Baum&Natur - Wald

Baumschutz  |  Bäume  |  Wald  |  Natur  |  Fundsachen

 

 

Die Edelkastanie

Ökologisch wertvoller Joker im Klimawandel

 

Edelkastanie, Castanea sativa
Foto: pixabay / CC0 1.0

 

(3.5.2018) Die Edelkastanie (Castanea sativa), bekannter unter dem Namen Esskastanie ist vor allem wegen ihrer stärkereichen und glutenfreien Früchte (Maronen) beliebt. Sie ist nicht verwandt mit der Rosskastanie, sondern gehört zu den Buchengewächsen und wurde mindestens seit der Römerzeit in Deutschland kultiviert.

 

 

Im Klimawandel wird die Edelastanie eine wichtige Rolle im Wald einnehmen. Dank ihrer mediterranen Herkunft kommt sie gut mit warmen Temperaturen zurecht und kann zudem auf trockenen Standorten wachsen.

 

Vielfältige Lebensräume

 

Lichte Wälder mit Edelkastanien sind wegen ihrer Strukturvielfalt wertvolle Lebensräume. Sie werden von einer großen Anzahl von Insekten und Käfern besiedelt. An einzelnen Edelkastanien wurden seltene Flechten und Moosarten entdeckt, die teilweise als ausgestorben galten. Für Bienen sind die Blüten der Edelkastanie eine wichtige Nahrungsquelle. Eichhörnchen, Siebenschläfer und Krähen sorgen für die Ausbreitung der Maronen. Die versteckten Nahrungsvorräte keimen, wenn sie vergessen wurden, im Frühjahr. Die aus den Samen gekeimten Bäume tragen erstmals mit etwa 25 bis 35 Jahren Früchte. Dank ihres hohen Stärkeanteils von 43 Prozent waren die Maronen über Jahrhunderte ein wichtiger Bestandteil der Armenkost im Süden Europas, bis sie durch die Kartoffel ersetzt wurden. Da die Nachfrage nach hochwertigen Bio-Lebensmitteln aktuell sehr hoch ist, ist die glutenfreie Edelkastanie auch in diesem Bereich stark gefragt.

 

Holznutzung = Klimaschutz

 

Das widerstandsfähige Holz der Edelkastanie ist europaweit sehr beliebt. Traditionell spielt es als Holz für Rebpfähle eine wichtige Rolle. Ebenso erlebt es eine Renaissance in der Möbelherstellung, bei der Lawinenverbauung im Bergwald sowie in der Weinkellerei. Wenn das dem Wald entnommene Holz nicht als Brennholz genutzt wird, sondern zu Holzprodukten verarbeitet wird, bleibt dadurch Kohlenstoff gebunden. Langlebige Holzprodukte haben einen doppelten Vorteil: Sie speichern den Kohlenstoff über längere Zeiträume und müssen seltener ersetzt werden, was Energie zur Herstellung von Ersatzprodukten spart. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel werden insgesamt 330 Mio. Tonnen CO2 in Holzprodukten gespeichert.
Der Klimawandel wird unsere Wälder in den nächsten hundert Jahren verändern. Die wärmeliebende Edelkastanie wird sich voraussichtlich in heimischen Wäldern immer wohler fühlen und kann eventuell Baumarten ersetzen, die mit dem veränderten Klima nicht mehr zurechtkommen. Die Forstleute gehen davon aus, dass die Edelkastanie in unseren Wäldern als klimatoleranter Baum in Zukunft eine deutlich größere Rolle spielen wird.
(Wald und Holz NRW)



 

 Zurück zur Übersicht oder zur Startseite

 

 

 

 

 


2003 - 2018 - arboristik.de - All rights reserved