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Gefräßige Verpackungskünstler

Gespinstmotten verwandeln Bäume und Sträucher in gespenstische Gebilde


Raupen im Gespinst
Raupen im Gespinst. Foto: pixabay / CC0 1.0

 

(11.5.2018) Dichte weiße Gespinste überziehen im Frühjahr insbesondere Obstbäume, Felsen- und Traubenkirsche, Schlehe, Weißdorn oder das Pfaffenhütchen. Gespinstmotten schützen damit ihre Larven. Bevorzugt bei trockener und heißer Witterung kommt es immer wieder zu Massenvermehrung und Kahlfraß der jeweiligen Raupenfutterpflanzen.

 

gespinstSie fallen auf, die in dichte, weiße Netze eingesponnenen Bäume und Sträucher. Verantwortlich für das gespenstische Szenario sind die Raupen der Gespinstmotten, wie die Pfaffenhütchen- oder die Pflaumen-Gespinstmotte. Beim Spaziergang oder im eigenen Garten sieht man jetzt wieder die befallenen Pflanzen mit den typischen Gespinsten.
Besonders betroffen sind Wildgehölze wie Pfaffenhütchen (Spindelstrauch), Weißdorn, Schlehen, Traubenkirschen, Weiden und Obstgehölze wie Apfel, Kirschen und Pflaumen. „Trotz starker Fraßschäden ist eine Bekämpfung nicht unbedingt notwendig“, weiß Dr. Martin Hommes vom Julius-Kühn-Institut in Braunschweig. Die betroffenen Gehölze erholen sich meist und treiben wieder aus (Johannistrieb). Bei Obstbäumen kann jedoch nach einem starken Befall die Ernte komplett ausfallen.

 

Befallsnester herausschneiden und entsorgen

 

Um hier die Schäden gering zu halten, sollten besiedelte Gespinste in einem möglichst frühen Stadium entfernt werden. Der Wissenschaftler vom Julius-Kühn-Institut rät, befallene Triebe abzuschneiden und in der Biotonne zu entsorgen oder im Garten zu vergraben. „Auch die chemische Bekämpfung ist nur zu einem frühen Zeitpunkt sinnvoll, da die Raupen in den voll ausgebildeten Gespinsten gut vor Pflanzenschutzmitteln geschützt sind“, erklärt Dr. Hommes. Spätestens Ende Juni, wenn sich die meisten Mottenlarven verpuppt haben, ist der Spuk für dieses Jahr vorbei. Wer allerdings keinen Wert auf eine Neuauflage legt, sollte die Gespinste rechtzeitig vernichten oder die befallenen Triebe frühzeitig behandeln. Dazu bieten sich Bacillus thuringiensis-Produkte an und Mittel, die Extrakte aus Neembaum-Samen enthalten.

 

Information zu Gespinstmotten
Die Gespinstmotten stellen eine eigenständige Familie der Schmetterlinge dar. In Mitteleuropa kommen etwa 90 Arten vor. Die Biologie der Tiere ist recht ähnlich. Am weitesten verbreitet sind Apfel-Gespinstmotte (Foto), Pfaffenhütchen-Gespinstmotte, Pflaumen-Gespinstmotte sowie Traubenkirschen-Gespinstmotte. Die unscheinbaren Falter haben eine Flügelspannweite Apfelgespinstmottevon ca. 20 mm. Die weißen Vorderflügel sind mit vielen kleinen schwarzen Punkten versehen. Sie erscheinen im Hochsommer und legen ihre Eier in Gelegen zu 40 bis 80 Stück an den Zweigen ihrer Wirtspflanzen ab. Nach 3-4 Wochen schlüpfen die Eiraupen. Sie verharren bis zum Frühjahr unter einem Schutzschild. Mit dem Austrieb verlassen sie ihre Verstecke und beginnen mit dem Fraß. Anfangs fressen die kleinen Raupen an bzw. in den Knospen und jungen Blättern. Erst mit zunehmendem Alter beginnen sie mit dem Kahlfraß unter den charakteristischen Gespinsten. Ende Juni ist die Entwicklung der meist graugelben bis 2 cm groß werdenden Larven mit der Verpuppung abgeschlossen und der Kreislauf beginnt erneut. Natürliche Feinde sind vor allem Vögel, Schlupfwespen sowie diverse Krankheitserreger.
(jki)

 

Alle Fotos: pixabay.com / CC0 1.0

 

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