Umwandlung von tropischen Tieflandregenwäldern in Ölpalmplantagen hat große Auswirkungen auf Umwelt und Menschen. Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Göttingen, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig sowie der indonesischen Bogor Agricultural University hat erstmals eine vollständige und multidisziplinäre Bewertung aller Ökosystemfunktionen in Ölpalmplantagen im Vergleich zu Tieflandregenwäldern vorgenommen. Dabei fanden die Forscher heraus, dass in Ölpalmplantagen elf von 14 Ökosystemfunktionen rückläufig sind, einige mit irreversiblen globalen Folgen. [ ...mehr ] (Foto: Kerstin Wiegand)

 

Wie eingewanderte Pflanzen ein Ökosystem beeinflussen

Die Interaktion mit anderen Arten am Beispiel einer Akazie


Acacia longifolia

(30.7.2016) Die in Australien heimische Acacia longifolia ist eine Akazienart aus der Familie der Schmetterlingsblüter, die in Portugal zunächst zur Befestigung von Dünen sowie als Zierpflanze kultiviert wurde und sich jetzt unkontrolliert ausbreitet – was sich auf einheimische Arten unterschiedlich auswirkt. Da sie aufgrund einer Symbiose mit Bakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft nutzen kann, schnell wächst und viel Biomasse produziert, reichert sie das natürlicherweise nährstoffarme Dünenökosystem mit Stickstoff an und hat damit eine unerwünschte Düngewirkung. Außerdem nutzt sie mehr Wasser als einheimische Arten. Die Ökologinnen Prof. Dr. Christiane Werner und Christine Hellmann sowie der Ökologe Dr. Jens Oldeland stellen im Fachmagazin „PLOS ONE“ einen neuen Ansatz vor, um zu bestimmen, in welchen räumlichen Gebieten die Akazie mit einheimischen Arten interagiert. [ ...mehr ] (Foto: josh jackson / Wikimedia Commons / CC BY 2.0)

 

 

Der Ursprung der Photosynthese

Deutsch-französisches Team löste biologisches Rätsel


Der Ursprung der Photosynthese

(26.7.2015) Die Umwandlung von Licht in chemische Energie, die Photosynthese, ist einer der wichtigsten biologischen Prozesse auf Erden. Photosynthese findet in den grünen Teilen von Pflanzen und Algen statt und bildet die Grundlage für die Ernährung von Pilzen, Tieren und Menschen. Als weiteren positiven Effekt verringert sie die Konzentration des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Luft. Ein internationales Team mit den Freiburger Wissenschaftlern Prof. Dr. Oliver Einsle und Prof. Dr. Ralf Reski hat in einer Studie am Moos Physcomitrella patens die Struktur, Wirkweise und Abstammung von zwei Enzymen aufgeklärt, die von zentraler Bedeutung für die CO2-Fixierung sind. Das Team hat gezeigt: Im Laufe der Evolution haben Gene aus allen drei Domänen des Lebens zur CO2-Fixierung in Pflanzen beigetragen. [ ...mehr ] (Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Wurzeln bestimmen über den Kohlenstoffhaushalt

Mehrjähriges Experiment brachte überraschende Erkenntnis


Wurzeln regieren über den Kohlenstoffhaushalt von Pflanzen

(19.7.2016) Wenn Pflanzen unter Trockenheit leiden, drosseln sie ihre „Nahrungsaufnahme“, die Photosynthese, und damit die Aufnahme von CO2. Diese Bremse wird aber nicht wie bisher angenommen ausschließlich von den Blättern gesteuert, sondern primär von den Wurzeln. Dies ergab ein mehrjähriges Experiment unter Leitung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Das Team um Matthias Arend und Frank Hagedorn von der WSL berichtet nun im renommierten Fachjournal „Nature Plants“, dass sich weitere Regisseure für die Regulierung der Photosynthese unter der Erdoberfläche befinden: die Wurzeln. [ ...mehr ]

(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

Mauerblümchen des Erdsystems

Algen, Flechten und Moose binden riesige Mengen Kohlendioxid und Stickstoff


Algen, Flechten und Moose binden riesige Mengen Kohlendioxid und Stickstoff aus der Atmosphäre und beeinflussen so auch das Klima

(10.7.2016) In Städten sind Algen, Flechten und Moose meist nicht beliebt und werden oft von Dächern und Mauern entfernt. Sie nur als störend wahrzunehmen, tut den kryptogamen Schichten, wie der flächige Bewuchs wissenschaftlich bezeichnet wird, aber völlig Unrecht. Wie Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz im Jahr 2012 herausgefunden haben, nimmt der meist unauffällig aussehende Bewuchs riesige Mengen Kohlendioxid und Stickstoff aus der Luft auf und fixiert diese an der Erdoberfläche. Er macht etwa die Hälfte der natürlichen Stickstofffixierung an Land aus und nimmt so viel Kohlendioxid auf, wie jährlich durch Waldbrände und Biomasseverbrennung entsteht. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Sekundärwälder können große Mengen CO2 aufnehmen

Studie liefert wichtige Informationen für CO2-Minderungsstrategien in tropischen Ländern


Sekundärwälder können unerwartet große Mengen CO2 aufnehmen

(23.5.2016) Durch Waldrodung in den Tropen werden große Mengen Kohlendioxid freigesetzt. Wenn die gerodeten Flächen regenerieren und Sekundärwalder nachwachsen, binden diese erneut CO2. Eine Gruppe Wissenschaftler, zu der auch Dylan Craven vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) gehört, konnte in der Fachzeitschrift „Science Advances“ für lateinamerikanische Wälder zeigen, dass dieses CO2-Bindungspotential erstaunlich hoch ist.

Demnach könnten Sekundärwälder in Lateinamerika in den nächsten vier Jahrzehnten etwa dieselbe Menge CO2 binden, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten dort durch Verbrennung fossiler Energieträger und durch industrielle Prozesse freigesetzt worden ist. Somit bietet die Förderung natürlicher Waldregeneration eine preiswerte Möglichkeit, klimaschädliches CO2 aus der Atmosphäre zu binden und gleichzeitig die biologische Vielfalt zu fördern. [ ...mehr ] (Foto:Dylan Craven, iDiv)

 

 

 

Wie schlafen Bäume?

Auch Bäume haben einen Tag-Nacht-Rhythmus


Wie schlafen Bäume?

(17.5.2016) Die meisten lebenden Organismen passen ihr Verhalten an den Tag-Nacht-Rhythmus an. Pflanzen sind da keine Ausnahme. Blumen öffnen morgens ihre Blüten, manche Bäume haben Blätter, die sich nachts zuklappen. Wissenschaftlich untersucht wird das schon lange: Carl von Linné beobachtete, dass sich Blumen auch in einem dunklen Keller weiterhin öffnen und schließen, Charles Darwin stellte fest, dass Pflanzen über Nacht ihre Blätter und Stängel hängen lassen und nannte diese Bewegung „Schlaf“. Doch bis heute wurden solche Untersuchungen nur mit kleinen, in Töpfen gezogenen Pflanzen durchgeführt. Niemand wusste, ob auch Bäume dieses Schlafverhalten zeigen. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Heilende Pflanzen

Pflanzennutzung in der traditionellen Medizin in Burkina Faso


Heilende Pflanzen

(9.5.2016) Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt hatten vor Jahresfrist in Zusammenarbeit mit Kollegen von der Universität Ouagadougou die Pflanzenwelt Burkina Fasos (Westafrika) untersucht. In der im „Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine“ veröffentlichten Studie präsentierten die Forscher erstmals genaue Zahlen zur Pflanzennutzung in dem westafrikanischen Staat: 50 Prozent aller Pflanzenarten werden verwendet, davon 36 Prozent für traditionelle Medizin. Die Studie ist wichtig für erfolgreiche Schutzkonzepte, kann aber auch bei der Entwicklung von Medikamenten helfen. [ ...mehr ]
(Foto:Marco Schmidt/Senckenberg)

 

 

Kohlenstoffhandel von Baum zu Baum

Überraschung im Wald - Bäume tauschen untereinander Kohlenstoff aus


Bäume tauschen untereinander Kohlenstoff aus

(15.4.2016) Waldbäume nutzen Kohlenstoff nicht nur für sich – sie tauschen auch große Mengen davon über ihre Wurzeln mit Nachbarbäumen aus. Diese Entdeckung machten Botaniker der Universität Basel, wie sie im Wissenschaftsmagazin „Science“ berichten. Der intensive Kohlenstoffhandel von Baum zu Baum – auch zwischen verschiedenen Arten – verläuft über symbiotische Pilzfäden im Boden. Dass Pflanzen durch die Fotosynthese Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen, ist bekannt. Der dabei entstehende Zucker wird zum Bau von Zellulose, Holzstoff (Lignin), Eiweiß und Fett verwendet, also der Grundbausteine der Pflanze. Während ein Baum wächst, wird Zucker von den Blättern zu den Wachtumsstellen transportiert: zu den Zweigen, Stämmen, Wurzeln und den mit diesen verbundenen Wurzelpilzen (Mykorrhizapilze) [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Blattläuse als Bio-Sensoren

Läuse saugen im Dienst der Forschung


Blattläuse als Bio-Sensoren

(10.4.2016) Haben Pflanzen eine Art Nervensystem? Das ist nicht leicht herauszufinden, weil es keine guten Messmethoden gibt. Würzburger Pflanzenforscher nahmen dafür Blattläuse – und entdeckten, dass Pflanzen auf verschiedene Schädigungen jeweils anders reagieren. Wenn eine Pflanze mechanisch verletzt oder mit Kälte konfrontiert wird, schickt sie elektrische Impulse durch ihren Körper. In beiden Fällen legen die Signale größere Strecken zurück, und zwar zehn Zentimeter und mehr. Die Signale laufen von den verwundeten oder unterkühlten Stellen in alle anderen Organe, die dann passend reagieren – zum Beispiel indem sie Proteine synthetisieren, die Pflanzen vor Kälte schützen. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Wurzelsymbiose - Enge Freundschaft mit Kontrolle

Pflanzen können möglicherweise die Intensität ihrer Symbiosen steuern


wurzelsymbiose

(4.4.2016) Die Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen verschafft Pflanzen einen besseren Zugang zu knappen Ressourcen. LMU-Forscher haben nun einen Mechanismus entdeckt, mit dem die Pflanze möglicherweise steuern kann, wie eng die Symbiose ist. Von Getreidepflanzen bis zum Baum: Mehr als 80 Prozent aller Landpflanzen leben in Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen. Die Pilze nehmen anorganische Nährstoffe – vor allem Phosphat – aus dem Boden auf und stellen sie den Pflanzen zur Verfügung. Im Gegenzug versorgen Pflanzen die Pilze mit energiereichen Kohlenhydraten. Diese Symbiose ist schon vor über 400 Millionen Jahren entstanden und für viele Pflanzen lebenswichtig. [ ...mehr ] (Foto: Priya Pimprikar)

 

 

Aluminiumhaltiges Beizmittel aus Bäumen

Ulmer Biologen helfen dabei, traditionelle indonesische Färbetechnik zu bewahren


Symplocos Aluminiumbaum

(25.3.2016) Wie breitet sich Aluminium in Bäumen der tropischen Gattung Symplocos aus? Forscher um Prof. Steven Jansen und Marco Schmitt sind dieser Frage in Indonesien nachgegangen. Für 13 000 traditionelle Weberinnen hat die Antwort praktische Relevanz, denn sie beizen Textilien mit Blättern und Rinden dieser Bäume. Zu diesem Zweck haben sie die tropischen Gewächse bisher oft gefällt. Doch jetzt konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die für das Färbeergebnis wichtige Aluminiumkonzentration in älteren Blättern am höchsten ist. Ein Fällen der Bäume ist also gar nicht nötig, die Weberinnen müssen lediglich Blätter aufsammeln. [ ...mehr ]
(Foto: Vinayaraj / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)

 

 

Wald in Europa: Mehr Baumarten, mehr Nutzen

Artenreiche Waldstücke erbringen mehr Dienstleistungen


Wald in Europa: Mehr Baumarten, mehr Nutzen

(16.3.2016) Eine Homogenisierung von Wäldern führt zu einer geringeren Leistung der Ökosysteme. Das hat ein internationales Wissenschaftler-Team von 29 Institutionen herausgefunden, an dem Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), der Universität Leipzig und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) beteiligt waren. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass artenreiche Waldbestände mehr und vielfältigere Dienstleistungen erbringen als weniger artenreiche. Für die Studie sind über 200 Wälder in sechs europäischen Ländern untersucht worden. Die Ergebnisse wurden jetzt im renommierten Fachjournal "PNAS" veröffentlicht. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Alte Bäume offenbaren „Spätantike Kleine Eiszeit“

Drastische Kälteperiode vor rund 1500 Jahren in Eurasien nachgewiesen


old tree

(21.2.2016) Jahrringmessungen decken eine drastische Kälteperiode in Eurasien zwischen 536 und etwa 660 nach Christus auf. Sie überlagert sich zeitlich mit der Justinianischen Pest sowie mit politischen Umwälzungen und Völkerwanderungen sowohl in Europa als auch in Asien. Dies berichtet ein interdisziplinäres Team unter Leitung der Eidg. Forschungsanstalt WSL und des Oeschger-Zentrums der Universität Bern. Die Wissenschaftler um den Jahrringforscher Ulf Büntgen konnten erstmals präzise die Sommertemperaturen der letzten 2000 Jahre in Zentralasien rekonstruieren. Möglich machten dies neue Jahrringmessungen aus dem russischen Altai-Gebirge. [ ...mehr ] (Foto: Vladimir S. Myglan)

 

 

Wie die Taiga das Weltklima verändert

Botanikerin der Universität Jena analysiert die Folgen von Waldbränden in Sibirien


Taiga

(14.1.2016) Mit Freudentränen und bewegenden Worten wurde der Erfolg weltweit bejubelt: Vor wenigen Wochen einigten sich in Paris 195 Staaten und die EU darauf, die globale Erwärmung zu begrenzen. Weniger als zwei Grad, so sieht es der unterzeichnete Klimavertrag vor, soll die Durchschnittstemperatur maximal über die vom Ende des 19. Jahrhunderts steigen. Ein ehrgeiziges Ziel, das den Vertragspartnern einschneidende Veränderungen abverlangt und lange Verhandlungen notwendig machte. Dennoch wird auch die nun beschlossene moderate Erderwärmung langfristige Folgen haben. Schon der bisherige Temperaturanstieg führt zu vermehrt auftretenden Extremwetterlagen. [ ...mehr ] (Foto: Susanne Tautenhahn)

 

 

Was die Konkurrenz unter Bäumen bestimmt

Benachbarte Bäume konkurrieren weltweit gleich um Wachstumsvorteile


Waldbäume

(25.12.2015) Wenige funktionelle Pflanzenmerkmale können das Wachstum beim Wettbewerb zwischen benachbarten Bäumen im Wald dominieren. Die Konkurrenz innerhalb der gleichen Arten scheint aber immer größer zu sein als zwischen den Arten, schreibt ein internationales Team in der aktuellen Ausgabe des Journals Nature. Grundlage für die Studie war unter anderem die Globale Datenbank für Pflanzenmerkmale (TRY), die am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena angesiedelt ist und auch vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) getragen wird. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Mit Kugelpackungen die Waldstruktur erkennen

Neue Methode zur Ermittlung der Struktur natürlicher Wälder


Waldstruktur

(1.12.2015) Die komplexe Struktur tropischer Regenwälder zu erklären, ist eine der großen Herausforderungen der Ökologie.
Von großem Interesse ist die Größenverteilung der Bäume, die für Biomasseschätzungen besonders relevant ist. Forscher des UFZ haben nun gemeinsam mit Partnern eine neue Methode entwickelt, mit der sich die Größenverteilung von Bäumen in natürlichen Wäldern erklären lässt. Die Wissenschaftler nutzen dafür Prinzipien der stochastischen Geometrie, schreiben sie in einem Beitrag in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS, Early Edition). [ ...mehr ] (Foto: André Künzelmann, UFZ)

 

 

Auf der Suche nach altem Holz

Subfossile Holzfunde können vergangene Klimabedingungen widerspiegeln


Auf der Suche nach altem Holz

(26.11.2015) Wenn ein Stück Holz oder sogar ein ganzer Stamm in einem Kieswerk oder einer Baustelle zum Vorschein kommt, landet er oftmals als wertloser Kehricht in der Verbrennung. Für Wissenschaftler kann er jedoch Gold wert sein. Die Jahrringe uralter Hölzer können Umwelt- und Klimabedingungen präzise widerspiegeln. Solche einmaligen Archive bieten die Möglichkeit, Wachstumsbedingungen vor Jahrtausenden zu rekonstruieren. Jahrringforscher der Eidg. Forschungsanstalt WSL sind deshalb stets auf der Suche nach solchen wertvollen Hölzern. Immer wieder wurden den Forschern im Zuge von Aushubarbeiten in Zürich einzelne Holzfunde gemeldet. In enger Kooperation mit Jahrring-Laboren in der gesamten Schweiz weiten nun die WSL-Wissenschaftler ihre Kampagne „Auf der Suche nach altem Holz“ systematisch aus. [ ...mehr ] (Foto: F. Reinig, WSL)

 

Ökosysteme in Gefahr

Dürreperioden und sich ausbreitenden Pflanzen bedrohen mediterrane Baumbestände


Lack-Zistrose

(12.11.2015) Dürreperioden in halbtrockenen Wäldern, in denen sich strauchige Pflanzen ausgebreitet haben, gefährden das Ökosystem und damit den Baumbestand. Das ist das Ergebnis einer Studie, die ein internationales Team unter der Beteiligung von Prof. Dr. Christiane Werner vom Institut für Forstwissenschaften der Universität Freiburg in Portugal erarbeitet hat. Es ist das erste Mal, dass Forscherinnen und Forscher das Zusammenwirken der beiden Einflussfaktoren extreme Trockenheit und Pflanzeninvasion in mediterranen Waldgebieten untersucht haben. Dr. Maria C. Caldeira von der Universität Lissabon/Portugal leitete die Studie. Das Team hat die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht. [ ...mehr ] (Foto: Christiane Werner)

 

 

Bei Bäumen ist Wachstum nicht gleich Wachstum

Auf der Spur der Holzbildung mithilfe von Mikrobohrkernen


Nadelbäume

(30.10.2015) Bei Nadelbäumen der nördlichen Hemisphäre erfolgt die Produktion von Biomasse nicht zeitgleich oder mit derselben Geschwindigkeit wie die Zunahme des Stammdurchmessers. Dieses Phänomen, das in der Zeitschrift „Nature Plants“ vorgestellt wurde, konnte ein grosses Konsortium von Forschern, darunter drei Mitarbeiter der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, erstmals aufzeigen und quantifizieren. Die beobachtete Verzögerung zwischen veränderter Stammbreite und Biomasse legt nahe, dass diese beiden Wachstumsprozesse von unterschiedlichen lokalen Umweltbedingungen wie Licht, Temperatur und Wasserverfügbarkeit gesteuert sind. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Jahrring-Chronologie - 12500 Jahre Klimageschichte

Forschende aus Zürich und Neuseeland rekonstruieren die weltweite Klimageschichte


subfossiler kauribaum

(22.10.2015) Ein Team der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL und der ETH Zürich arbeitet daran, die bestehende 12500 Jahre umfassende Jahrring-Chronologie dank des spektakulären Funds von 256 subfossilen Baumstümpfen in Zürich um weitere 1500 bis 2000 Jahre zu verlängern. Diese absolut datierbaren Jahrringdaten werden weltweit zur Eichung von Radiokohlenstoff-Daten genutzt. Kollegen aus Neuseeland verfolgen das gleiche Ziel mit altem Holz von Kauri-Bäumen. Zwei Jahre, nachdem sie in Zürich durch Jahrring-Spezialisten der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL entdeckt wurden, sorgen die Überreste des grössten jemals in Europa entdeckten spätglazialen Waldes immer noch für Spannung. [ ...mehr ]
(Foto: Chris Turney, University of New South Wales)

 

 

Klimawandel verschiebt auch die höchsten Bäume der Erde

Je nach Szenario wird sich das Verbreitungsgebiet deutlich verändern


 Küstenmammutbäume Sequoia sempervirens

(18.10.2015) Der Klimawandel wird das Ausbreitungsgebiet der Küstenmammutbäume (Sequoia sempervirens) in Kalifornien etwa 70 bis 200 Kilometer nach Norden verschieben. Südlich von San Francisco könnten die berühmten höchsten Bäume der Welt in einem Jahrzehnt ganz verschwinden, im Norden dagegen zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität von Kalifornien und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, die historische Klimadaten ausgewertet hat, um aus globalen Klimamodellen genauere ökologische Vorhersagen möglich zu machen. [ ...mehr ]
(Foto: Save The Redwoods League)

 

 

Laubbäume und Klimawandel

Bäume treiben trotz Klimawandel nicht früher aus


Buchenblatt

(29.9.2015) Eine internationale Studie belegt, dass Laubbäume im Frühling ihre Blätter nicht in dem Maß früher austreiben, wie die steigenden Temperaturen aufgrund des Klimawandels vermuten ließen. Die Resultate aus Beobachtungsreihen aus verschiedenen europäischen Ländern, die in einem Zeitraum von 30 Jahren gesammelt wurden, sind kürzlich in der Fachzeitschrift 'Nature' veröffentlicht worden. Es ist eine bekannte Tatsache, dass sich der Zeitpunkt des Entfaltens der ersten Blätter von Laubbäumen nach dem Winter mit der Durchschnittstemperatur im Frühling zusammenhängt. In der Regel hat eine 1 Grad höhere Durchschnittstemeratur zwischen Februar und April, je nach Baumart, ein um 2 bis 6 Tage verfrühtes Blattaustreiben zur Folge. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Baumbestände im globalen Maßstab

Zahl der Bäume weltweit ist unerwartet hoch, aber sinkt stetig


Blick auf den Kilimanjaro in der Abendsonne

(6.9.2015) Wieviele Bäume gibt es auf der Erde, und wie verteilen sie sich auf verschiedene Klima- und Vegetationszonen? Ein internationaler Forschungsverbund, dem auch die Universität Bayreuth mit einem Team um PD Dr. Andreas Hemp angehört, hat diese Fragen in einer weltweiten Kooperation untersucht. Die jetzt in „Nature“ vorgestellten Ergebnisse haben die Forscher überrascht: Denn mit rund 3,04 Billionen übertrifft die Zahl der weltweit existierenden Bäume frühere Schätzungen um das Sieben- bis Achtfache. Aufgrund von Untersuchungen ausgewählter Flächen in mehr als 50 Ländern der Erde gehen die Autoren allerdings davon aus, dass derzeit jährlich mehr als 15 Milliarden Bäume gefällt werden. Aus den internationalen Forschungsarbeiten ist die erste Weltkarte hervorgegangen, die über die Dichte der Baumbestände in allen Kontinenten detaillierte Auskunft gibt. [ ...mehr ] (Foto: Andreas Hemp)

 

 

Raupenfraß bringt Blätter zum Leuchten

Prozess der Reizweiterleitung sichtbar gemacht


Wissenschaftler machen in Pflanzen den Prozess der Reizweiterleitung sichtbar, der durch Verwundung ausgelöst wird und letztendlich die Abwehrreaktion gegen Fraßschädlinge steuert

(15.8.2015) Wird eine Pflanze von Schädlingen attackiert, löst dies eine ganze Reihe von physiologischen Reaktionen in der Pflanze aus. Wesentliche Botenstoffe für die Verarbeitung von Verwundungsreizen innerhalb pflanzlicher Zellen sind Calciumionen. Sie steuern die Signalweiterleitung und somit indirekt die pflanzliche Verteidigung. Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena und des Instituts für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle ist es jetzt gelungen, die unmittelbaren Reaktionen von Pflanzen auf Verwundungen oder Raupenfraß sichtbar zu machen. [ ...mehr ] (Foto: Victoria Kiep, Jyothilakshmi Vadassery)

 

 

Mindestens 40.000 Baumarten in den Tropenwäldern

Studie überrascht mit neuen Zahlen


Mindestens 40.000 Baumarten in den Tropenwäldern

(15.6.2015) Studie überrascht mit neuen Zahlen: Wälder der indopazifischen Region sind genauso reich an Baumarten wie die Tropen Amerikas. In einem Großprojekt haben Forscher aus 43 Ländern die Zahl der tropischen und subtropischen Baumarten ermittelt. Aufgrund von Kartierungen und Hochrechnungen schätzen sie, dass es weltweit 40.000 bis 53.000 Baumarten gibt. An der nun veröffentlichten Studie war auch Florian Wittmann vom Max-Planck-Institut für Chemie beteiligt. Wittmann, der seit Jahren in Manaus in Brasilien forscht, sagt: „Allein in den Überschwemmungswäldern im Amazonasgebiet haben wir über 800 Baumarten bestimmen können. Viele von ihnen sind extrem selten und daher auch stark gefährdet.“ [ ...mehr ] (Foto: Michael Welling, Max-Planck-Institut für Chemie)

 

 

Wie Pflanzen sich gegen Bakterien abschotten

Neue Erkenntnisse durch Würzburger Forschungsgruppe


Wie Pflanzen sich gegen Bakterien abschotten

(1.6.2015) Wenn Pflanzen schädliche Bakterien bemerken, reagieren sie darauf sehr schnell: Sie verschließen an ihren Blättern die Poren, die den Erregern als Schlupflöcher dienen. Eine Würzburger Forschungsgruppe hat diesen Vorgang analysiert. Pflanzen werden ständig von Viren, Pilzen und Bakterien bedrängt. Darum haben sie im Lauf der Evolution Immunantworten entwickelt, mit denen sie sich gegen viele krankheitserregende Mikroorganismen wehren. Ein internationales Forschungsteam hat jetzt eine Immunantwort analysiert, die Bakterien das Eindringen in die Blätter erschwert. [ ...mehr ] (Grafik: Rob Roelfsema)

 

 

„Dicke Luft“ in Städten

Helle Fassaden und Bäume gegen Hitze und Smog


Neue Simulationen zeigen, Temperatur und Luftqualität hängen in Städten eng zusammen und erfordern gemeinsame Lösungen

(18.5.2015) Städte bilden „Wärmeinseln“ gegenüber dem Umland, da hier viele Wärmequellen und geringe Luftbewegungen aufeinander-

treffen. Abhilfe können wie in Südeuropa helle Gebäude schaffen, die für ein kühleres Stadtklima sorgen. Doch in Simulationsrechnungen haben KIT-Forscher nun am Beispiel Stuttgart gezeigt, dass solche Maßnahmen zur Kühlung die Luftqualität am Boden verschlechtern können. Die Lösung der Forscher: Helle Fassaden zur Kühlung und das Pflanzen ganz bestimmter Baumarten zur Verringerung der Schad-

stoffbelastung. Forscher des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Garmisch-Partenkirchen haben eine neue Simulations-

strategie entwickelt, welche die Temperaturentwicklung in Städten und den Transport von Schadstoffen gemein-

sam betrachtet. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Bäume nutzen Wasser effizienter

Wassernutzungseffizienz um rund 20% gestiegen


assernutzungseffizienz

(12.5.2015) Der Anstieg des Kohlendioxidgehaltes in der Luft führt dazu, dass Bäume in Europa das ihnen zur Verfügung stehende Wasser immer effizienter nutzen. Im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts ist die sogenannte Wassernutzungseffizienz um rund 20% gestiegen. Das berichtet ein Forscherteam um David Frank von der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL in der Zeitschrift Nature Climate Change. Bäume nehmen über winzige Poren in ihren Blättern, den sogenannten Spaltöffnungen, Kohlendioxid aus der Luft auf und produzieren daraus Kohlenhydrate für ihr Wachstum. Durch dieselben Spaltöffnungen entweicht aber auch Wasserdampf – über 100 Kilogramm Wasser pro produziertes Kilogramm Kohlenhydrate. Steigt der Kohlendioxidgehalt in der Luft, können die Spaltöffnungen so reguliert werden, dass noch genügend Kohlenstoff aufgenommen wird, aber weniger Wasser verloren geht. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Düfte: Die geheime Sprache der Pilze

Forscherteam entdeckt Zusammenhang zwischen Duftstoffen und Wurzelwachstum


Forscherteam entdeckt Zusammenhang zwischen Duftstoffen und Wurzelwachstum

(20.3.2015) Ein Forscherteam der Universitäten Göttingen und Freiburg sowie des Helmholtz Zentrums München hat einen Zusammenhang zwischen den Duftstoffen von Pilzen und dem Wurzelwachstum von Pflanzen entdeckt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass die Duftstoffe von Mykorrhizapilzen das Wurzelwachstum bei Pflanzen anregen. Die Erkenntnis ist ökologisch und biotechnologisch bedeutsam, weil eine erhöhte Wurzeloberfläche die Ernährung und Wasserversorgung der Pflanze und damit ihre „Fitness“ verbessert. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.[ ...mehr ] (Foto: Thergothon/ wikimedia.org/ CC BY-SA 2.5)

 

 

Genomanpassungen von Mykorrhiza-Pilzen

Entscheidende Gene für Symbiose zwischen Mykorrhiza-Pilzen und Bäumen entwickelten mehrfach


Genomanpassungen von Mykorrhiza-Pilzen

(14.3.2015) Ektomykorrhiza-Pilze, deren Markenzeichen die symbiotische Lebensweise mit Bäumen ist, sind rund 100 Millionen Jahre jünger als ihre Vorfahren, die Braunfäule- und Weißfäulepilze. Zudem sind die entscheidenden Genomanpassungen, die diesen Pilzen ihre speziellen Lebensstil ermöglichen, im Laufe der Evolution offenbar mehrfach entstanden. Das schließt ein internationales Forscherteam aus der ersten umfassenden vergleichenden phylogenetischen Analyse von Mykorrhizapilzen, die jetzt im renommierten Fachjournal Nature Genetics veröffentlicht wurde. Diese Sequenzen bieten grundlegende Informationen, wie sich die Symbiosen zwischen Pilzen und Bäumen entwickelt haben. [ ...mehr ]
(Foto: Dr. Sylvie Herrmann/UFZ)

 

 

Jahrringe erklären historische Pestausbrüche in Europa

Forschungsteam widerlegt die bisherige Annahme zu Pestausbrüchen


Europakarte

(1.3.2015) Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Oslo und der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL konnten erstmals zeigen, dass klimatisch gesteuerte Pestausbrüche in Asien während mehrerer Jahrhunderte wiederholt die südeuropäischen Hafenstädte erreichten. Diese Erkenntnis widerlegt die bisherige Annahme, der "Schwarze Tod" sei auf eine einmalige Einführung des Bakteriums Yersinia pestis im Jahr 1347 von Asien nach Europa zurückzuführen. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich in Proceedings of the National Academy of Sciences of the United Statespubliziert. Bis heute konzentrierte sich die Wissenschaft auf die Suche nach natürlichen Langzeit-Reservoiren von Yersinia pestis in Europe. Zudem hat man auch nach Klimafaktoren gesucht, welche möglicherweise zum "Schwarzen Tod" in der Mitte des 14. Jhd. beigetragen haben. [ ...mehr ] (Grafik: Christian Ginzler (WSL)

 

 

Bäume durch zunehmende Trockenheit gefährdet

Trockenstress als Risiko für den Wassertransport in Bäumen


Bäume verfügen über einzigartiges Wasserversorgungssystem. Fast alle Arten weltweit operieren jedoch  nahe am Limit zum Versagen ihres hydraulischen Systems. Sogar Regenwaldbäume sind daher durch die zunehmende Trockenheit gefährdet

(1.2.2015) Weltweit verursachte Trockenstress in den letzten Jahrzehnten zahlreiche und großflächige Waldschäden. Für eine Abschätzung zukünftiger Entwicklungen der Wälder sind daher fundierte Kenntnisse über die Hydraulik von Bäumen unabdingbar. Aus diesem Grund haben Brendan Choat von der Universität Western Sidney und Steven Jansen von der Universität Ulm ein internationales Team von 24 Pflanzenbiologen um sich geschart, um Daten aus unterschiedlichsten Regionen und Arten zusammenzuführen und zu interpretieren. Univ.-Prof. Stefan Mayr vom Institut für Botanik der Universität Innsbruck wurde als einschlägiger Fachmann für alpine Arten eingeladen, an dem Großprojekt teilzunehmen. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Europas Vegetation nimmt mehr CO2 auf als erwartet

Satellitendaten zeigen eine große europäische Kohlenstoffsenke


Europas Vegetation entzieht der Atmosphäre mehr Kohlendioxid als bisher angenommen. Das ist die Kernaussage einer Studie von Umweltphysikern der Universität Bremen

(12.1.2015) Europas Vegetation entzieht der Atmosphäre mehr Kohlendioxid als bisher angenommen. Das ist die Kernaussage einer Studie von Umweltphysikern der Universität Bremen. In Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern haben sie CO2-Daten von zwei Satelliteninstrumenten ausgewertet. Ihre Forschungsergebnisse über die europäische Kohlenstoffsenke sind kürzlich im international renommierten Journal Atmospheric Chemistry and Physics unter der Überschrift „Satellite-inferred European carbon sink larger than expected“ erschienen. Mithilfe einer neu entwickelten Analysemethode konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die europäische Biosphäre etwa 0,6 Mrd. Tonnen Kohlenstoff mehr aufnimmt als bisher angenommen wurde. [ ...mehr ]
(Foto: pixabay.com / CC0 1.0)

 

 

Abholzung bedroht Artenvielfalt in Fließgewässern

Folgerung aus modellierten Szenarien in China


Abholzung bedroht Artenvielfalt in Fließgewässern

(28.12.2014) Durch Abholzung droht ein Verlust der Artenvielfalt in angrenzenden Fließgewässern. Dies haben modellierte Szenarien eines Teams der Universität Kiel, des LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrums und des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Kooperation mit weiteren Partnern gezeigt.  Anhand eines Flusseinzugsgebietes in Südchina demonstrierten sie, dass der Artenrückgang mit einem veränderten Wasserhaushalt zusammenhängt, der aus der Umwandlung von Waldflächen in Ackerland resultiert. Die Studie wurde kürzlich im Fachjournal "Ecohydrology" veröffentlicht. [ ...mehr ]
(Foto: M. Kuemmerlen)


Im Ural steigt die Waldgrenze...

...dank einer dickeren Schneedecke


Im Ural steigt die Waldgrenze

(17.12.2014) Vier bis acht Meter pro Jahrzehnt ist die Waldgrenze im Ural in den vergangenen 50 Jahren nach oben gestiegen. Ursache sind, nicht wie bisher angenommen steigende Sommertemperaturen, sondern zunehmende Winterniederschläge. Dies zeigt eine Studie der Eidg. Forschungsanstalt WSL in Zusammenarbeit mit russischen Kollegen. Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Pflanzen- und Tierökologie in Ekaterinburg die Waldgrenze im Ural erstmals umfassend untersucht. Sie analysierten 450 historische und aktuelle Landschaftsfotos sowie das Alter von 11 100 Bäumen. Die Auswertung der Daten belegt erstmals für ein sehr weitläufiges Gebiet, dass sich die Waldgrenze im Lauf der letzten rund 50 Jahre um vier bis acht Meter pro Jahrzehnt in Richtung Gipfel verschoben hat. [ ...mehr ] (Foto: Frank Hagedorn, WSL )

 

 

Brasiliens Regenwälder setzen mehr CO2 frei als vermutet

Die Folgen von Landschaftszerschneidung wurden bislang unterschätzt


Brasiliens Regenwälder setzen wegen Landschaftszerschneidung mehr Kohlendioxid frei als vermutet

(8.10.2014) Durch die Abholzung tropischer Regenwälder in Brasilien geht deutlich mehr Kohlenstoff verloren als bislang angenommen wur-

de. Wie Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in der Fachzeitschrift Nature Communications schreiben, sei der Effekt der Leistungsminderung bei inselartig verteilten Waldflächen un-

terschätzt worden, da man bislang den Verlust der Biomasse an den Waldrändern und damit die höhere Emission von Kohlendioxid nicht berechnen konnte. Diese Wissenslücke haben die UFZ-Wissenschaft-

ler nun geschlossen. Ihren Berechnungen zufolge wird in Folge der Waldrodung bis zu ein Fünftel mehr CO2 durch die Vegetation emittiert.[ ...mehr ] ( Foto: Mateus de Dantas de Paula )

 

 

Vorratshaltung beim Tannenhäher

Samenverstecke nutzen dem "gefiederten Förster" mehr als den Bäumen


Tannenhäher im Flug

(25.9.2014) Der Tannenhäher versteckt die Samen der Arve mit seinem Schnabel im Boden und trägt damit zur Ausbreitung dieser Baumart bei. Entgegen bisheriger Annahme geschieht dies zumeist an Stellen, die für die Keimung der Baumsamen eher ungeeignet, für ihn selbst jedoch günstig sind, wie Forschende des LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL im "Journal of Animal Ecology" berichten. Die Arve (Pinus cembra) hat eigentlich ungünstige Voraussetzungen für die Ausbreitung ihrer Samen. Diese haben im Vergleich zu den meisten anderen Nadelbaumsamen keine Flügel, sind schwerer und die Zapfen öffnen sich nicht von selber. Glücklicherweise hat die Natur mit dem Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes) eine Lösung für dieses Problem gefunden.[ ...mehr ] ( Foto: Eike Lena Neuschulz )

 

 

Nachwuchs geht seinen eigenen Weg

Dominanz von Generalisten unter den tropischen Bäumen


In tropischen Regenwäldern wachsen die jungen Bäume überwiegend räumlich unabhängig von ihren Elternbäumen auf. Wo die Nachkommen später Wurzeln schlagen werden, lässt sich demnach nicht vorhersehen.

(21.9.2014) In tropischen Regenwäldern wachsen die jungen Bäume überwiegend räumlich unabhängig von ihren Elternbäumen auf. Wo die Nachkommen später Wurzeln schlagen werden, lässt sich demnach nicht vorhersehen. Wenig spezialisierte Arten sind daher auch in den sehr artenreichen Regenwäldern der Tropen im Vorteil. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), der University of California und des Smithsonian Tropical Research Institutes, die jetzt im renommierten Fachblatt “Proceedings of the Royal Society B” erschienen ist. Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler die Daten von sechs Waldinventuren aus den letzten Jahrzehnten auf der Insel Barro Colorado im Panama-Kanal ausgewertet. In diesem 50 Hektar großen Tieflandregenwald wachsen insgesamt 300 Baumarten. [ ...mehr ] ( Foto: Stephan Getzin, UFZ )

 

 

Können Pflanzen aus Erfahrung lernen?

Neue Studie der Uni Bayreuth zum Stressgedächtnis von Pflanzen


Erlebter Dürrestress erhöht die Widerstandsfähigkeit gegenüber extremer Dürre

(2.9.2014) Pflanzen sind gegen extreme Dürre besser gewappnet, wenn sie in den Vorjahren wiederholt Trockenperioden überstanden haben. Dabei wird ihr "Stressgedächtnis" möglicherweise auch von den Interaktionen mit Pflanzen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft beein-

flusst. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam der Universität Bayreuth in einer neuen Langzeitstudie. Wie sich herausgestellt hat sind Pflanzen gegen extreme Dürre besser gewappnet, wenn sie in den Vorjahren wiederholt Trockenperioden überstanden haben. Dabei wird ihr "Stressgedächtnis" möglicherweise auch von den Interaktionen mit Pflanzen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft beeinflusst. [ ...mehr ] ( Foto: Universität Bayreuth )

 

 

Nachteile von punktueller Tropenwaldnutzung unterschätzt

Das sogenannte "selective logging" in Tropenwäldern bislang zu positiv bewertet


Das Fällen einzelner Bäume in tropischen Wäldern wurde bisher als relativ naturverträglich angesehen. Das ist es bei weitem nicht immer, so das Fazit einer neuen Studie. Es kommt darauf an, wie stark die Wälder genutzt werden.

(2.8.2014) Das Fällen einzelner Bäume in tropischen Wäldern wurde bisher als relativ naturverträglich angesehen. Das ist es bei weitem nicht immer, so das Fazit einer neuen Studie. Es kommt darauf an, wie stark die Wälder genutzt werden. Holz von tropischen Bäumen ist wert-

voll und wird daher gefällt. Nicht in jedem Fall geschieht dies im Rahm-

en einer Rodung ganzer Waldstücke, bei der auf einen Schlag wertvoll-

er Lebensraum für Pflanzen und Tiere zerstört wird. Mancherorts gibt es in tropischen Regenwäldern auch eine Nutzung von Einzelbäumen – von Fachleuten auf Englisch als «selective logging» bezeichnet. Einzelne grosse, wertvolle Bäume werden dabei gefällt, der Wald bleibt ansonsten aber mehr oder minder intakt. Die Auswirkungen dieser Praxis auf die Biodiversität ist allerdings umstritten. [ ...mehr ]
( Foto: Ilosuna / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 )

 

 

Neuer Bestäubungsmechanismus entdeckt

Vögel trinken keinen Nektar, sondern fressen die Staubblätter


Ein Weißbrauen-Buschtangar (Chlorospingus pileatus), der ein soeben aus der Blüte von Axinaea costaricensis herausgelöstes Staubblatt im Schnabel hält.

(23.7.2014) Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und ihren Bestäubern gehören zu den raffiniertesten Interak-tionen, mit denen die Natur aufwartet. Agnes Dellinger vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien und ihr Team beschäftig-

ten sich mit der Bestäubungsbiologie einer Gruppe tropischer Klein-

bäume, die in den Bergregenwäldern Zentral- und Südamerikas beheimatet ist. Dabei gelang den ForscherInnen der Nachweis eines außergewöhnlichen, bisher unbekannten Vogelbestäubungssystems. Einzelheiten dieser Entdeckung wurden kürzlich in der renommierten Zeitschrift "Current Biology" veröffentlicht. [ ...mehr ] ( Foto: Florian Etl )

 

 

Kohlenhydrate machen Bäume widerstandsfähiger gegen Dürre


Erkenntnisse sind für die Wiederaufforstung von Bedeutung

Malula Field Station in Malaysa

(16.7.2014) Wie gut tropische Bäume Dürreperioden überstehen, hängt von den gespeicherten Kohlenhydraten ab. Dies zeigt ein neuartiges Experiment eines internationalen Forschungsteams unter der Leitung von Ökologen der Universität Zürich im Rahmen des Universitären Forschungsschwerpunkts "Globaler Wandel und Biodiversität". Die Erkenntnisse sind für die Beurteilung der Widerstandsfähigkeit von Tropenwäldern gegenüber dem Klimawandel und für die Wiederaufforstung von großer Bedeutung. Wasser ist für viele Pflanzen und Bäume der alles begrenzende Faktor schlechthin. Entsprechend groß sind die Befürchtungen, dass die durch den Klimawandel veränderten Niederschlagsmuster zu einem Waldsterben von weltweitem Ausmaß führen können. Wie die Wissenschaftler in ihrer Studie zeigen, spielen gespeicherte Kohlenhydrate dabei eine essentielle Rolle für die Durchhaltefähigkeit der einzelnen Pflanze.[ ...mehr ] (Foto: Michael O'Brien/UZH)

 

 

Deutsche Holzforscher bestätigen uralte Überlieferung

Jahrhunderte altes Holz eines polynesischen Speeres konnte identifiziert werden


Kaumaile

(21.5.2014) Vor vielen Generationen erreichte der seefahrende Held Tefolaha das Südsee-Atoll Nanumea und wurde zum Ahnherrn der dortigen Bewohner – so die Legende über die Besiedlung des viereinhalb Kilometer langen und nur 600 Meter breiten Eilands, das zum südpazifischen Inselstaat Tuvalu gehört. Die heutigen Einwohner des Atolls halten nicht nur die Erinnerung an ihre Vorfahren hoch, sie besitzen auch noch einen alten, charakteristisch geformten Holzspeer namens „Kaumaile“, den ihr Urahn mit auf die Insel gebracht haben soll und der ihm vorher bei Kämpfen auf den Inseln Samoa und Tonga zu Diensten war. Alles nur eine Sage? Mittels Radiocarbon-Methode konnte das Alter des Speeres bestimmt werden. Es stellte sich heraus, dass das Holz für den „Kaumaile“ vor rund 880 Jahren gefällt worden war. [ ...mehr ] (Grafik: kes n. Foto v. Gerald Koch, Thünen-Institut )

 

 

Ameisen pflanzen den Regenwald von morgen

Forscher gewinnen wichtige Erkenntnisse zur Renaturierung des Waldes

Ameisen pflanzen den Regenwald von morgen

(9.4.2014) Tropische Bergregenwälder sind durch menschliche Übernutzung stark bedroht. Die Wiederaufforstung dauert lange. Nun hat ein bolivianisch-deutsches Forscherteam im Fachmagazin "Journal of Ecology" aufgezeigt, dass Ameisen bei der Wiederherstellung von Waldbäumen in solchen degradierten Regionen eine wichtigere Funktion übernehmen, als man bisher annahm.
"Die meisten Baumsamen werden in den Tropen von Vögeln und Säugetieren ausgebreitet, aber wir konnten erstmals zeigen, dass auch unscheinbare Akteure wie Ameisen dabei eine große Rolle spielen", so Studien-Co-Autor Matthias Schleuning vom LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum. "Ameisen können die Renaturierung des Waldes in Gang setzen, indem sie Samen an für die Baumetablierung geeignete Orte verschleppen." [ ...mehr ] (Foto: S. Gallegos)

 

 

Sind Pflanzen intelligenter als gedacht?

Auch Pflanzen können komplexe Entscheidungen treffen


Auch Pflanzen können komplexe Entscheidungen treffen

(24.3.14) Auch Pflanzen können komplexe Entscheidungen treffen.
Das schließen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umwelt-
forschung (UFZ) aus Untersuchungen an der Gemeinen Berberitze (Berberis vulgaris), die ihre eigenen Samen abtöten kann, um einen Befall mit Parasiten zu verhindern. Die Ergebnisse seien der erste ökologische Nachweis für ein komplexes Verhalten bei Pflanzen.
Sie deuteten darauf hin, dass diese Art über ein strukturelles Gedäch-
nis verfüge, äußere und innere Einflüsse unterscheiden sowie künftige Risiken abschätzen könne, schreiben die Wissenschaftler im renom-
mierten "American Naturalist"..[ ...mehr ] (Foto: Steffen Hauser / botanikfoto )

 

 

 

Schnelle Wundheilung mit Birken

Freiburger Pharmazeutinnen haben die Wirkung eines natürlichen Extrakts aufgeklärt

Versteinerter Wald

(11.2.2014) Seit Jahrhunderten gelten aus der Birke gewonnene Extrakte als traditionelle Heilmittel, die dafür sorgen, dass sich verletzte Haut schneller wiederherstellt. Prof. Dr. Irmgard Merfort vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität und ihr Team haben auf molekularer Ebene geklärt, wie die wundheilende Wirkung eines Extraktes aus der äußeren, weißen Schicht der Rinde des Baumes zustande kommt. Ihre Ergebnisse haben die Wissen-
schaftlerinnen in der Fachzeitschrift "Plos One" veröffentlicht. Das Team kooperierte mit mehreren weiteren Einrichtungen und Instituten, so mit einer Arbeitsgruppe vom Institut für Molekulare Medizin und Zellforschung sowie dem Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Albert-Ludwigs-Universität und einer Arbeitsgruppe an der Hautklinik der Universität Hamburg. [ ...mehr ]
(Foto: Horst Jürgen Schunk)

 

 

Kastanienrindenkrebs in Georgien

Schweizer Wissenschaftler konnten neue genetische Typen nachweisen


Kastanienrindenkrebs in Georgien

(27.1.2014) Forschende der Eidg. Forschungsanstalt WSL haben in den Wäldern Georgiens erstmals den Kastanienrindenkrebs unter-
sucht. Sie konnten neue genetische Typen nachweisen, die in Europa bisher nicht auftreten. Sollten diese nach Europa einwandern oder verschleppt werden, würden sie eine zusätzliche Bedrohung für die einheimischen Kastanienwälder darstellen. Verhindern liesse sich das durch eine rigorose Durchsetzung der bestehenden Quarantänebe-
stimmungen. Das Forscherteam sammelte in den georgischen Kastanienwäldern über 400 Isolate des Kastanienrindenkrebs-Pilzes und analysierte sie genetisch. Die Resultate zeigen eine überraschend hohe genetische Diversität des Pilzes in Georgien. Von grossem Interesse ist dabei, dass die meisten der gefundenen genetischen Typen (Genotypen) inklusive der sogenannten vegetativen Kompatibilitäts-Typen (vc-Typen) sich von denjenigen in Europa unterscheiden. Sollten diese nach Europa einwandern oder verschleppt werden, würde dies die heimische Diversität deutlich erhöhen.[ ...mehr ] (Foto: WSL/CH )

 

 

Zeitsprung um 291 Millionen Jahre zurück

Fundstücke des Versteinerten Waldes von Chemnitz unter dem Elektronenmikroskop


Versteinerter Wald

(22.1.2014] Im Boden der gesamten Stadt Chemnitz schlummert seit langer, langer Zeit ein kostbarer Schatz. Gemeint ist eine uralte Welt voller Pflanzen und Tiere, die nach einem Vulkanausbruch im Perm von Asche umhüllt und anschließend zu Stein wurden. 1737 stieß man zum ersten Mal bei Schachtungsarbeiten in Hilbersdorf - einem heutigen Stadtteil von Chemnitz - auf die mächtigen Kieselhölzer. Später schenkte der Bauunternehmer Güldner dem Chemnitzer König-Albert-Museum mehrere von ihm gefundene versteinerte Stämme. Die meisten von ihnen sind heute im Museum für Naturkunde im TIETZ ausgestellt. Der "Versteinerte Wald Chemnitz" ist das größte und schwerste pflanzliche Fossil Europas und zählt zu den herausragendsten Naturdenkmälern der Welt. [ ...mehr ] (Foto: TU Chemnitz/Wolfgang Thieme)

 

 

Ameisen schützen Akazienpflanzen vor Krankheitserregern

Weitere Ebene in der Symbiose zwischen Insekt und Pflanze entdeckt


Ameisen schützen Akazienpflanzen vor Krankheitserregern

(20.1.2014) Forscher entdecken weitere Ebene in der Symbiose zwischen Insekt und Pflanze. Die Anwesenheit von Ameisen reduziert deutlich die Bakterienbesiedelung auf der Blattoberfläche und fördert sichtbar die Gesundheit der Akazie. Untersuchungen weisen darauf hin, dass in den Ameisen siedelnde symbiontische Bakterien Krank-
heitserreger auf der Blattoberfläche der Pflanze hemmen. Was in der heutigen Sprache von Wirtschaft und Politik eine „win-win“-Situation, das ist in der Biologie eine Symbiose: die Beziehung zweier Arten, bei dem beide Partner voneinander profitieren. Die Symbiose von Akazienpflanzen mit den auf ihnen siedelnden Ameisen ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Die Pflanze stellt Kost und Logis in Form von Futterkörperchen und Nektar sowie hohlen Dornen für die Behausung zur Verfügung. Die Ameisen revanchieren sich, indem sie die Pflanze gegen Fraßfeinde verteidigen. [ ...mehr ] (Foto: Martin Heil / CINVESTAV, Irapuata, Mexiko )

 

 

Wie Waldluft das Klima beeinflusst

Göttinger Chemiker vermessen einen für die Aerosolbildung entscheidenden Reaktionsschritt


Große Bäume sind die besten Kohlendioxid-Speicher

(20.1.2014) Feldstudien haben gezeigt, dass eine wärmere Atmosphäre mehr Aerosole aufweist, welche eine durch Kohlendioxid und andere Treibhausgase bedingte Erwärmung zu einem gewissen Teil kompensieren könnten. Dabei können Criegee-Intermediate, sauerstoffreiche Zwischenprodukte, die Entstehung von Aerosolen durch die Oxidation von Schwefeldioxid zu Schwefelsäure verstärken. Chemiker der Universität Göttingen und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben nun ein solches Criegee-Intermediat zum ersten Mal, so wie es in der Natur gebildet wird, direkt mittels Infrarotspektroskopie nachgewiesen. [ ...mehr ] (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

 

 

Große alte Bäume sind die besten Kohlendioxid-Speicher

Neue Studie stellt bisherige Lehrmeinung in Frage


Große Bäume sind die besten Kohlendioxid-Speicher

(16.1.2014) Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass die größten Bäume die höchste Leistungsfähigkeit in Sachen Kohlendioxid-Speicherung aufweisen. Diese neue Erkenntnis, veröffentlicht in der Fachzeitschrift →Nature, ist immens bedeutsam für die Bewertung des Klimawandels und die Biodiversitätswissenschaft. Bislang lernen Forststudenten, dass Bäume nach ihrer Lebensmitte unproduktiver werden. Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 673.046 Bäume von mehr als 400 Baumarten und werteten ihre Daten gemeinsam aus [ ...mehr ] (Foto: Horst J. Schunk)

 

 

 

Bäume an der Grenze

Marburger Biologen erforschen in einem europaweiten Konsortium den Wald


Baumgrenze(15.12.2013) Wie schnell können sich Waldbäume an den globalen Klimawandel anpassen? Dieser Frage geht ein neuer Forschungs-
verbund unter dem Titel „Tip Tree“ nach, zu dem auch Marburger Naturschutzbiologen und Ökologen gehören.
Das Konsortium im Rahmen des EU-Programms „ERA-Net Biodiversa“ führt europäische Partner zusammen, für die nationale Fonds mehr als eine Million Euro bereitstellen. Ziel der Wissenschaftler ist es, zu ver-
stehen, wie und in welchem Zeitraum sich Anpassung im Wechselspiel zwischen Umweltänderungen und dem Erbgut von Waldbäumen voll-
zieht. Waldbäume erfordern eine besondere Herangehensweise aufgrund der langen Zeitspanne von einer Generation zur nächsten und wegen des hohen Alters, das sie erreichen können. [ ...mehr ] (Foto: A.Dreher / pixelio.de)

 

 

Barcodes für Bäume

Forscher bestimmen genetische Fingerabdrücke von bedrohten Nadelhölzern


Barcode(3.12.2013) In den Tropen und Subtropen sind viele immergrüne Nadelbäume vom Aussterben bedroht. Biologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben die weltweit größte Sammlung an Steineiben-gewächsen zusammengetragen. Sie sequenzierten zusammen mit Kollegen vom „The New York Botanical Garden“ charakteristische Abschnitte des Erbguts dieser Nadelbäume, um für jede Art einen „DNA-Barcode“ zu erstellen. Anhand dieses genetischen Finger-abdrucks lassen sich Individuen eindeutig den verschiedenen Steineibenarten zuordnen, die äußerlich oft nur schwer zu unterscheiden sind. Das hilft, Individuen bedrohter Populationen zu identifizieren. Die Steineibengewächse, auch Podocarpaceae genannt, bilden die zweitgrößte Familie der Nadelhölzer. Sie wachsen vorwiegend in den Gebirgen der Südhemisphäre. [ ...mehr ] (Foto: Horst J. Schunk)

 

 

Warme Winter lassen Bäume länger schlafen

Klimawandel beeinflusst Vegetationszeiten in Wäldern


Speisepilze(30.10.2013) Die Vegetation in den gemäßigten Breiten folgt dem Wechsel der Jahreszeiten: Nach einer Winterpause treiben die Pflanzen im Frühjahr erneut aus. Eine Forschungsarbeit hat jetzt einen neuen Zusammenhang ans Licht gebracht: Je kälter der Winter, umso früher fangen heimische Pflanzen wieder an zu wachsen. Da mit dem Klimawandel mildere Winter zu erwarten sind, könnte die Wachstums-phase für typische Waldbäume immer später beginnen – zum Vorteil für Sträucher und zugewanderte, weniger kälteabhängige Bäume. In einer Studie untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) 36 Baum- und Straucharten. Ihre Arbeit lieferte ein überraschendes Ergebnis. [ ...mehr ] (Foto: Horst J. Schunk)

 

 

 

Kiefern vom Potsdamer Telegrafenberg als Klimazeugen

Neue Methode ermöglicht präzisere Aussagen zum Klima gemäßigter Breiten


Eucalyptus(10.9.2013) Auf dem Telegrafenberg in Potsdam werden die Jahrringe von Kiefern untersucht, um das Klima der letzten Jahrhunderte zu rekonstruieren. Untersuchte man mit dieser, Dendrochronologie genannten Methode bisher die Jahrringe der Bäume, um auf das vergangene Klima zu schließen, so geht man jetzt hinunter bis auf die Ebene einzelner Holzzellen. Der Potsdamer Wissenschaftler Ingo Heinrich hat am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) diese neue Methode entwickelt, die es ihm erlaubt, nicht nur einfache Jahrringbreiten zu messen, sondern die einzelnen Zellgrößen pro Jahrring. „Die Bäume auf dem Telegrafenberg sind unser Testmodell, sozusagen vor der Haustür“, so Heinrich, „Wir erhalten so detailliertere Informationen als mit der klassischen Jahrringmethode.“ [ ...mehr ] (Foto: Wikipedia Commons)

 

 

Hölzerne Uhrwerke – oder Bäume erahnen die Dämmerung

Wissenschaftler haben dieses Phänomen an einer Eukalyptus-Art beobachtet


Eucalyptus(4.7.2013) Bäume nutzen ein internes System, das von einem molekularen Zeitgeber kontrolliert wird, um das Öffnen und Schließen ihrer Spaltöffnungen an den Blättern und damit ihren gesamten Wasserverbrauch während der Nacht zu kontrollieren. Ein internationales Forscherteam um Victor Resco de Dios von der University of Western Sydney hat dieses Phänomen an einer Eukalyptus-Art beobachtet und die Ergebnisse in der Fachzeitschrift "New Phytologist" veröffentlicht. „Bäume berechnen mit Hilfe ihres internen Weckers den Zeitpunkt des Sonnenaufgangs im Voraus. So können sie sich optimal vorbereiten, um bereits mit den ersten Sonnenstrahlen eine effiziente Photosynthese zu betreiben,“ so Arthur Gessler, Co-Autor der Studie vom Leibniz Zentrum für Agrarlandschaftsforschung Müncheberg (Brandenburg) [ ...mehr ] (Foto: Rennett Stowe, USA/ CC BY 2.0 )

 

 

Wie Feinstäube zum Waldsterben beitragen

Luftschadstoffe greifen die schützende Wachsschicht von Blättern und Nadeln an


Waldsterben(20.6.2013) Naturschützer sprechen von einem „Siechtum des Waldes“, der nordrhein-westfälische Waldzustandsbericht 2012 gibt keine Entwarnung: Es sei weiterhin eine große Beeinträchtigung des Waldzustands festzustellen. Forscher der Universität Bonn haben nun herausgefunden, dass Ablagerungen von Salzen die Trockentoleranz der Bäume verringern und damit zum Waldsterben beitragen können. „Unsere Studie zeigt, dass sogenannte Wachsverschmelzungen auf Kiefernnadeln durch Feinstaub entstehen können“, sagt Privatdozent Dr. Jürgen Burkhardt vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn. Wachsschichten auf den Blättern und Nadeln haben die Funktion, die Bäume vor Wasserverlusten zu schützen [ ...mehr ] (Foto: A.Dreher / pixelio.de)

 

 

 

Spaziergang mit Folgen: Subfossiler Wald in Zürich entdeckt

Mehr 13.000 Jahre im Zürcher Schlamm konserviert geblieben


Subfossiler Wald(22.5.2013) Sonntagsspaziergang mit Folgen: Ein subfossiler Wald, der über 13.000 Jahre im Zürcher Schlamm konserviert geblieben ist, erweitert die Perspektiven für die mitteleuropäische Jahrring-Chronologie. Schon viele Entdeckungen sind dem Zufall zu verdanken. Wissenschaftler fordern ihn darum gerne heraus. Kürzlich geschehen in Zürich, als Daniel Nievergelt, Jahrringforscher an der Eidgenössisch-en Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, einen Blick in eine Baustelle am Südrand von Zürich warf. Dass die Hoffnung auf einen spektakulärer Funde nicht ungerechtfertigt, war wusste er aus der Zusammenarbeit mit seinem 2012 verstorbenen Arbeitskolleg-en Felix Kaiser. Dieser hatte schon 1999 beim Aushub des Uetliberg-Autobahntunnels subfossiles Holz gefunden. Tatsächlich lagen am Rand der lehmigen Baugrube im Quartier Binz einige Baumstrünke. Die Bauarbeiter hatten sie zum Holzabfall geworfen. Bei näherem Hinsehen erkannte sie der Forscher als Kiefern. Sofort unterzog er sie mit Kollegen der WSL einer näheren Untersuchung und schickte drei Proben an die ETH mit Bitte um eine C14-Datierung. [ ...mehr ] ( Foto: WSL / Gottardo Pestalozzi )

 

 

Artenvielfalt in tropischen Wäldern

Neue Studie untersucht Verbreitung von mehreren hundert Baumarten

Tropische Wälder -  Neue Studie untersucht Verbreitung von mehreren hundert Baumarten(27.2.2013) Tropische Wälder zeichnen sich durch ihre einzigartige Artenvielfalt aus. So sind in Zentralamerika hunderte Baumarten pro Quadratkilometer zu finden. Diese Vielfalt bringt es mit sich, dass viele dieser Arten extrem selten vorkommen. Dadurch ist es besonders schwierig, die Umweltfaktoren zu ermitteln, welche die räumliche Verbreitung von Baumarten in tropischen Wäldern beeinflussen. Ein Forschungsprojekt hat diese Frage jetzt mit bisher einzigartiger Detailgenauigkeit in den Waldgebieten entlang des Panamakanals untersucht. [ ...mehr ] (Foto: Christian Ziegler)

 

 

Natürliche Klimaarchive besser verstehen

Bei der Rekonstruktion des Klimas früherer Epochen spielen natürliche Archive eine bedeutende Rolle

Bei der Rekonstruktion des Klimas vergangener Epochen spielen natürliche Archive eine bedeutende Rolle.(25.2.2013) Baumringe, Eisbohrkerne und Stalagmiten gelten als natürliche Klimaarchive, mit deren Hilfe sich das Klima vergangener Epochen rekonstruieren lässt. Doch wie genau sind die Informationen aus diesen Archiven? Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, des Oeschger Zentrums der Universität Bern und der Universität Mainz haben herausgefunden, dass jährliche Schwankungen wie beispielsweise extreme Temperaturen und Niederschläge im Vergleich zu langfristigen Klimatrends bisher unterschätzt wurden. Die Erkenntnisse wurden kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift Nature Climate Change publiziert.
Bei der Rekonstruktion des Klimas vergangener Epochen spielen natürliche Archive eine bedeutende Rolle. [ ...mehr ] (Foto: Eidg. Forschungsanstalt WSL)

 

 

Dem Waldsterben in Zeiten des Klimawandels auf der Spur

Gratwanderung zwischen sicherem und effizientem Wassertransport


Dem Waldsterben in Zeiten des Klimawandels auf der Spur(23.11.2012) Wie reagieren Bäume auf den Klimawandel? Und wieso wird trockenheitsbedingtes Waldsterben nicht nur in wasserarmen, sondern auch in feuchten Gebieten beobachtet? Eine internationale Forschergruppe um Dr. Steven Jansen von der Universität Ulm und Dr. Brendan Choat (University of Western Australia, Sydney) hat in dreijähriger Arbeit mehr als 226 Arten an 81 Standorten weltweit untersucht. Ihre einmalige Datensammlung birgt erstaunliche Ergebnisse: „Bäume passen sich optimal an ihren Standort an indem sie das verfügbare Wasser effizient nutzen. Ändern sich die Umweltbedingungen, sind sie anfällig für trockenheitsbedingte Sterblichkeit. Dieser Verwundbarkeit lässt sich für alle Großlebensräume nachweisen – egal ob feucht oder trocken“, erklärt Jansen, Juniorprofessor am Ulmer Institut für Systematische Botanik und Ökologie. In diesem Zusammenhang untersuchten die Wissenschaftler die Neigung verschiedener Arten, Verschlüsse (Embolien) im wasserleitenden System zu entwickeln. Ein 24 köpfiges internationales Forscherteam aus Botanikern unter Leitung des Verbunds „ARC-NZ Research Network for Vegetation Function“ stellt nun die Ergebnisse ihrer Untersuchung in dem renommierten Fachjournal Nature vor. [ ...mehr ]
(Foto:Luca Mengoni - Lizenz: CC BY-SA 2.0)

 

 

Pflanzen machen Stadtluft sauberer

Reinigungseffekt acht Mal höher als bisher angenommen


Pflanzen machen Stadtluft saubererLuftverschmutzung in den Städten gehört zu den großen Sorgen der Umweltmediziner. Nun haben Forscher um Thomas Pugh im Fachmagazin "Environmental Science and Technology" von der American Chemical Society bewiesen, dass Grünpflanzen die Umweltbelastung in Städten acht Mal stärker reduzieren kann als bisher angenommen.
Die Forscher haben zwei sehr problematische Substanzen unter die Lupe genommen. Bäume, Sträucher und Gräser konnten die Stickoxide um 40 Prozent und die mikroskopische Partikel-Masse (PM) um 60 Prozent reduzieren. Im Gesamten konnten die Pflanzen die Schadstoffbelastung um nur fünf Prozent senken. Dennoch sei es Grund genug, die Stahl- und Beton-Canyons in den Städten zu begrünen, schreiben die Autoren. [ ...mehr ] (Foto:Horst Schunk)

 


 

Biodiversitätsverluste sogar in geschützten tropischen Wäldern

Göttinger Wissenschaftler dokumentieren illegale Zerstörungen in indonesischem Nationalpark


Göttinger Wissenschaftler dokumentieren illegale Zerstörungen in indonesischem Nationalpark(25. 07. 2012) Geschützte Waldgebiete in den Tropen beherbergen zwar den weltweit größten Artenreichtum in der Tier- und Pflanzenwelt, aber die Hälfte dieser Arten hat in den vergangenen Jahrzehnten dramatische Verluste erlitten. Als Hauptfaktor dafür gilt die Zerstörung der Wälder, wie eine Untersuchung von weltweit 60 tropischen Schutzgebieten zeigt. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben mit den Resultaten ihrer Untersuchungen der Artenvielfalt im Lore-Lindu-Nationalpark auf Sulawesi (Indonesien) über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren zu dieser Studie beigetragen. Die Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift Nature erschienen. [ ...mehr ]
(Foto:Universität Göttingenr)

 

 

 

 

Diebische Nagetiere sichern tropischen Bäumen das Überleben

Agoutis verbreiten Baumsamen im Regenwald Lateinamerikas


Agouti mit einer Palmfrucht im Tropenwald Panamas(18.07.2012) In den Neotropen Mittel- und Südamerikas findet man zahlreiche Pflanzenarten, deren besonders große, saftige Früchte ursprünglich nur von großen Säugetieren des Pleistozäns gefressen und über weite Entfernungen durch Ausscheiden verbreitet werden konnten. Doch diese Großtiere starben vor über 10.000 Jahren aus, und es stellt sich die Frage, warum mit ihnen nicht auch die an sie angepassten Pflanzen verschwunden sind. [ ...mehr ]
(Foto:Christian Ziegler)

 

 

 

 

Neue Wege bei der Lichtwahrnehmung von Pflanzen entdeckt


Neue Wege bei der Lichtwahrnehmung von Pflanzen entdecktPflanzenphysiologen der Universität Gießen haben eine Entdeckung gemacht, die unsere Vorstellungen von der Lichtwahrnehmung von Pflanzen ändern könnte. Pflanzen passen sich ihrer Lichtumgebung an, da Licht das wichtigste Umweltsignal für sie ist – vor allem weil sie es zum Leben brauchen. Diese Anpassung ist jedoch nicht durch die Photosynthese selber reguliert, sondern durch spezielle Lichtrezeptor-Moleküle. [ ...mehr ] (Foto: Horst Schunk)

 

 

 

 

 

Machtwechsel in der Savanne

Bäume gewinnen die Oberhand über Gräser


Machtwechsel in der Savanne – Bäume gewinnen die Oberhand über GräserWeite Teile der afrikanischen Savanne könnten bis 2100 zu Wäldern werden. Dies geht aus einer Studie des Biodiversität und Klima Forschungszentrums und der Goethe Universität Frankfurt hervor, die in Nature veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Düngung durch den steigenden Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre in ganz Afrika zu einer dichteren Bewaldung führt, wenn ein bestimmter CO2-Wert überschritten wird. [ ...mehr ]
(Foto: Steven Higgins)

 

 

 

Baumjahrringe verraten langen Abkühlungstrend

Klima in Nordeuropa während der letzten 2.000 Jahre anhand von Baumjahrringen rekonstruiert


Klima in Nordeuropa während der letzten 2.000 Jahre anhand von Baumjahrringen rekonstruiert Eine 2.000-jährige Klimarekonstruktion für Nordeuropa anhand von Baumjahrringen hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) vorgestellt. Die Gruppe um Univ.-Prof. Dr. Jan Esper vom Geographischen Institut der JGU kombinierte die Jahrringdichtemessungen fossiler Kiefernbäume aus dem finnischen Lappland zu einer Zeitreihe, die bis in das Jahr 138 v.Chr. zurückreicht. [ ...mehr ] (Foto: berggeist007 / pixelio.de)

 

 

Schatzkammern biologischer Vielfalt

Internet-Handbuch der TU Berlin zeigt neue Wege, Naturschutz und Denkmalpflege
in historischen Parks zu verbinden


Alte Parks sind oft herausragende Kulturdenkmäler und zugleich wichtige Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten. Daher sind Denkmal- und Naturschützer gleichermaßen daran interessiert, diese Parks zu erhalten. Häufig gibt es jedoch Kommunikationsprobleme vor Ort, da oft Informationen über Ziele und Handlungsspielräume der jeweils anderen Seite fehlen. Ein Forschungsprojekt der TU Berlin zeigt nun anhand von fünf Berliner Modellanlagen – von der idyllischen Pfaueninsel bis zum Tiergarten im Stadtzentrum – Wege auf, wie Naturschutzziele besser in die Entwicklung historischer Parkanlagen integriert werden können, zusammen mit den Verantwortlichen vor Ort. Mit einem umfangreichen Internet-Handbuch sind die Ergebnisse der dreijährigen, durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderten Arbeit nun auch allgemein zugänglich. [ ...mehr ] (Fotomontage: red)

 

 

 

Marburger Praxisleitfaden soll Auwälder retten


Auwald Experten der Universitäten Marburg und Karlsruhe haben im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 350.000 Euro geförderten Projekts einen Praxisleitfaden entwickelt, mit dem sich geeignete Flächen für Auwaldpflanzungen ermitteln lassen und ökologische Kriterien sowie Ziele des Hochwasserschutzes unter einen Hut passen. Untersuchungen nahe Wittenberge ergaben, dass die Elbevorländer ein beträchtliches ökologisches Potenzial für Auwälder bieten. Auf Basis der Ergebnisse wurden an der Mittelelbe fünf Hektar neuer Auwald gepflanzt. [ ...mehr ] (Foto: ©Uni Marburg)

 

 

 

Tropenhölzer in Papier nachweisbar


Tropenholz in Papier nachweisbar Teak, Nyatoh und Meranti: Hinter diesen klangvollen Namen stecken tropische Riesen, die nur zu oft als Gartenmöbel oder auch als Papier enden. In Letzterem allerdings sind sie bis heute kaum nachweisbar. Das wird sich nun ändern, denn die TU Darmstadt entwickelt derzeit gemeinsam mit der Uni Hamburg, dem von-Thünen-Institut in Hamburg und der ISEGA in Aschaffenburg eine einfache und günstige Analysemethode für Tropenholzfasern. Hintergrund ist ein neues EU-Gesetz, nachdem ab 2013 auch Hersteller von Papier- und Zellstoffprodukten nachweisen müssen, welche Holzarten verwendet wurden.
400 Millionen Tonnen Papier werden weltweit jährlich produziert – eine unbekannte Menge davon enthält illegal geschlagene Tropenhölzer. Eine ebenso schnelle wie günstige Methode zur Bestimmung verwendeter Holzfasern ist daher dringend notwendig. „Das Problem bei Papierprodukten ist, dass aus den Holzfasern das Lignin herausgekocht wird, wodurch viele Faser-Informationen zerstört werden. Eine eindeutige Bestimmung der Holzart ist deswegen bislang kaum möglich“, berichtet Dr. Heinz-Joachim Schaffrath vom Fachgebiet Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik der TU Darmstadt. Er leitet das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (BDU) finanzierte Projekt. In ihrem Labor haben die Darmstädter bislang bei Anfragen zu Papierprodukten nicht alle Fasern botanischen Arten zuordnen können. Nicht definierbare Fasern wurden dann als ein Hinweis auf Tropenhölzer betrachtet, ohne sie näher differenzieren zu können. [ ...mehr ] (Foto: Heinz-Joachim Schaffrath)

 

 

Luftbilder zeigen Artenvielfalt am Waldboden

 

 

 

 


Göttinger Forstwissenschaftler setzen erstmals Flugdrohnen zur Biodiversitätsforschung ein


http://www.arboristik.de Die Lücken im Kronendach eines Waldes geben Aufschluss über die Artenvielfalt am Waldboden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Universität Göttingen. Die Wissenschaftler hatten mithilfe von unbemannten Flugdrohnen Luftbilder von deutschen Laub- und Mischwäldern gemacht. Anhand der Aufnahmen konnten die Forscher zeigen, dass zwischen den Lücken im Kronendach eines Waldes und der Artenvielfalt am Waldboden ein starker Zusammenhang besteht: Je unregelmäßiger die Lücken geformt sind, desto größer ist die Pflanzenvielfalt darunter. [ ...mehr ] ( Foto: Universität Göttingen )

 

 

Wie Wälder in der Wüste besser wachsen

 

 

 

 


Deutsch-ägyptische Wissenschaftskooperation


5 Jahre alter Eukalyptus-Wald in Sadat City  Im Wüstenstaat Ägypten spielt Wasser eine große Rolle - aufgrund des Klimas konzentriert sich die Bevölkerung vor allem am Nil. Die hohe Besiedelungsdichte des Flussdeltas ist jedoch problematisch: Die Menschen verbauen fruchtbare Flächen, sie produzieren viel Abwasser. Um die Situation zu entspannen, begann die ägyptische Regierung Mitte der 1990er Jahre, Bäume in der Wüste anzupflanzen und mit vorgereinigtem Abwasser zu bewässern. Forstwissenschaftler der TU München helfen nun eine nachhaltige Forstwirtschaft in der Wüste Ägyptens zu etablieren [ ...mehr ] ( Foto: Prof. El Hakeem )

 

 

 

Eiche in Erlangen twittert über Klimawandel
Sensor misst Windgeschwindigkeit, Temperatur und Regenmenge


http:/www.arboristik.de Eiche im September by Oliver Mohr-pixelio.de Erlangen (pte015/05.09.2011) - Eine 150 Jahre alte Eiche in Erlangen ist ab sofort Teil der Twitter-Gemeinde: talking-tree. Messtechnik und ein Flugschreiber machen den Baum zu einem Talking Tree. So kann er dem Internet nun etwa erzählen, dass gerade ein eisiger Wind an ihm zerrt, dass die Blütezeit bevorsteht oder bodennahes Ozon die Blätter reizt und die Fotosynthese beeinträchtigt. Geographen der Universität Erlangen veranschaulichen damit, wie sich Bäume im Klimawandel verändern. Seine Mitteilungsfreude verdankt der Baum der Technik. Zahlreiche Sensoren messen die Windgeschwindigkeit, Temperatur und Regenmengen am Standort und überwachen auch, wie der Baum auf Umwelteinflüsse reagiert. So registriert etwa ein Saftflussmesser, wie viel Wasser die Eiche aufnimmt und zu den Blättern transportiert. Ein Dendrometer nimmt zudem auf, wie stark der Baum durch Fotosynthese im Jahresverlauf wächst und wie viel er an Dicke zulegt. Eine Kamera erlaubt jedem Besucher der Website einen Einblick, wie sich die Eiche im Laufe des Jahres wandelt. [ ...mehr ] (Foto: Oliver Mohr / pixelio.de)

 

 

Bernsteinwälder: Ökologische Studien zur Harzproduktion

Internationales Forscherteam von Expedition im südlichen Pazifik zurückgekehrt


Araukarienwald (pug) Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Privatdozent Dr. Alexander Schmidt vom Courant Forschungszentrum Geobiologie der Universität Göttingen ist den „Bernsteinwäldern“ im südlichen Pazifik auf der Spur. Während einer sechswöchigen Expedition untersuchten die Wissenschaftler zunächst die Bernsteinvorkommen Neuseelands und reisten dann auf die Pazifikinsel Neukaledonien. Dort entdeckten sie neue Pilzarten und entschlüsselten Wechselbeziehungen zwischen harzenden Bäumen, Gliederfüßern und Mikroorganismen als Ursache erhöhter Harzproduktion. Sie wiesen für diese heutigen Ökosysteme nach, dass Insektenbefall und pathogene Mikroorganismen die Art und Menge von Harzausflüssen stark verändern. Diese ökologischen Zusammenhänge könnten eine Erklärung für die Bernsteinlagerstätten auf der südlichen Erdhalbkugel liefern. [ ...mehr ]
(Foto: Universität Göttingen )

 

Tschernobyls Bäume: Teils vor Strahlen geschützt

Studie: Bäume reagieren mit genetischer Anpassung auf extrem hohe Radioaktivität.
Göttinger Forscher untersuchen Kiefern rund um Atomkraftwerk Tschernobyl.


(pug) Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren hat die Umweltbedingungen in der Umgebung schlagartig geändert. Während das Gebiet 30 km rund um das Atomkraftwerk heute eine weitgehend menschenleere Sperrzone ist, sind die in diesem Gebiet um den Reaktor wachsenden Bäume einer enorm hohen Strahlenbelastung ausgesetzt. Forstgenetiker der Universität Göttingen haben mit Kollegen aus der Ukraine untersucht, wie sich die Folgen des Reaktorunfalls auf die Kiefern auswirken, die wenige hundert Meter vom explodierten Kernkraftwerk wachsen. [ ...mehr ] (Foto: Finkeldey )

 

 

Auch Bäume haben Abgase

Die Natur als Quelle der Luftverschmutzung?

 

Ronald Reagan hat in seiner Wahlkampagne 1980 behauptet, dass vor allem Bäume und nicht etwa der Mensch, die Autos und die Industrie die Luft verschmutzen. Seine Mitarbeiter sprachen danach etwas spöttisch von sogenannten "Killer-Bäumen". Eine Studie zeigt, dass in dieser gewagten Zuschreibung unter Umständen ein Körnchen Wahrheit steckt [ ...mehr ]

 

 

 

 

 

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