| 160 Jahre alte Rotbuche gefällt |
Am
01. März 2007 fiel nach dem Willen der Stadtverwaltung Petershagen
(Kreis Minden-Lübbecke) ohne Not eine 160 Jahre alte Rotbuche der Säge
zum Opfer. Der geschichtsträchtige Baum stand in der Hohoffstraße
im rückwärtigen Bereich der Begegnungsstätte Altes Amtsgericht.
Seine stadtbildprägende Ansicht haben die Petershäger in ihr Herz
geschlossen und viele Stadtbesucher und Radwanderer bewundert. Nach einem
von der Stadt Petershagen in Auftrag gegebenen Gutachten war die Standsicherheit
des Baumes durch Pilzbefall im Bereich des Stammfusses nicht mehr gewährleistet.
Die Fällung des Baumes war somit vorprogrammiert. Als die von der Stadt geplante Fällaktion bekannt wurde, bildete sich spontan eine Bürgergruppe, die sich für den Erhalt des Baumes einsetzte. Auf einer Sitzung der Bürgergruppe (Mitte Januar d. J.) wurde beschlossen, ein weiteres Gutachten erstellen zu lassen. Aufgrund dessen wurde Seitens der Stadt bis zur Vorlage des zweiten Gutachtens von der Fällung Abstand genommen. Nach Fertigstellung des zweiten Gutachten indes zeigte sich, dass die Möglichkeit bestand, durch geeignete Maßnahmen (u. a. Abstützung) die Lebensdauer des Baumes zu verlängern. Jedoch ohne die Bürger zu unterichten rückte am 1. März 2007 ein Baumfälltrupp an und um die Rotbuche war es geschehen. Ausschlaggebend war nach Aussage des Leiters des städtischen Baubetriebes ausgerechnet das zweite (privat finanzierte) Gutachten. Er berief sich auf den Handlungsbedarf angesichts des Zustands des Baumes und zudem sei die vorgeschlagene Abstützung unbezahlbar gewesen. Völlig anderer Meinung war dagegen die Bürgergruppe, nach Aussage eines Mitglieds, wäre es sehr wohl möglich gewesen die Lebensdauer des Baumes zu verlängern, einzig die Stadt und Bürgermeisterin seien der Bürgergruppe nicht entgegen gekommen. So wurde in einer Überrumpelungsaktion eine für die Stadt Petershagen einzigartige Buche niedergemacht. Auf der Internetseite des Ortsheimatpflegers der Stadt Petershagen ist zu lesen, dass in den Jahren 2003 bis 2006 ein Großteil der Bäume mit ortsbildprägendem Charakter entfernt wurde. Der in Euro ausdrückbare, volkswirtschaftliche und ökologische Wert beläuft sich bei vergleichbaren Bäumen auf über 200.000 Euro pro Baum. -ks- Foto:Lothar Schmelzer BUND Kreisgruppe Minden-Lübbecke |
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