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Ökologischer Wert von Alleen  •  Gefährdung von Allleen  •  BUND-Stellungnahmen zu Leitplanken  •  Alleenpatenschaft
Der BUND setzt sich für den umfassenden Schutz von Alleen ein. Durch zunehmenden Straßenausbau geraten die Wahrzeichen Mecklenburg-Vorpommerns zunehmend in Gefahr. Um dieser Gefahr zu begegnen ist es notwendig, den ökologischen und kulturellen Wert der Alleen herauszustellen und gleichzeitig Maßnahmen zu ihrem Schutz anzumahnen.
1. Ökologischer Wert von Alleen
Alleen sind Lebenslinien für die Natur und bilden Verbindungen zwischen Ökosystemen. Typische Vertreter sind Linde, Ahorn und Kastanie. Seltener sind Ulme, Walnuss, Platane, Hainbuche, Blutbuche, Rotbuche und Obstbaumarten.
Alleen bieten Lebensräume.
An Blättern, Zweigen und Borke finden viele Tierarten ökologische Nischen. Sie bieten Brut- und Rastplätze für Vögel wie Buchfink, Buntspecht und Amsel. Auch Wildbienen, Käfer und Spinnen sind von den Alleen abhängig.

Alleen dienen auch dem Menschen:
Sie spenden Schatten und sind Orientierungshilfe. Die Bäume dämmen den Straßenlärm und binden Staub und Abgase. Sie gewährleisten ein ausgeglichenens Mikroklima.
Ein Alleebaum kann pro Tag 13 kg Sauerstoff durch Photosynthese erzeugen. Das entspricht dem Bedarf von 10 Menschen. Um diese Leistung eines ausgewachsenen Baumes zu ersetzen, müßten 200 neue Jungbäume gepflanzt werden.
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2. Gefährdung von Alleen

Nur noch etwa 4.000 Kilometer Alleen und einseitige Baumreihen säumen die Straßen und ländliche Wege in Mecklenburg-Vorpommern. Der Bestand der grünen Riesen wird durch den zunehmenden Straßenausbau, Überalterung des Bestandes, unsachgemäße Pflege, Tausalzeinwirkungen sowie Beschädigungen der Bäume im Stammbereich stark dezimiert.
Ohne Rücksicht auf die tatsächliche Verkehrsentwicklung werden Alleen gefällt, um Straßen zu verbreitern. Häufig würden Geschwindigkeitsbegrenzungen ausreichen, um den Autoverkehr sicherer zu machen. Teilweise können auch Leitplanken einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten, dies darf aber nicht auf Kosten der Radfahrer geschehen. Deshalb fordert der BUND, daß Leitplanken nur bei gleichzeitigem Bau eines Fahrradweges errichtet werden dürfen. (Siehe BUND-Stellungnahme Leitplanken an Alleen)
Über 20.000 Alleebäume sind akut vom Ausbau der in den meisten Fällen 5,50m breiten Landesstraßen bedroht. Beim Ausbau dieser Straßen auf ein vorgeschriebenes Maß von 6,50m müssen die Alleebäume weichen, die nur 0,50m von der Fahrbahnkante entfernt sind. Neben der Straßenverbreiterung gefährdet auch das geforderte Lichtraumprofil von 4,50m Höhe die Alleebäume.
Eine weitere Gefahr droht dem Alleenbestand in Mecklenburg-Vorpommern durch die ministeriell angeordneten Ausschreibungen für Neupflanzungen und Baumpflegearbeiten. Die unverantwortliche Vorgehensweise bedroht den Alleenbestand im Ansatz.
Allzu oft werden Alleen auch zu Tode gepflegt. Ein Beispiel dafür sind unsachgemäße Pflegemaßnahmen bei Temperaturen unter minus 5 Grad Celcius. Dadurch kann sich kein Wundgewebe mehr bilden, das die Bäume vor Pilzbefall schützt. Beste Schnittzeiten sind April bis Juli und für "blutende" Arten der Spätsommer.
Übermäßiger Streusalzeinsatz im Winter und Eingriffe in den Wurzelbereich belasten die Bäume zusätzlich. Dort wo der Bestand wegen der Eingriffe abstirbt oder überaltert ist, wird oft nicht nachgepflanzt. So sterben die Alleen fast unmerklich und verschwinden aus unserer Landschaft.

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BUND-Stellungnahme zu Leitplanken an Alleen
Alleen sollten weder mit Leitplanken noch mit Kettensägen den verkehrstechnischen Entwicklungen angepasst werden.
Der Landschaftseindruck, den eine urwüchsige Allee vermittelt wird durch Leitplanken entscheidend verändert.
Für größere wildlebende Tiere werden Leitplanken zu Barrieren, die ihre Lebensräume zerschneiden.
Auch der Bau von Leitplanken um Einzelbäume (wie in Landkreis Güstrow zwischen Jördenstorf und Gnoien, vor Lalendorf) ist ein Eingriff ins das Landschaftsbild.
Der Bau von Leitplanken verletzt oft die Wurzeln von Alleebäumen und schwächt sie dadurch.
Leitplanken an Alleen sind Eingriffe in Sinne des Landesnaturschutzgesetzes. In die Planung müssen die entsprechenden Fachbehörden einbezogen werden.
Oberste Priorität für die Erhöhung der Sicherheit in einer Allee hat das Absenken der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.
Leitplanken können zwar Alleebäume für rasende Autofahrer ungefährlicher machen, für Radfahrer werden sie jedoch zur Lebensbedrohung.
Die ersten tödlichen Unfälle von Zweiradfahrern an Leitplanken in MV sind seit Juli 2001 zu beklagen
Deshalb fordert der BUND: Leitplanken dürfen nur gebaut werden, wenn gleichzeitig ein straßenbegleitender Fahrradweg außerhalb des Kronentraufbereiches der Alleebäume oder bei minderem Platzangebot in Handschachtung innerhalb des Kronentraufbereiches der Alleebäume gebaut wird.
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Alleenpatenschaften — Helfen Sie mit

Übernehmen Sie Verantwortung für eine Allee in Ihrer Nähe und werden Sie Alleenpate. Wir können gemeinsam darauf achten, daß die Bäume richtig geschnitten werden, im Sommer ausreichend Wasser haben und Straßenbaumaßnahmen die Alleen nicht zerstören. Über 20 Alleenpatenschaften hat der BUND schon an Schulklassen, Vereine und Firmen, aber auch an Einzelpersonen vermittelt.
Wenn Sie selbst Alleenpate werden wollen, wenden Sie sich bitte an die BUND-Landesgeschäftsstelle:
bund.mv@bund.net
,
Tel.: 03 85 / 56 54 70

Quelle: BUND Mecklenburg-Vorpommern
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