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Neue Schäden in Douglasienkulturen

Nadelverbräunungen und Trieberkrankungen


Schadbild der Ilexminierfliege. Foto: Andreas Vietmeier, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Gallmücke. Foto: USDA Forest Service, Northern and Intermountain Region , USDA Forest Service, Bugwood.org / CC BY 3.0 US

 

(21.1.2018) In Douglasienkulturen treten in Nordrhein-Westfalen seit dem vergangenen Jahr örtlich neu-artige Nadelvergilbungen, -verbräunungen und Trieberkrankungen auf, welche auf den Schadpilz Sphaeropsis sapinea (Diplodia-Triebsterben) und die Douglasiengallmücke zurückzuführen sind.

 

Larve in Nadel
Gallmückenlarve (Contarinia pseudotsugae) in der Nadel.
Foto: Scott Tunnock, USDA Forest Service, Bugwood.org / CC BY 3.0 US
Schadbild
Schadbild bei Befall durch Contarinia pseudotsugae.
Foto: USDA Forest Service, Northern and Intermountain Region,
USDA Forest Service, Bugwood.org
/ CC BY 3.0 US

Die in Nordamerika beheimatete Douglasiengallmücke (Contarinia sp.) wurde 2015 in den Niederlanden, Belgien und Frankreich festgestellt und hat sich im Jahr 2016 in Deutschland (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Brandenburg) ausgebreitet. In letzten Jahr ist die Douglasiengallmücke erstmalig in Nordrhein-Westfalen in der Nord-West Eifel und der Niederrheinischen Bucht an Douglasienjungpflanzen festgestellt worden.
Zurzeit befinden sich die Larven zur Überwinterung in der Nadelstreu, wo sie sich im zeitigen Frühjahr verpuppen werden. Nach dem Schlupf sind die nur 3 mm kleinen Mücken orangefarben gefärbt. Die Weibchen legen ihre Eier in den jüngsten Nadeljahrgang sowie die aufgehenden Knospen ab. In den Nadeln schlüpfen nach wenigen Tagen die Larven und beginnen mit ihrem Minierfraß sowie der Gallbildung. Im Herbst lässt sich die ca. 1mm kleine Larve – mit oder ohne Nadel – zur Überwinterung auf den Boden fallen. An den befallenen Nadeln ist teilweise das Ausschlupfloch als kleine dreieckige Öffnung zu erkennen.


Biologie


Bei der neu aufgetretenen „Douglasiengallmücke“ handelt es sich um die drei nadelminierenden Gall-

mücken Contarinia pseudotsugae, C.constricta und C. cuniculator, welche bisher anhand der Schadsymptome und Larven nicht unterschieden werden können. Die drei genannten Contarinia-Arten besiedeln ausschließlich den jüngsten Nadeljahrgang.


Diplodia-Triebsterben an Douglasie

 

In Douglasienkulturen wurde weiterhin ein auffälliges Triebsterben, verursacht durch den Nadelpilz Sphaeropsis sapinea, festgestellt. Der wärmeliebende Pilz verursacht weltweit an Kiefern aller Altersstufen ein Triebsterben,

triebsterben
Charakteristische Triebkrümmung und Verbraunung durch das Diplodia-Triebsterben. Foto: Joseph OBrien, USDA Forest Service, Bugwood.org / CC BY 3.0 US

kommt jedoch ebenfalls an vielen weiteren Nadelge-

hölzen vor. Im nördlichen und südwestlichen Nord-

rhein-Westfalen ist er vor Jahresfrist in Douglasien-

kulturen auffällig in Erscheinung getreten. Dieser Pilz lebt saprophytisch an abgestorbenen Pflanzenteilen, als Endophyt symptomlos in der Pflanze und tritt als Schwächeparasit nach einer Vorschädigung der Pflanzen durch Wunden, Insektenfraß oder Trocken-

stress auf.
Es ist davon auszugehen, dass im Frühjahr 2017 aufgetretener Trockenstress der prädisponierende Faktor für das Triebsterben gewesen ist. Aufgrund dessen konnte der Pilz zum Schwächeparasit werden und die Nadeln/Triebteile befallen.
Charakteristisch sind die Nadelverbräunungen an den Triebspitzen. Die Nadeln verfärben sich zuerst fahlgrün und später braun. Zuletzt kann es zum Absterben einer Triebspitze kommen. Gegenmaßnahmen werden bisher nicht empfohlen.

(Wald und Holz NRW)

 


 

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