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Auen sind unverzichtbare Lebensräume

Lebensquell und Hochwasserschutz

Elbaue, nahe Schnackenburg
Foto: Horst Jürgen Schunk

 

(3.4.2018) Vor dem Hintergrund des Rückgangs von naturnahen Flüssen und Auen fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Flüssen und Auen mehr Raum zu geben. Dazu erklärt Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: „Intakte Auen sind die artenreichsten Lebensräume Mitteleu-ropas und sie haben einen großen Nutzen für Natur und Gesellschaft. Doch sie bedecken in Deutschland nur noch drei Prozent ihrer ursprünglichen Fläche. Das muss sich dringend ändern.“

 

elbaue
In den Elbauen bei Schnackenburg. Foto: Horst Jürgen Schunk
Auenlandschaft

Die Ursachen für diesen deutlichen Verlust sind aus Sicht des Umweltverbands vielfältig. So werden Auen immer mehr zurückgedrängt, da die meisten Flüsse in Deutschland inzwischen künstlich vertieft, begradigt und kanalisiert sind. Buhnen und Deiche begrenzen zudem die Ufer, Wehre und Staustufen unterbrechen den Strom. Sandbänke, Steilufer, Tümpel, Wiesen und Auwälder können aber nur durch einen natürlichen Wechsel aus Hoch- und Niedrigwasser entstehen. Sind diese Dynamik und Vielfalt vorhanden, besteht ein großer Nutzen für die Gesellschaft. „Der Wert von naturnahen Auen ist vielfältig“, so der BUND-Vorsitzende weiter. „Sie schützen vor Hochwasser, filtern Nähr- und Schadstoffe aus dem Wasser, speichern große Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxids. Ebenso profitieren Fischerei und Tourismus. Nur wenn Flüsse sich wieder ausbreiten können, entstehen Auen mit diesem großen Nutzen für Natur und Gesellschaft.“

 

Mit Blick auf die politischen Herausforderungen im Bereich des Hochwasserschutzes fordert der BUND-Vorsitzende ein entschlossenes Handeln der neuen Bundesregierung. Diese habe zwar angekündigt, mehr für den Hochwasserschutz zu tun, doch reiche es nicht aus, allein die finanziellen Mittel zu erhöhen. „Die bereitgestellten Mittel müssen richtig eingesetzt werden“, sagte Weiger. „Dort, wo Menschenleben und Sachgüter nicht unmittelbar in Gefahr sind, muss die Priorität auf ökologischen Hochwasserschutz gelegt werden. So können etwa durch Deichrückverlegungen den Flüssen wieder Teile ihrer alten Überflutungsräume zurückzugeben werden.“

 

Deutschland hat sich in der Vergangenheit in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, im Hochwasserschutzprogramm und mit dem Bundesprogramm Blaues Band hohe Ziele gesteckt. Zudem sieht die europäische Wasserrahmenrichtlinie eine erhebliche Verbesserung der Gewässerzustände bis 2027 vor. „Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Umsetzung dieser für Flüsse, Auen und Wasserqualität so wichtigen Richtlinie weit hinten“, kritisierte Weiger. „Die neue Bundesregierung muss sich daher klar und deutlich zur Wasserrahmenrichtlinie bekennen. Bund und Länder müssen endlich ausreichend Gelder und Personal zur Verfügung stellen, um die Richtlinie umzusetzen. Auen sind unverzichtbare Lebensräume, die wir schützen und wieder wachsen lassen müssen.“
(BUND)


Weitere Informationen:
Naturschutzgroßprojekt „Lenzener Elbtalaue“
Lebendige Auen für die Elbe
Hochwasserschutz und Auen

 


 

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