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Zeidlerei fördert die Vernetzung naturnaher Lebensräume

Im Mittelalter ein Handwerk mit hohem Ansehen


Zeidlerei - Biene- Foto: jeffreyw/wkimedia commons CC BY 2.0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


(9.5.2014) Das Handwerk der Zeidlerei fördert und vernetzt naturnahe Lebensräume – unter anderem für Waldbienen. Die schweizer Gemeinde Kriens übernimmt damit eine Pionierrolle in der naturnahen Waldbewirtschaftung, der Vernetzung von Wald und Kulturland und in der Bewahrung eines kulturhistorischen Erbes.
Die Vernetzung von naturnahen Lebensräumen ist in der Gemeinde Kriens im Naturschutz seit einigen Jahren ein Thema. Im Zentrum stehen Maßnahmen zur Erhaltung von alten und dicken Bäumen, so genannten Biotopbäumen. Auch die Vernetzung etwa von Kulturland und Wald soll die Artenvielfalt erhalten bzw. wieder zeidlerei Schlagen der Zeidlerhöhle vermehrt fördern. In konventionell genutzten Wirtschaftswäldern werden die Bäume gefällt, wenn sie erntereif sind. Dort gibt es keine Biotopbäume. Und damit fehlt auch der Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, vor allem Moose und Flechten. Auch gehen diese Anstrengungen von der Einsicht aus, dass die zunehmende Verdichtung der Besiedelung natürlich gewachsene Lebensräume von Pflanzen und Kleintieren verändern, was auch auf den Lebensraum und die Lebensqualität der hier lebenden Menschen einen Einfluss hat. Mit einem konkreten Projekt in der Förderung von Biotopbäume will die Gemeinde Kriens einen Beitrag leisten zu dieser Artenvielfalt. Die Gemeinde Kriens stellte im Schlosswald 6 alte Bäume zur Verfügung für einen international ausgeschriebenen Kurs von Imkern. Diese aber pflegen ihre Bienenvölker nicht in normalen Bienenhäusern, sondern in Baumhöhlen, die sie in alte oder abgestorbene Bäumen schlagen. Nach Erfahrungen mit der Zeidlerei im Ausland fügt das Schlagen der Zeidlerhöhle dem Baum offenbar keinen Schaden zu.

 

Zeidlerei, im Mittelalter ein Handwerk von hohem Ansehen historische Darstellung der Zeidlerei Einst ein Handwerk von hohem Ansehen

Diese "Zeidlerei", das gewerbsmässige Sammeln von Honig wilder oder halbwilder Bienenvölker war im Mittelalter ein Handwerk mit hohem Ansehen. Das Handwerk verschwand aber zusehends, weil die Bienenhaltung in klassischen Bienenhäusern wirtschaftlicher war. Aus dem südlichen Ural stößt das Handwerk jetzt wieder über Polen in die Schweiz nach Kriens, weil der Wert der von den Zeidlern geschlagenen Baumhöhlen für den Erhalt der Artenvielfalt enorm an Bedeutung gewonnen hat. Allein in einer dicken Eiche können bis zu 900 holzbewohnende Käferarten ihren Lebensraum finden. In Kriens wurden deshalb einzelne Bäume nicht gefällt und können jetzt für dieses Projekt zur Verfügung gestellt werden.

 

Anleitung durch polnische Zeidler-Spezialisten

Im Krienser Schlosswald wurden vom 27. bis 30 März im Rahmen eines Zeidler-Kurses von Imkern aus England, Deutschland und der Schweiz in sechs alte Bäume Höhlen geschlagen. Unter der Leitung polnischer Zeidler-Spezialisten entstanden so Lebensräume, welche insbesondere auch von Waldbienen genutzt werden können. Unter den Imkern, befand sich auch der Krienser Hans-Rudolf Wüest, der auf der Schlossliegenschaft in Kriens wohnt. Der Hobby-Imker will sich in den kommenden Jahren, im Auftrag der Gemeinde, um die Baumhöhlen und um die Waldbienenvölker unter Einhaltung der hier geltenden gesetzlichen Bestimmungen kümmern. Er wird dabei begleitet vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (www.fibl.org) in Frick.

 

Weiterführende Links

www.freethebees.ch

www.totholz.ch


Text: Gemeinde Kriens
Fotos: FreeTheBees - jeffreyw/wkimedia commons CC BY 2.0 - Wikimedia

 


 

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Zeidlerlehrgang in Kriens

Fotos: FreeTheBees

 


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