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Bedrohte Urwälder in Rumänien

Urwaldkarte von der rumänischen Regierung anerkannt

Bedrohte Urwälder in Rumänien
Foto: pixabay.com / CC0 1.0

 

(11.12.2017) Ein Forscherteam der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) erarbei-tete zusammen mit der Al. I. Cuza Universität in Iași und Greenpeace Rumänien eine Karte der potenzi-ellen Urwaldgebiete. Bislang sorgte das Fehlen einer offiziellen Karte für erhebliche Rechtsunsicherheit und trug zum Verlust wertvoller Flächen bei. Mit der vorgelegten Studie wird sich das künftig ändern. Die rumänische Regierung hat die Karte in ersten Gesprächen anerkannt.


Üppiges Grün, hohe, massive Bäume, Vogelgezwitscher – wie ein Wald aussieht, weiß jedes Kind, doch in der Tat gibt es nicht mehr viel Bestände, die diesen Vorstellungen noch entsprechen. In Rumänien, besonders in den Karpaten, gibt es die größte Fläche von ursprünglichen Wäldern außerhalb Russlands, die alle Klischees eines Waldes erfüllen. Sie dienen Europas größter Population an bedrohten Braunbären sowie Luchsen und Wölfen als Lebensraum – doch wie lange noch? Dieser Frage ist ein Forscherteam der HNEE zusammen mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace Rumänien und der Alexandru-Ioan-Cuza Universität aus Iași (Rumänien) auf den Grund gegangen und hat erstmals wichtige Daten gesammelt, die in einer gemeinsamen Studie und Kartierung die aktuelle Bedrohung der letzten unberührten Natur Europas sichtbar machen.

 

Das Rennen um die letzten Urwälder Europas hat bereits begonnen


„Rumänien könnte zur Nummer Eins in Europa werden, was den nachhaltigen Schutz des Ökosystems Wald betrifft“, prophezeit Prof. Dr. Pierre Ibisch von der HNEE. Seiner Auffassung nach, sehe es aber ganz danach aus, dass die verantwortlichen Akteure in Rumänien, die gleichen Fehler in punkto Waldmanagement begehen würden, wie sie einst in Deutschland, den Niederlanden oder Belgien gemacht wurden. „Durch eine übermäßige Ernte (Over-Harvesting) und illegaler Holzgewinnung wurde bereits ein Großteil der derzeit zugänglichen Primärwälder vernichtet. Eine aktuell schwache Gesetzgebung erlaubt es, dass die letzten europäischen Urwälder rasant dezimiert werden“, bedauert der HNEE-Naturschutz-Professor. Darüber hinaus fehle es an strategisch nachhaltigen Waldmanagement-Praktiken, um beispielsweise den Kahlschlag in teils geschützten Bereichen der über 140-jährigen Bestände zu unterbinden. Problematisch sei auch, so bestätigt es auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace, dass Behörden viel zu langsam und zu spät auf Verstöße reagierten. „So ist es nicht verwunderlich, dass weitere Akteure sich nicht in der Pflicht sehen zu handeln, wenn es Ministerien nicht vorleben“, beobachtet Valentin Sălăgeanu, Kampagnensprecher von Greenpeace Rumänien.

 

Auf Grundlage der am 15. November 2017 erstmals vorgestellten Studie „Primary Forests Potential Map of Romania“, die die Entwicklungen der Primärwälder der vergangenen zwölf Jahre en détail dokumentiert, und eine gemeinschaftlich erstellte Kartierung potezieller Urwälder enthält, legt das Forscherteam um Prof. Dr. Pierre Ibisch dar, welcher Reichtum an Biodiversität nicht nur Rumänien, sondern Europa insgesamt verloren gehe, wenn nicht sofort gehandelt werde. „Das Rennen um die letzten Urwälder Europas hat bereits begonnen“, fasst Prof. Iovu-Adrian Biriș von der Alexandru-Ioan-Cuza Universität in Iași die derzeitige Lage zusammen.

(HNEE)


Weitere Informationen:
Potential Primary Forests Map of Romania (pdf, 8,4 MB)
Greenpeace Romania (Externer Link)

HNEE Eberswalde (Externer Link)

 



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